Freitag, 30. September 2016


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Devisenfokus US-Dollar

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) .
- Der Euro-Dollar-Kurs stabilisierte sich zuletzt auf niedrigem Niveau. Stärkste Währung aus den Industrieländern war die Norwegische Krone. In den Schwellenländern überragte der Russische Rubel mit einer drastischen Aufwertung.
- Der US-Dollar legte seit Mitte 2014 gegenüber dem Euro und vielen anderen Währungen massiv zu. Die Aussicht auf höhere US-Zinsen bzw. eine expansivere Geldpolitik anderswo stützten diese Bewegung. Allerdings wirkt die Aufwertung des US-Dollar auf Basis vieler fundamentaler und markttechnischer Faktoren deutlich überzogen, zumal der konjunkturelle Schwung in den USA nachgelassen hat. Die Dollar-Stärke dürfte daher auslaufen und der Euro-Dollar-Kurs sich bis auf 1,20 erholen.
- Helaba Währungsprognosen

USD: Verschnaufpause
Die US-Währung triumphiert am Devisenmarkt. Seit Mitte 2014 legte der Greenback nicht nur gegenüber dem schwächelnden Euro knapp 30 % zu, sondern er verzeichnete auch gegenüber fast allen Industrieländer- sowie vielen Schwellenländerwährungen zweistellige Kursgewinne. Mittlerweile wird schon von einigen Auguren ein neues Dollar-Zeitalter ausgerufen, das weitere Gewinne verheißt. Die vor nicht allzu langer Zeit geläufige Meinung eines Dollar-Niedergangs ist dagegen nicht mehr zu vernehmen.

Dollar-Hausse schon in der Spätphase
Abseits der kurzfristigen Bewegungen lassen sich beim Euro-Dollar-Kurs auch längerfristige Zyklen erkennen, die in der Regel 7 bis 9 Jahre andauern. Die aktuelle Dollar-Hausse hat jedoch nicht erst 2014 begonnen. Genau genommen erreichte der Euro-Dollar-Kurs bereits Mitte 2008, also vor knapp sieben Jahren, seinen Höchststand. Seitdem wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro auf, wenn auch nicht geradlinig. Beim handelsgewichteten US-Dollar fällt die Trendwende je nach Indexberechnung auf das Jahr 2008 oder 2011.

Divergierende Geldpolitik bisher als Treiber
Die fundamentale Untermauerung der Dollar-Aufwertung liegt in der Geldpolitik. Die US-Notenbank verabschiedete sich von ihrem Anleihekaufprogramm und öffnete sogar die Tür für Zinserhöhungen, auch wenn sie den genauen Zeitpunkt offen ließ. Dagegen werden viele andere Notenbanken expansiver. So wurden u.a. in Australien und Kanada die Leitzinsen gesenkt. Die EZB startete ihren Kauf von Staatsanleihen, dem die Bank of Japan bereits länger nachgeht.

Die US-Wirtschaft wächst in diesem Jahr vermutlich sehr solide, selbst wenn sich die Konjunkturdynamik im Winterhalbjahr spürbar abgeflacht hat. Der Arbeitsmarkt gesundet insgesamt - trotz zuletzt schwächerer Daten. Daher dürfte die Fed durchaus im Sommer erstmals seit neun Jahren ihren Leitzins anheben. Jedoch wird die US-Notenbank in ihrem Erhöhungszyklus nur langsam voranschreiten, zumal sich die Inflation auch in den USA auf sehr niedrigem Niveau befindet. Die bisherige Dollar-Aufwertung ist zumindest kein Argument für eine forcierte Zinswende.

Dollar-Aufwertung übertrieben
In den letzten Zyklen wertete der US-Dollar zumeist im Vorfeld einer Zinswende auf, gab aber im Anschluss einen Teil seiner Gewinne wieder ab. Zudem war in vergangenen Dollar-Haussen der US-Renditevorteil wesentlich ausgeprägter als aktuell. Andere Bewertungsindikatoren wie Kaufkraftparitäten oder reale Wechselkursindizes mahnen ebenfalls zur Vorsicht. Nachdem der USDollar 2008 bzw. 2011 noch stark unterbewertet war, ist die Währung nun handelsgewichtet deutlich, gegenüber dem Euro sogar stark überteuert. Die euphorische Stimmung zeigt sich ebenso im extrem hohen Ausmaß spekulativer Positionen auf den US-Dollar, was eher als Kontraindikator zu werten ist. Altbekannte US-Probleme wie das Haushalts- und Leistungsbilanzdefizit haben sich in den letzten Jahren zwar spürbar gemildert. Jedoch steht die Eurozone im Vergleich erheblich besser da.

Gegenbewegung wahrscheinlich
Die tatsächliche Zinswende könnte dem Greenback noch einen kurzzeitigen Schub geben. Gleiches gilt für neue Euro-Turbulenzen aufgrund von Griechenland. Das Kaufprogramm der EZB sollte jedoch nicht überschätzt werden, schließlich holen die Europäer nur nach, was die Fed bereits vorgelegt hat. Außerdem reduziert die sich verbessernde Konjunktur in der Eurozone den Handlungsdruck. Es spricht einiges dafür, dass der US-Dollar jüngst der Realität enteilt ist und zu stark aufgewertet hat. Deshalb ist im Jahresverlauf mit einer merklichen Gegenbewegung zu rechnen, die den Euro-Dollar-Kurs bis auf 1,20 führen kann. Dies wäre zumindest eine größere Verschnaufpause.
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