Samstag, 10. Dezember 2016


US-Notenbank senkt Zinsen nur leicht

Der Interhyp-Zinskommentar vom 02. Mai 2008 (von Robert Haselsteiner - Gründer und Co-CEO der Interhyp AG)

(lifePR) (München, ) Die US-Notenbank hat diese Woche die Leitzinsen nur geringfügig um 0,25 Prozentpunkte auf nunmehr 2,00% herabgesetzt. Damit hat sie zwei Signale gesetzt: Ja, die US-Konjunktur steht weiter unter Druck und benötigt Unterstützung von Seiten der Zinspolitik. Andererseits sind die Inflationsraten hartnäckig hoch und zu rasche und kräftige weitere Zinssenkungen würden das Vertrauen in die langfristige Stabilität untergraben. Die Investoren haben zunächst mit Käufen von langlaufenden Staatsanleihen reagiert und damit sind die Renditen um rund 0,15 Prozentpunkte gesunken. Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Monaten vorerst mit keiner weiteren Leitzinssenkung in Amerika zu rechnen ist. Diese Ansicht scheint auch der Devisenmarkt zu teilen, auf dem der Euro von fast 1,60 Dollar auf 1,5450 Dollar nach unten korrigiert hat. Die langfristigen Zinsen in Euroland sind ohne nennenswerte neue Erkenntnisse in Europa selbst leicht mit den US-Zinsen nach unten gegangen. Sollte sich aber in den nächsten Wochen in den USA das Bild festigen, dass die US-Notenbank nicht mehr die Zinsen senken muss, wird auch die stabile Zinspolitik der EZB bestätigt. Damit würde der Spielraum für niedrigere Langfristzinsen vorerst sehr sehr gering sein. Wir gehen für die nächsten Monate von einem leichten Aufwärtsdruck bei den Kapitalmarktzinsen und damit auch bei den Baugeldzinsen aus.


Unsere Empfehlung bleibt daher, mit langen Laufzeiten für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Eine Spekulation auf sinkende Zinsen halten wir dagegen für gefährlich. Gerade Anschlussfinanzierungskunden sollten hier Risiko und Chance klar abwägen. Besonders 15- und 20-jährige Zinsbindungen bieten gute Möglichkeiten, Sicherheit und Flexibilität zu kombinieren, da nach 10 Jahren ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht besteht. Viele unserer Banken bieten durch den Einbau von KfW-Mitteln Optimierungsmöglichkeiten für Eigennutzer und die weiterhin günstigen Forward-Aufschläge sollten von Anschlussfinanzierern ebenfalls konsequent genutzt werden. Die Zinsaufschläge für Forward-Darlehen würden bei einer steileren Zinsstrukturkurve wieder ansteigen und die Absicherung des Verlängerungszinssatzes teurer machen. Mieter müssen vor dem Hintergrund höherer Inflationsraten und stark gestiegener Neubaukosten in den nächsten Jahren mit Mietpreissteigerungen rechnen und sollten sich nicht von der stabilen Entwicklung der letzten 10 Jahre blenden lassen. Diese waren historisch gesehen höchst untypisch und das Resultat eines Überangebotes aus den frühen 1990er Jahren und historisch niedriger Inflationsraten. Der Inflationstrend hat aber gedreht. Kombiniert mit den günstigen Finanzierungschancen bieten sich daher sehr gute Einstiegsgelegenheiten am Wohnimmobilienmarkt. Darüber sollte jeder Mieter intensiv nachdenken.


Die Bestsätze bei Annuitätendarlehen für fünf Jahre liegen derzeit bei 4,60%, für zehn Jahre bei 4,70%, für 15 Jahre bei 4,95% und für 20 Jahre bei 5,11% effektiv.

Tendenz kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts
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