Dienstag, 06. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 340745

Marktkommentar Renten

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) .
- Trading Range: 141.45-142.61
- Tendenz: freundlich

Die Bondmärkte sind derzeit von der Hoffnung getrieben, die EZB und/oder der ESM- Rettungsfonds werden es zu gegebener Zeit über Anleihekäufe schon richten. Negative Schlagzeilen wie die Äußerungen des finnischen Außenministers, der ein Auseinanderbrechen der Eurozone erwartet, werden dabei ebenso ausgeblendet, wie der ausstehende Entscheid des Bundesverfassungsgerichtes zum ESM- Rettungsfonds. Die Risikobereitschaft scheint ungebrochen, Aktien und Credits stehen bei den Anlegern hoch im Kurs (im wahrsten Sinn des Wortes!). Schon bald dürften jedoch die hoch gesteckten Erwartungen auf eine nachhaltige Lösung der Schuldenkrise einen Dämpfer erhalten. Lippenbekenntnisse wie die von Kanzlerin Merkel bei ihrem Kanada- Besuch werden auf Dauer nicht ausreichen, das Vertrauen bei Investoren zurückzugewinnen. Die Nehmerländer dürften künftig die Auslegung der EU- Verträge bestimmen und Deutschland weiter in die Isolation drängen. Dass Deutschland die Schulden der Krisenstaaten bei einer gesamtschuldnerischen Haftung nicht alleine stemmen kann, ist aber doch allen Beteiligten klar.

Die Märkte scheinen diese Sichtweise jedenfalls immer mehr einzupreisen und trennen sich trotz des von großen Unsicherheiten geprägten Umfeldes und trüber Konjunkturaussichten von deutschen Staatsanleihen. Zum Wochenschluss ließ allerdings die Dynamik des Anstiegs der Renditen von Bundesanleihen etwas nach. Ohne Impulse von konjunktureller Seite stiegen die Kurse infolge von Positionsglattstellungen zum Wochenende an und verbuchten getrieben von mittleren und kurzen Laufzeiten moderate Gewinne. Die Umsätze lagen jedoch weit unter ihren Durchschnittswerten.

Die Rentenmärkte der Schuldenländer präsentierten sich in uneinheitlicher Verfassung. Die Risikoprämien 10-jähriger italienischer (5.76 %), spanischer (6.39 %) und portugiesischer Anleihen (9.38 %) ermäßigten sich im Wochenvergleich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 20, 37 bzw. 32 BP, In den Kernländern gongen die Renditeabstände von Staatspapieren aus Frankreich (2.12 %) und Belgien (2.57 %) zu ihren deutschen Pendants im gleichen Zeitraum um 4 bzw. 2 BP zurück, die der Niederlande (1.85 %) stiegen um 9 BP.

Die Kurse amerikanischer Staatsanleihen gaben trotz des überraschend freundlichen Umfrageergebnisses der University of Michigan zum Verbrauchervertrauen (73.6 nach 72.3) und dem Anstieg der Frühindikatoren (+0.4 %) im Juli einen kleinen Teil ihre im Vorfeld erzielten Gewinne und zeigen sich heute in Fernost wenig verändert.

Bund- (142.02) und Bobl- Kontrakt (127.05) legten 40 bzw.21 Stellen zu, der Schatz (110.865) ging 2 Ticks höher aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 1.505 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 155 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren 2 BP niedriger bei 1.81 %, der JGB- Future (143.56) verliert 3 Stellen. Der Euro verbilligt sich auf 1.233 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt auf 96.3 Dollar.

An der Datenfront wird es erst in der zweiten Wochenhälfte spannend, wenn die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes und aus dem Dienstleistungssektor einzelner Volkswirtschaften und des gesamten Euroraums für August veröffentlicht werden. Das belgische Unternehmensvertrauen am Freitag liefert einen Vorgeschmack auf das Ifo- Geschäftsklima in der Folgewoche.

In den USA richtet sich das Augenmerk auf Zahlen aus dem Immobiliensektor sowie zum Wochenschluss auf die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter.

Am Primärmarkt sind in dieser Woche die Aktivitäten überschaubar. Bislang ist nur die Emission einer neuen 2-jährigen Bundesschatzanweisung im Volumen von 5 Mrd. Euro sowie die Aufstockung 6- jähriger Gilts in Großbritannien geplant. Das amerikanische Schatzamt kündigt am Donnerstag die Volumina für anstehende Auktionen 2-, 5- und 7- jähriger Notes (99 Mrd. USD) an und versteigert 5- jährige TIPS im Volumen von 14 Mrd. USD. Am Geldmarkt sind heute die Niederlande und Frankreich aktiv, Spanien bietet morgen 12- und 18- monatige T- Bills an.

Technik:

Der Bund- Future setzte seine Korrektur im Abwärtstrend fort und schloss (142.02) 40 Stellen über Vortagsniveau. Im Wochenvergleich summieren sich die Verluste auf 136 Ticks. Die Ausgangslage bleibt angespannt, die Indikatoren auf Tagesbasis zeigen auf überverkauftem Niveau Stabilisierungsansätze. Im Wochenchart dominieren ebenfalls negative Vorzeichen, der Trend bei 141.94 konnte auf Wochensicht aber zurückerobert werden. Unterstützungen liegen bei 141.67 (Fibonacci von 140.78 bis 142.22), 141.45 (Tief v. 17.08.), 141.33 (Tief v. 15.08.), 141.08 (50 %- Retracement von 135.27 bis 146.89) und 140.78 (Tief v. 16.08.). Widerstände sehen wir bei 142.22/28 (Hoch v.17.08./Tief v.14.08), 142.45 (Hoch v. 15.08.), 142.61 (Tief v. 13.08.) und 143.00 (Trendlinie).

Unterstützungen 141.67 141.45 141.33
Widerstände 142.28 142.45 142.61

Disclaimer

Die Publikationen sind mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthalten jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in diesen Publikationen getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.
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