Dienstag, 06. Dezember 2016


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Devisenfokus

Australischer Dollar

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) .
- Der Euro sowie andere europäische Währungen konnten in den letzten Wochen aufwerten. Als stärkster Verlierer gegenüber dem Euro erwies sich der Neuseeland-Dollar.
- Der Australische Dollar konnte in diesem Jahr nur wenig von der Euro-Schwäche profitieren, gab gegenüber dem US-Dollar sogar nach. Die langjährigen Kurstreiber China bzw. die Rohstoffpreise wurden zum Belastungsfaktor. Die australische Notenbank wird angesichts des immerhin soliden Wachstums ihren Leitzins vermutlich nicht noch weiter senken. Zudem sollten sich die Rohstoffpreise stabilisieren, so dass sich der "Aussie" gegenüber US-Dollar etwas festigen sollte. Gegenüber einem sich erholenden Euro ist jedoch von leichten Verlusten auszugehen.
- Helaba Währungsprognosen

AUD: Mit wenig Potenzial

Anleger suchen angesichts der extremen Geldpolitik der EZB nach Alternativen jenseits des Euro. Die letzten Wochen zeigten, dass auch um den US-Dollar nicht alles zum Besten steht. Als klassische Anlagewährung gilt der Australische Dollar. Doch verbuchten Investoren aus der Eurozone in Australien einen im Vergleich zu anderen Währungen seit Jahresbeginn eher mageren Gewinn von rund 5 %. Die Preisentwicklung der Rohstoffe, die den Großteil der Ausfuhren ausmachen, spielt Australien nicht mehr in die Karten. Als Hochzinswährung ist der "Aussie" ohnehin kaum noch zu bezeichnen, zumal die australische Notenbank ihren Leitzins jüngst auf 2,0 % reduzierte.

Steigende Rohstoffpreise trieben den Australischen Dollar rund zehn Jahre - bis 2011 - nach oben. Angefeuert wurde dieser Boom bei den Bodenschätzen vor allem aus China, das sich zur mit Abstand wichtigsten Exportdestination Australiens entwickelte. Nachdem wichtige Rohstoffindizes 2011 ihren Zenit erreichten, tendiert auch die australische Währung nach unten. Während das Minus gegenüber dem Euro geringfügig blieb, wertete der "Aussie" gegenüber dem US-Dollar in der Spitze mehr als 30 % ab und notiert aktuell bei 0,79.

Die chinesische Konjunkturlokomotive ist allmählich ins Stottern geraten, selbst wenn dank staatlicher Stimulierungsmaßnahmen das Bruttoinlandsprodukt 2015 noch über 6,5 % zulegen sollte. Statt Treiber wird China nun für die australische Wirtschaft zum Ballast. So fallen die australischen Exporte nach China um mehr als 20 % gegenüber dem Vorjahr, nicht zuletzt aufgrund nachlassender Rohstoffpreise. Eine leichte Erholung der Notierungen für Eisenerze und andere Bodenschätze bieten zumindest eine gewisse Hoffnung für den australischen Export.

Die Fixierung auf den Rohstoffsektor hat jedoch im Inland wirtschaftliche Konsequenzen. Nach jahrelanger Expansion schrumpfen die Investitionen im Bergbau spürbar und belasten das Wachstum. Die Aufwertung des Australischen Dollar verschlechterte darüber hinaus die Wettbewerbsfähigkeit im Verarbeitenden Gewerbe. Die Arbeitslosenquote kletterte in den letzten Jahren nach oben. Dank des privaten Konsums wächst die australische Wirtschaft dennoch solide, zudem stützt der Wohnungsbau. Nach 2,7 % im Vorjahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt 2015 nur etwas langsamer expandieren.

Die Inflation ist ölpreisbedingt zurückgekommen. Die Kernraten befinden sich bis auf weiteres im Zielkorridor der Notenbank und werden dort wegen des mäßigen Lohnwachstums auch bleiben. Die Reserve Bank (RBA) muss sich allerdings einerseits mit den Risiken eines sich überhitzenden Immobilienmarktes auseinandersetzen. Andererseits wünscht die Notenbank eine schwächere Währung als Kompensation für die gefallenen Rohstoffpreise. Nach der jüngsten Zinssenkung wird die RBA zunächst abwarten und den Leitzins für das restliche Jahr unverändert lassen.

Die Aussichten für die australische Währung hängen von den Rohstoffpreisen ab. Sollten sich die Notierungen weiter stabilisieren bzw. erholen, lässt der Druck auf die Notenbank nach. Entsprechend könnte der "Aussie" gegenüber der US-Währung bis Ende 2015 sogar etwas zulegen und sich wieder über 0,80 etablieren. Gegenüber dem Euro hingegen drohen leichte Verluste, ein Euro könnte sich von 1,41 auf 1,46 Australische Dollar verteuern. Denn ungeachtet der expansiven EZB-Politik ist der Zinsvorteil Australiens gegenüber deutschen Staatsanleihen so niedrig wie selten, der Wachstumsvorsprung fällt vergleichsweise gering aus. Eine wirklich attraktive Alternative stellt der Australische Dollar derzeit kaum da.
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