Samstag, 01. Oktober 2016


"Wissenschaftliche Spitzenleistungen" ausgezeichnet

Prof. Dr. Ulrich Krupp und Prof. Dr. Sandra Rosenberger von der Hochschule Osnabrück erhalten Innovationspreise der Konrad Schäfer Stiftung

(lifePR) (Osnabrück, ) Spitzenleistungen in den Ingenieurwissenschaften zu fördern: Diesem Ziel hat sich die vor sieben Jahren gegründete Konrad Schäfer Stiftung verschrieben. Seitdem zeichnen die beiden Stifter, Konrad Albert Schaefer und Marion Diekmann, herausragende Forschungsleistungen an der Hochschule Osnabrück aus.

In diesem Jahr freuen sich Prof. Dr. Ulrich Krupp und Prof. Dr. Sandra Rosenberger über die "Innovationspreise für wissenschaftliche und technische Spitzenleistungen". Die beiden Preisträger kommen von der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI). Sie arbeiten eng mit regionalen Firmen zusammen, sind aber auch bestens in der weltweiten Wissenschaftsgemeinde vernetzt: Vorträge auf internationalen Konferenzen, Betreuung von Gastwissenschaftlern aus dem Ausland und fachübergreifende Forschungskooperationen sind nur einige Beispiele ihrer Arbeit.

Prof. Sandra Rosenberger hat ihren Innovationspreis für die Entwicklung einer "energieeffizienten Gärrestaufbereitung" erhalten. Im Mittelpunkt dieses Verfahrens stehen Gärreste, die in Biogasanlagen neben Biogas, Strom und Wärme entstehen. Sie enthalten wertvolle Düngemittel wie Phosphor, Stickstoff und Kalium. Oft gibt es am Standort von Biogasanlagen keinen Bedarf an Düngemitteln, sodass überschüssige Gülle und Gärreste per Lkw in andere Regionen gefahren werden. "Da Gärreste hauptsächlich aus Wasser bestehen, ist solch ein Transport weder ökologisch noch wirtschaftlich", erklärt die Forscherin. Deshalb entwickelt sie mit ihrem Team ein technisches Verfahren, das Gärreste direkt vor Ort in sauberes Wasser einerseits und konzentrierten, wirtschaftlich transportierbaren Dünger andererseits trennt. Das innovative Projekt in Kooperation mit der A3 Water Solutions GmbH wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Mit einem weiteren Innovationspreis ehrt die Konrad Schäfer Stiftung die Arbeit von Prof. Ulrich Krupp zum Thema "Unendliche Lebensdauer von Konstruktionswerkstoffen" - auch dies ist ein hochaktuelles Forschungsgebiet. Schließlich nutzen wir alle tagtäglich Fahrräder, Autos, Bahnen und Flugzeuge, um zur Arbeit zu kommen, in den Urlaub zu gelangen oder Familie und Freunde zu besuchen. Ebenso selbstverständlich ist uns die uneingeschränkte Verfügbarkeit von Strom. "Dass Mobilität und Energieerzeugung aber immer komplexere Herausforderungen an die Werkstoffe stellen, rückt oft erst dann in den Fokus, wenn es zu Anlagenschäden oder gar Unfällen kommt", weiß Prof. Krupp. Als schlimmes Beispiel nennt er einen ermüdungsbedingten Radreifenbruch, der 1998 zum Entgleisen eines ICE bei Eschede geführt hat. Aber wie kann man das Werkstoffverhalten von Rädern während einer Milliarde Umdrehungen korrekt vorhersagen? Welche Veränderungen im Werkstoff führen irgendwann zum Bruch von Maschinenbauteilen? - Um dies zu verstehen, schaut die Forschergruppe von Prof. Krupp tief in das Innere der Werkstoffe hinein. Sein Team entwickelt ein System, mit dem einerseits kleine Werkstoffproben durch Ultraschall-Anregung - also mit rund 20.000 Zyklen pro Sekunde - ermüdet werden. Andererseits werden gleichzeitig mikrostrukturelle Veränderungen im hochauflösenden Rasterelektronenmikroskop beobachtet. "Die Beobachtung dieser Veränderungen und deren physikalische Interpretation eröffnen nicht nur für die Lebensdauerabschätzung und sichere Dimensionierung hoch beanspruchter Bauteile neue Wege", so der Forscher. Vielmehr erlaube das neue System ein gezieltes Materialdesign zur Realisierung ermüdungsresistenter Leichtbaustrukturen.

"Die beiden Preisträger und ihre Teams betreiben anwendungsorientierte Forschung auf einem Spitzenniveau", betont Dekan der Fakultät IuI, Prof. Dr. Alexander Schmehmann. "Von ihren Projekten profitieren nicht nur Kooperationspartner aus der Industrie, sondern auch unsere Master-Studierenden, die daran mitwirken und so erste Berufserfahrungen sammeln können."

Seit der Stiftungsgründung im Jahr 2008 haben Konrad Albert Schaefer und Marion Diekmann insgesamt acht Forscher der Hochschule Osnabrück ausgezeichnet. Der Innovationspreis ist mit 5.000 Euro dotiert. "Ich freue mich immer wieder aufs Neue, aktuelle Forschungsarbeiten, aber auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler selbst und ihre Teams persönlich kennenzulernen", betont der Preisstifter. Auch Studierende werden von seiner Stiftung gefördert - deshalb hat Schaefer einen guten Einblick in den Lehr- und Forschungsbetrieb der HS Osnabrück. Sie sei vielseitig ausgerichtet, gut aufgestellt und modern ausgerüstet, lobt der Förderer. "Die Hochschule bildet ihre Studierenden hervorragend aus und übernimmt in enger Zusammenarbeit mit der Industrie sehr erfolgreich Forschungs- und Entwicklungsaufgaben."
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