Donnerstag, 18. Dezember 2014


Marktkommentar Renten

Trading - Range: 136.26-137.41 / Tendenz: leichter

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Die Schuldenkrise ist vom Radar der Anleger verschwunden. Als sei nichts gewesen handeln die beteiligten Personen nach dem Motto: Alles wird gut! Geld ist in ausreichendem Maß vorhanden, latente Probleme in den Krisenländern (Griechenland, Spanien, Portugal) werden ausgeblendet. Wahlen in Frankreich, die Aufweichung des noch nicht einmal unterschriebenen Fiskalpaktes sowie Probleme im Bankensektor bremsen in keinster Weise den Risikoappetit der Investoren. Da ist böses Erwachen schon vorprogrammiert. Schaut man sich beispielsweise den Einbruch der Hauspreise in Spanien im 4. Quartal (-11.2 % nach -7.4 % im 3. Quartal) sowie der Eigenheimpreise (-13.7 % auf Jahresbasis) einmal an, muss einem bei dem geschätzten Bestand an Hypothekendarlehen spanischer Banken von ca. 400 Mrd. Euro Angst und Bange werden. Davon unbeeindruckt kaufen Anleger weiter spanische Staatsanleihen.

Die Iberer nahmen am Kapitalmarkt über 3- bis 6- jährige Anleihen insgesamt wieder 3 Mrd. Euro auf. Die Renditen lagen bei einem 4- bis 5-fachen Nachfrageüberhang durchweg deutlich unter den Zinssätzen der letzten Versteigerungen im Januar bzw. Februar diesen Jahres. Auch Frankreich besorgte sich ohne Probleme knapp 8.5 Mrd. Euro, wenngleich hier die Nachfrage etwas zu wünschen übrig ließ.

Bundesanleihen setzten ihren Kursabschwung angeführt von langen und mittleren Fälligkeiten fort. Allerdings nahm die Dynamik etwas ab und die 2 Prozent- Marke für 10-jährige Anleihen wurde bisher nicht überwunden. Bonds der EU- Peripherie waren dagegen mit Ausnahme spanischer Titel (5.15 %/+2 BP) weiter gesucht. Die Risikoaufschläge 10-jähriger italienischer (4.84 %), irischer (6.66 %) und portugiesischer (13.02 %) Anleihen ermäßigten sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2 bzw. 6 BP. Staatsanleihen aus Frankreich (2.95 %/+3 BP) gerieten nach der Auktion leicht unter Druck, belgische Titel (3.32 %) machten gegenüber ihren deutschen Pendants 6 BP gut.

Nach dem drastischen Renditeanstieg der vergangenen Tage konnten sich die Kurse amerikanischer Staatsanleihen trotz freundlicher Aktiennotierungen und positiver Konjunkturdaten etwas erholen. In New York (Empire- State Index 20.21 nach 19.53) hat sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe nur leicht aufgehellt, der Philadelphia- Fed- Index stieg von 10.2 auf 12.5 Punkte. Allerdings lag mit den niedrigeren Subkomponenten für neue Aufträge ein Schatten über den Zahlen. Die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel auf den tiefsten Stand seit 4 Jahren.

Der Bund- Kontrakt (136.45) schloss 27 Stellen leichter, Schatz (110.125) und Bobl (123.09) gingen 6 1/2 bzw. 24 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 1.97 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 169 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren 3 BP niedriger bei 2.30 %, der JGB- Future (141.30) legt 22 Ticks zu. Der Euro erholt sich auf 1.308 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 105.5 Dollar.

Zum Wochenschluss stehen in der Eurozone keine marktrelevanten Daten auf der Agenda. In den Vereinigten Staaten werden Verbraucherpreise (+0.4 %/2.9 %; Kernrate +0.2 %/2.2 %), Industrieproduktion (+0.4 %) und Kapazitätsauslastung (78.8 %) für Februar sowie die vorläufigen Umfrageergebnisse der University of Michigan zum Verbrauchervertrauen (76.0 nach 75.3) im März veröffentlicht.

Am Primärmarkt sind heute keine Emissionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. In der kommenden Woche versteigert einzig die Finanzagentur des Bundes 2-jährige Schatzanweisungen im Volumen von 5 Mrd. Euro. Der EFSF wird 5-, 25- und 30- jährige Anleihen sowie Geldmarktpapiere begeben, um die an Griechenland garantierten Zahlungen zu refinanzieren BNP Paribas Home Loan SFH begab einen 10-jährigen französischen Covered Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap +85 BP. Die Bayerische Landesbodenkreditanstalt (Garantie Freistaat Bayern) platzierte eine 7-jährige Anleihe im Volumen von 250 Mio. Euro bei Midswap +16 BP. Die NRW.BANK ist mit einer 5 1/2- jährigen Anleihe im Volumen von 500 Mio. Euro am Markt, die im Bereich Midswap +10 BP angeboten wird.

Technik:

Der Bund- Future setzte seine Abwärtsbewegung fort, markierte ein Tagestief bei 136.26 und schloss (136.45) 27 Stellen unter Vortagsniveau. Die Indikatoren sind klar nach Süden gerichtet, der seit Dezember letzten Jahres etablierte Trend bei 136.22 wurde jedoch verteidigt. Im Wochenchart ist der seit einem Jahr gültige Trend bei 138.55 Geschichte. Dennoch ist aufgrund des jetzt extrem überverkauften Niveaus mit einer Konsolidierung zu rechnen, Erholungsphasen dürften in Erwartung weiterer Kursverluste jedoch weiter zum Verkauf genutzt werden. Unterstützung sehen wir bei 136.26 (Tief v. 15.03./Trend), 136.04 (Tief v. 21.02.),135.80 (Tief v.10.02.), 135.52 (Tief v. 24.01.) und 135.22 (Tief v. 09.02.). Widerstände liegen bei 136.86 (Hoch v. 15.03.), 136.98, 137.14 (Fibonacci von 137.67 bis 136.26), 137.41 (Tief v. 01.03.) 137.62 (Trend) und im Bereich 137.67 (Hoch v. 14.03.) bis 137.75 (Gap).

Unterstützungen: 136.26 136.04 135,80
Widerstand: 136.86 137.14 137.41

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