Samstag, 02. August 2014


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Katholische Verbände kritisieren Zuschussrente

Von der Leyens Vorschlag lässt die Lebensleistung außer Acht und verhindert Altersarmut auf Dauer nicht

(lifePR) (Köln/Berlin, ) Der Vorschlag von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, Altersarmut durch eine "Zuschussrente" zu bekämpfen, wird von den katholischen Verbänden scharf kritisiert. Alternativ bringen der Familienbund der Katholiken, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), die Katholische Landvolkbewegung Deutschlands (KLB) und das Kolpingwerk Deutschland ihr eigenes Rentenmodell in den Rentendialog der Bundesregierung ein.

"Wir bedauern sehr, dass das Sockelrentenmodell der Katholischen Verbände im Regierungsdialog bisher keine Berücksichtigung gefunden hat. Denn eine nachhaltige Vermeidung von Altersarmut wird im bestehenden System nicht funktionieren", so Ulrich Vollmer, Bundessekretär des Kolpingwerks Deutschland. Die Zuschussrente greife viel zu kurz, da die Hürden für die Aufstockung der Rentenbezüge viel zu hoch seien. "Nur wenige werden die Voraussetzungen erfüllen. Eine zunehmende Zahl von Menschen wird trotz dieser Zuschussrente auf die Grundsicherung im Alter angewiesen bleiben", erläutert Elisabeth Bußmann, Vorsitzende des Familienbunds der Katholiken. "Das trifft besonders auf viele Selbstständige zu", ergänzt Hildegard Frey, Vorstandsmitglied der Katholischen Landvolkbewegung Deutschlands.

Zwar begrüßen die Verbände, dass von der Leyens Entwurf Erziehungszeiten bei der Berechnung der erforderlichen Versicherungsjahre großzügig berücksichtigt. Dies werde den in Erziehung und Pflege erbrachten Leistungen jedoch nicht gerecht ."Eine echte Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten würde bedeuten, dass dadurch auch tatsächlich mehr Rentenanwartschaften aufgebaut werden. Die Zuschussrente jedoch bleibt wie die Grundsicherung im Alter bedürftigkeitsorientiert und belohnt nicht Lebensleistung" betont Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der kfd. Und der Bundesvorsitzende der KAB, Georg Hupfauer, stellt fest: "Altersarmut lässt sich nur bekämpfen, wenn Renten in Zukunft nicht mehr ausschließlich auf Erwerbsarbeit beruhen."

Die katholischen Verbände sind überzeugt, dass ihr Rentenmodell durch dieEinführung einer existenzsichernden Sockelrente langfristig nicht nur Armutverhindert, sondern auch Anreize schafft, in das solidarische undleistungsbezogene System der gesetzlichen Rentenversicherung einzuzahlen.Darüber hinaus führt die bessere Anerkennung der Kindererziehungszeitenverbunden mit dem existenzsichernden Sockel zu einer echten Anerkennung derErziehungsleistungen von Eltern.

Hintergrund:

In ihrem alternativen Rentenmodell wollen die katholischen Verbände mit der Sockelrente eine weitere Säule in der gesetzlichen Alterssicherung einführen. So soll der Faktor Arbeit entlastet und allen Menschen in Deutschland eine eigenständige Alterssicherung ermöglicht werden. Basis der Sockelrente ist die Einbeziehung aller in das System der solidarischen Alterssicherung. Bei den Beitragszahlungen zur Sockelrente sollen zudem alle Einkünfte berücksichtigt werden. Die Sockelrente wird zusätzlich zur Arbeitnehmerpflichtversicherung und der betrieblichen sowie der privaten Altersvorsorge aufgebaut.
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Über den KAB Deutschlands e.V.

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Deutschlands zählt 150.000 Mitglied in rund 2.500 Vereinen. Die KAB ist ein Berufsverband mit sozialpolitischen Zielsetzungen. Diese werden umgesetzt durch Bildungsangebote, Aktionen und Kampagnen sowie in Dienstleistungen zu Arbeits- und Sozialrechtsschutz und spirituell-religiösen Angeboten.

Die KAB gemeinsam mit Kolpingwerk Deutschland, Familienbund der Katholiken, Kath. Frauengemeinschaft und Kath. Landvolk Mitglied im Bündnis Sockelrente. Mehr Infos unter www.buendnis-sockelrente.de

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