Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Finanzkrise wirbelt Zinsen durcheinander

Der Interhyp-Zinskommentar vom 19. September 2008 von Robert Haselsteiner - Gründer und Co-CEO der Interhyp AG

(lifePR) (München, ) Die dramatische Zuspitzung der US-Bankenkrise in der vergangenen Woche hat zu einer Berg- und Talfahrt an den Kapitalmärkten geführt. Während sich die Aktienmärkte, getrieben durch hohen Verkaufsdruck, weltweit abwärts bewegten, hat die starke Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen als Parkposition die Renditen sinken lassen. Erst mit der gestrigen Ankündigung der US-Notenbank (Fed) und des US-Finanzministers, an diesem Wochenende ein großes Sanierungspaket für die US-Finanzwirtschaft zu schnüren, ist es zu einer vorläufigen Beruhigung und damit auch zu einer Gegenbewegung an den Aktien- und Anleihemärkten gekommen. Schon in den vergangenen Tagen haben die Notenbanken weltweit dem Finanzsystem viel Liquidität zugeführt, um Banken mit Refinanzierungsmöglichkeiten auszustatten. Die Leitzinsen haben aber sowohl die Fed als auch die Europäische Zentralbank vorerst unverändert belassen. Inzwischen ist jedoch mittelfristig davon auszugehen, dass die noch vor kurzem befürchteten Leitzinserhöhungen nicht kommen werden. Die Konjunkturaussichten für 2009 haben sich in den letzten Wochen signifikant verschlechtert und auch die Rohstoff- und Energiepreise haben kräftig nach unten korrigiert. Aufgrund dieser Faktoren werden sowohl der direkte Preisdruck nachlassen als auch die Spielräume für Lohnerhöhungen geringer. Dies macht inflationstreibende Sekundäreffekte unwahrscheinlicher. Vor diesem Hintergrund steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir in 2009 Leitzinssenkungen sehen werden und auch der Spielraum bei den langfristigen Zinsen für Staatsanleihen nach oben mittelfristig beschränkt ist.


Da für Baufinanzierungskonditionen in Deutschland jedoch nicht die Bundesanleihen, sondern die Renditen von Pfandbriefen als Referenz gelten, ist für Finanzierungskunden besonders wichtig, wie sich die Risikoaufschläge dort entwickeln. Hier haben wir im Laufe der Woche eine Ausweitung gesehen. Daher ist davon auszugehen, dass mit den höheren Pfandbriefrenditen in den nächsten Tagen auch die Konditionen für Baugeld um 0,20 bis 0,30 Prozentpunkte ansteigen werden. Kunden sollten also ihre Finanzierungskonditionen sehr rasch festzurren. Anschlussfinanzierungskunden, die derzeit den Markt beobachten, sollten ganz kurzfristig diese Chance ergreifen. Die immer noch flache Zinskurve hält den Aufpreis für Kalkulationssicherheit über lange Laufzeiten vorerst gering. Zudem sollten Anschlussfinanzierer die aktuelle Phase, in der es Forward-Darlehen ohne Aufschlag gibt, rasch nutzen. Schon jetzt auf bis zu 5 Jahre Zinssicherheit zum Nulltarif erlangen zu können, ist eine seltene Gelegenheit!

Die Bestsätze bei Annuitätendarlehen für fünf Jahre liegen derzeit bei 4,61%, für zehn Jahre bei 4,84%, für 15 Jahre bei 4,99%, für 20 Jahre bei 5,00% und für 25 Jahre bei 5,15% effektiv.

Tendenz
- kurzfristig: aufwärts
- mittelfristig: seitwärts
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