Sonntag, 11. Dezember 2016


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Innovative Wohnkonzepte in der Wilhelmsburger Marschlandschaft

IBA-Workshopverfahren "Klimahäuser Haulander Weg" entschieden

(lifePR) (Hamburg, ) Ein neuer Umgang mit dem Landschaftsbild war gefragt beim Workshopverfahren "Klimahäuser Haulander Weg" in Wilhelmsburg, das die IBA Hamburg initiiert hatte. Maximal 400 Wohnungen könnten im Rahmen dieses Projekts am südlichen Rand der internationalen gartenschau hamburg 2013 entstehen. Die Planungsaufgabe für die sechs teilnehmenden Teams aus Stadt- und Landschaftsplanern, Energiefachleuten und Ingenieuren der Siedlungs- und Wasserwirtschaft bestand darin, einen neuen Typus für eine Siedlungsstruktur zu entwicklen, die das Landschaftsbild nicht dominiert, sondern sich der umgebenden Marschlandschaft anpasst und bereits im Städtebau eine optimale Infrastruktur bezogen auf die Themen Wasser und Energie anlegt. Eine elfköpfige Jury unter dem Vorsitz der Münchner Architektin und Stadtplanerin Prof. Christiane Thalgott kürte jetzt den Entwurf eines Hamburger Teams zum Sieger des Workshopverfahrens (Spengler Wiescholek Architekten und Stadtplaner, Kontor Freiraumplanung, Büro für Energie- und Lichtplanung, B&O Ingenieure GbR). Die Arbeit soll nun die Grundlage für die weitere Bearbeitung des Projektes bilden.

"Ein Wohnen mit der Landschaft zu entwickeln, das war die Aufgabe für die Planerteams", beschreibt IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg die besondere Herausforderung des Wettbewerbs. "Der individuell auf den Planungsraum zugeschnittene Siegerentwurf zeigt ein plausibles Konzept für den Erhalt der umgebenden Marschlandschaft bei gleichzeitiger Nutzbarmachung des Gebiets für eine weitere Entwicklung Wilhelmsburgs." Die Marschlandschaft rund um den Haulander Weg, zwischen Georg-Wilhelm-Straße und zukünftigem Park der internationalen gartenschau hamburg 2013 ist bisher infrastrukturell nicht erschlossen. Die eingereichten Entwürfe der insgesamt sechs Teams, die nach einem Bewerbungsverfahren zur Bearbeitung der komplexen Aufgabe eingeladen worden waren, zeigen unterschiedlichste, sehr professionell ausgearbeitete Lösungsvorschläge, die sich jeweils in ganz eigener Weise mit dem besonderen Ort auseinandersetzen.

Dazu Juryvorsitzende Prof. Christiane Thalgott: "Innovative Konzepte und Ideen, die die Landschaft, Wiesen und Wettern sowie neue Häuser für die Zukunft nachhaltig gestalten, waren von den Architektinnen und Architekten mit ihren Teams für das Gebiet am Haulander Weg gefordert. Attraktive, moderne Wohnhäuser sollen in der typischen Marschlandschaft entstehen und die Menschen auf die Elbinsel nach Wilhelmsburg locken. Die Arbeit des 1. Preises hat diese Aufgabe eindrucksvoll und überzeugend gemeistert." Der Entwurf sieht eine Wohnbebauung auf Warften vor, die sich ausschließlich auf den Randbereich des Plangebiets erstreckt. Dabei bleibt der Innenraum mit Wiesen und Wettern (Entwässerungsgräben) weitgehend unberührt.

Vor Bebauungsentscheidung weitere Ausarbeitung des Siegerentwurfs

Eine Überarbeitung des Siegerentwurfs erfolgt jetzt kurzfristig: So sollen z.B. die das Plangebiet nach Osten abschließenden Mehrfamilienhäuser eine geringere Höhe erhalten, im Entwurf waren bis zu zehn Stockwerke vorgesehen. Gleichzeitig werden Experten die Arbeit unter stadtwirtschaftlichen Gesichtspunkten weiter prüfen. Bei der Überarbeitung können die Forschungsressourcen des Klima-Forschungsprojektes KLIMZUG-NORD genutzt werden, das Projekt "Klimahäuser Haulander Weg" gehört seit 2009 zu den Pilotprojekten des Forschungsprojekts. Der überarbeitete Entwurf bildet dann die Grundlage zu einer Prüfung, ob es zu einer Bebauung kommen kann oder nicht. Eine Entscheidung wird bis Ende des Jahres erwartet.

Weitere Preisträger ausgezeichnet

Ausgezeichnet wurden neben dem Team um Spengler Wiescholek Architekten und Stadtplaner zwei weitere Arbeitsgemeinschaften: LRW Architekten und Stadtplaner Loosen, Rüschoff + Winkler, aus Hamburg mit STUDIO URBANE LANDSCHAFTEN: OSP Ohrt - von Seggern - Partner, Hamburg, Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH, Hamburg und TSB Ingenieurgesellschaft mbH, Darmstadt (2. Rang) sowie ASTOC GmbH & Co.KG, Architects & Planners aus Köln mit RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, PAUL WURTH UMWELTTECHNIK GmbH, Civil Constructions, Aachen und WTM Engineers GmbH; Hamburg (3. Rang).

Ausstellung der Workshopbeiträge

Die Arbeiten des Workshopverfahrens werden ab sofort bis einschließlich 28. März 2010 in der Werkstattschau IBA at WORK am Berta-Kröger-Platz in Wilhelmsburg ausgestellt. Eine Dokumentation zum Workshopverfahren wird zurzeit vorbereitet.
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