Montag, 05. Dezember 2016


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Marktkommentar Renten

Trading - Range: 139.43-141.28 / Tendenz: behauptet

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Der Rauch hat sich nach der EZB- Sitzung noch nicht ganz verzogen, da müssen die Investoren ihren Blick schon wieder auf die nächsten Großereignisse richten. Gespannt darf man sein, ob der Offenmarktausschuss der US- Notenbank eine neue Runde quantitativer Lockerungen einläutet. Nachdem die EZB die Einzelheiten des neuen Anleihekaufprogramms veröffentlicht hat, muss nun das Bundesverfassungsgericht darüber entscheiden, ob der ESM in seiner jetzigen Form aktiviert werden kann. Und letztendlich wird am Freitag dann beim Treffen der Eurogruppe über ein Hilfsprogramm für Spanien diskutiert. Allerdings könnte die spanische Regierung versucht sein, angesichts der stark gesunkenen Renditen an den Kapitalmärkten zunächst keine Hilfen zu beantragen. Das dürften dann aber über kurz oder lang die Märkte regeln.

Ungeachtet aller Bedenken setzte sich auch zum Wochenschluss die freundliche Tendenz an den Aktienbörsen und Rentenmärkten der EU- Schuldenländer fort. Allerdings ließ die Dynamik etwas nach. Die Risikoprämien 10-jähriger italienischer (5.02 %) und spanischer Papiere (5.57 %) ermäßigten sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen im Wochenvergleich um 96 bzw.140 BP, die portugiesischer Anleihen (7.80 %) um 138 BP. Staatspapiere aus Frankreich (2.19 %) und Belgien (2.61 %) machten im gleichen Zeitraum 12 BP gut.

Bundesanleihen verloren dagegen mit zunehmender Risikobereitschaft weiter an Boden, machten aber gegen Schluss ihren Tagesverlust weitestgehend wieder wett. Belastet wurden die Kurse auch von überraschend guten deutschen Produktionszahlen (+1.3 %), die Trendumkehr wurde von Konjunkturdaten aus den USA eingeleitet.

Der US- Arbeitsmarktbericht fiel mit einem Stellenzuwachs außerhalb der Landwirtschaft von nur 96.000 unerwartet schwach aus und schürte die Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen. Amerikanische Staatsanleihen konnten einen Teil der Vortagsverluste wieder aufholen und setzen auch heute in Fernost diesen Trend fort.

Der Bund- Kontrakt (140.41) legte 12 Stellen zu, Schatz (110.65) und Bobl (125.26) gingen dagegen 2 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 1.54 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 149.5 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren 5 BP niedriger bei 1.64 %, der JGB- Future (144.13) notiert 20 Stellen höher. Der Euro klettert auf 1.278 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt auf 96.3 Dollar.

In dieser Woche ist datenseitig eher einmal Ruhe angesagt. Neben Preisdaten aus den Vereinigten Staaten stehen Produktionszahlen aus Frankreich, der Eurozone und den USA sowie USEinzelhandelsumsätze und das Verbrauchervertrauen der University of Michigan für September auf der Agenda. Verbraucherpreise (2.0 %) und Industrieproduktion (8.9 %) lagen in China im August im Rahmen der Erwartungen. Zentrale Themen sind aber das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes über die Rechtmäßigkeit von ESM und Fiskalpakt (Dienstag) sowie der Zinsentscheid der US- Notenbank (Donnerstag). In den Niederlanden wird ein neues Parlament gewählt (12.09.), die EU- Finanzminister treffen sich am Freitag. Heute stehen aus Frankreich die Geschäftsstimmung (89 nach 90) für August und Industrieproduktion im Juli(-0.5 %/-3.7 %), die endgültigen Zahlen zum italienischen BIP im 2. Quartal (- 0.7 %/-2.5 %) sowie das Sentix-Investorenvertrauen der Eurozone (-30.5 nach -30.3) zur Veröffentlichung an.

Am Primärmarkt starten die Niederlande am Dienstag mit der Aufstockung einer 10-jährigen DSL im Volumen von 1.5-2.5 Mrd. Euro am Dienstag, gefolgt vom Bund mit neuen 5- jährigen Bundesobligationen im Volumen von 5 Mrd. Euro und Italien mit 5-7 Mrd. Euro BTPs. Dem Emissionsvolumen von 11.5-14.5 Mrd. Euro stehen knapp 18.3 Mrd. Euro an Kuponzahlungen und Tilgungen gegenüber. Das amerikanische Schatzamt versteigert 3-, 10- und 30-jährige Anleihen im Volumen von insgesamt 66 Mrd. USD, Großbritannien 3.5 Mrd. GBP 10-jährige Gilts.

Technik:

Der Bund- Future stand anfangs weiter unter Druck und markierte ein Tagestief bei 139.43, konnte sich dann aber wieder erholen und schloss (140.41) 12 Stellen über Vortagsniveau. Auf Wochensicht summieren sich die Verluste einschließlich des Abschlages von 175 Ticks aus dem Kontraktwechsel auf 363 Stellen. Die Ausgangslage bleibt angespannt, die Indikatoren auf Tagesbasis zeigen nach Süden. Im Wochenchart ist der seit März dieses Jahres gültige Aufwärtstrend bei 141.57 hinfällig und das 61.8 %- Retracement des letzten Aufwärtsimpulses bei 139.71 wurde kurzfristig unterschritten. Dennoch deutet der "Reversal" vom Freitag zunächst auf eine Pause im Abwärtstrend hin. Widerstände sehen wir bei 140.74/77 (Trendlinie/Hoch v. 07.09.), 141.08 (Tief v. 05.09.), 141.28 (Hoch v. 06.09./38.2 %- Retracement von 144.49 bis 139.43) und 141.83 (Wochentrend).

Unterstützungen liegen bei 140.12 (Tief v. 06.09.), 139.96 (Tief v. 22.08.), 139.71 (61.8 %- Retracement von 135.27 bis 146.89), 139.43 (Tief v. 07.09.) und 139.30 (Tief v. 16.08.).

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