Freitag, 09. Dezember 2016


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Kinder und Jugendliche besser und früher fördern

Ausbildungspakt im Dialog mit Bundes- und Landtagsabgeordneten

(lifePR) (Heilbronn, ) Jüngst haben die Partner des Ausbildungspaktes Heilbronn-Franken bei einem Gespräch mit Bundes- und Landtagsabgeordneten der Region im Heilbronner Haus der Wirtschaft (IHK) die Ausbildungssituation in Heilbronn-Franken vorgestellt. Längerfristig ist die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt alarmierend. 2020 könnte einer Modellrechnung der Ausbildungspaktpartner zufolge mehr als jeder zweite angebotene Ausbildungsplatz unbesetzt bleiben. Die Abgeordneten unterstützen deshalb die Maßnahmen, die die regionalen Ausbildungspaktpartner zur Verbesserung der Ausbildungsreife von Jugendlichen in Heilbronn-Franken vorgeschlagen haben.

Im vergangenen Jahr sind mehr Jugendliche in der dualen Ausbildung sowie in weiterführenden Schulen untergekommen als die Schule verlassen haben. Schon bald müssen die Unternehmen mit einem massiven Bewerbermangel für ihre Ausbildungsplätze rechnen. Dringend notwendig ist es deshalb, die Ausbildungsreife der Jugendlichen in der Region Heilbronn-Franken weiter zu verbessern. Diese Eckpunkte zur regionalen Ausbildungssituation haben die Partner des Ausbildungspaktes Heilbronn-Franken am 8. März Land- und Bundestagsabgeordneten der Region in der Heilbronner IHK vorgestellt und mit ihnen diskutiert.

Massiver Bewerbermangel droht

"Wir werden uns schon bald nicht mehr darüber Gedanken machen, wie wir die Jugendlichen in die Ausbildung bringen, sondern wie wir die vorhandenen Ausbildungsplätze besetzen können", unterstrich IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger während des Gesprächs. Der IHK-Ausbildungsumfrage 2010 zufolge seien bereits heute in 80 Prozent aller Fälle, in denen ein Ausbildungsplatz unbesetzt bleibt, von den Firmen keine geeigneten Bewerber gefunden worden. Immerhin knapp 50 Prozent der befragten Unternehmen registrieren bereits rückläufige Bewerberzahlen. Als größtes Ausbildungshemmnis geben die Firmen mit über 77 Prozent die fehlende Ausbildungsreife der Jugendlichen an. Sie beklagen Mängel bei elementaren Rechenfertigkeiten (55,7 Prozent), im mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen (52,1 Prozent), in der Disziplin (48,4 Prozent) sowie Belastbarkeit, Leistungsbereitschaft und den Umgangsformen (jeweils über 40 Prozent). Sechs von zehn Unternehmen reagieren darauf durch interne Nachhilfemaßnahmen.

Angesichts rückläufiger regionaler Schulabgängerzahlen, zwischen 2009 und 2012 sollen sie sich einer Modellrechnung zufolge von über 17 000 auf 8 200 mehr als halbieren, plädieren die Paktpartner dafür, sich wesentlich stärker als bisher für die Ausbildungsreife der Jugendlichen einzusetzen. Andernfalls drohen aufgrund fehlender Fach- und Führungskräfte massive Standortprobleme.

Sprachförderung bereits im Vorschulalter

Die Abgeordneten dankten den Paktpartnern für die informative Übersicht. Einig waren sich die Gesprächspartner darin, dass in die vorschulische Förderung mehr investiert werden müsse. Neben der Sprachdiagnostik müsse im Kindergarten mit der Sprachförderung begonnen werden, damit alle Kinder beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulbesuch und damit auch für eine entsprechende berufliche Karriere haben. Die Politiker unterstützen ebenfalls die Forderung der Ausbildungspaktpartner, Patenschaften zwischen Schulen und Unternehmen weiter zu intensivieren. Dadurch werde nicht nur die Ausbildungsreife der Jugendlichen gefördert. Die Jugendlichen erhielten so ebenfalls eine bessere Berufsorientierung und wüssten besser, was sie in der Ausbildung erwartet. Wie wichtig die Verbesserung der Ausbildungsreife der Jugendlichen ist, unterstreicht eine Zahl der Heilbronner Agentur für Arbeit. Allein im vergangenen Jahr hat sie für berufsvorbereitende Maßnahmen rund 5,7 Mio. Euro ausgegeben.

Konsens bestand ebenfalls darüber, dass beim Thema Ausbildung Wirtschaft, Schule, Elternhaus und Schüler gemeinsam an einem Strang ziehen müssen. Auch die Forderung der Ausbildungspaktpartner nach einer Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher Weiterbildung und Hochschule fand die ungeteilte Zustimmung der Abgeordneten.

So zieht auch IHK-Präsident Thomas Philippiak ein positives Fazit des Gesprächs: "Der demografische Wandel stellt Gesellschaft und Unternehmen vor riesige Herausforderungen. Wir müssen hier auch als Region Farbe bekennen und uns gemeinsam für eine verbesserte Ausbildungsreife und für bessere Bildungschancen unserer Jugendlichen einsetzen. Wir sind dankbar dafür, in diesem Prozess auch die Abgeordneten aus unserer Region an unserer Seite zu wissen."

Der Dialog zwischen den Partnern des Ausbildungspaktes und den Abgeordneten soll fortgesetzt werden.

Die Präsentation zum Gespräch ist im Internet unter www.heilbronn.ihk.de, Dokument-Nr. AWB002155, als pdf-Download verfügbar.

Bild: Engagement für Ausbildung - (von li.) Martin Diepgen (Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Heilbronn), Eberhard Gienger (MdB), Dr. Bernhard Lasotta (MdL), IHK-Präsident Thomas Philippiak, IHK-Geschäftsführerin Berufsbildung Renate Rabe, Josip Juratovic (MdB), Rolf Blaettner (Arbeitgeberverband Heilbronn-Franken), Reinhold Gall (MdL), Thomas Strobl (MdB), IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger, Kerstin Lüchtenborg (HWK Heilbronn-Franken).
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Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken

Die IHK Heilbronn-Franken, die Handwerkskammer Heilbronn-Franken, der Arbeitgeberverband Heilbronn-Franken e. V. und die Agenturen für Arbeit Heilbronn, Schwäbisch Hall und Tauberbischofsheim hatten Mitte 2004 erstmals einen regionalen Ausbildungspakt geschlossen und damit als erste Region den bundesweiten Ausbildungspakt regional umgesetzt. In diesem Jahr soll er erneuert werden.

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