Freitag, 18. April 2014


Wie teuer ist "ein Quadratmeter Lehre"? HIS ermittelt Ersteinrichtungskosten von Hochschulgebäuden

(lifePR) (Hannover, ) Mit welchen Kosten muss für die Ersteinrichtung eines Hochschulbaus gerechnet werden, um eine arbeitsfähige und zeitgemäße Ausstattung zu gewährleisten? Die HIS Hochschul-Informations-System GmbH liefert mit ihrer neuen Publikation "Ersteinrichtungskosten von Hochschul- und Forschungsgebäuden" gleich mehrere neue, flächenbezogene Ersteinrichtungskennwerte für die Kostenplanung verschiedener Hochschulgebäudetypen.

Für die Budgetierung von Ersteinrichtungskosten im Hochschulbau wird bis dato auf Kennwerte des 35. Rahmenplans für den Hochschulbau zurückgegriffen. Diese Werte wurden vor über 20 Jahren ermittelt; sie spiegeln somit nicht nur den Preisstand, sondern auch den technologischen Entwicklungsstand der 1980er Jahre wider. Darum legt die HIS GmbH neue Kennwerte für verschiedene Gebäudetypen in ihrem HIS:Forum Hochschule 20|2011 vor.

Die Publikation unterscheidet sechs Kennwertgruppen: Geisteswissenschaften, Verwaltung, Biologie/Chemie/Pharmazie, Physik, Strukturwissenschaften und Maschinenbau. Die neuen Ersteinrichtungskennwerte beinhalten nunmehr auch die EDV-Kosten, die im Wesentlichen für Kostensteigerungen in den meisten Kennwertgruppen verantwortlich sind. Die betrachteten Ersteinrichtungen umfassen gemäß DIN 276 die Kosten der Kostengruppe 610 Ausstattung, die insbesondere Mobiliar, EDV und wissenschaftlich-technisches Gerät einschließt - ausgenommen bleiben jedoch Einbauten und Großgeräte.

So müssen die Hochschulen für den Neubau von Institutsgebäuden für Physik 780 €/m² und für Maschinenbau 500 €/m² veranschlagen. Der Kennwert für den Fachbereich Chemie/Pharmazie und Biologie hingegen ist gegenüber dem alten Kennwertbereichsmittel mit 685 €/m² nahezu stabil geblieben.

Neu ist die Kennwertgruppe Strukturwissenschaften, in der vorrangig theoretisch-computerbezogen arbeitende Lehr- und Forschungsgebiete zusammengefasst werden. Dazu zählen neben der Informatik und Mathematik auch die angewandten Strukturwissenschaften der theoretischen Natur- und Ingenieurwissenschaften. Maßgeblichen Anteil an den Ersteinrichtungskosten von 525 €/m² hat auch in diesem Bereich die EDV-Ausstattung.

Im Bereich der "theoretischen" Hochschulgebäude kann fortan zwischen geisteswissenschaftlichen Institutsgebäuden und Verwaltungsgebäuden unterschieden werden. Während geisteswissenschaftliche Institutsgebäude in der Idealbemessung neben Büroflächen auch theoretische Lehrräume und studentische Flächen beinhalten und mit 220 €/m² auskommen, beschränkt sich das idealisierte Verwaltungsgebäude auf die Büronutzung. Der höhere Büroflächenanteil bzw. die höhere Arbeitsplatzdichte in der Verwaltung führt zu einem höheren Ersteinrichtungskennwert von 270 €/m².

Zur leichteren Anwendung der Kennwerte legen die HIS-Autoren eine einheitliche Tabelle der Baukostenricht- und Ersteinrichtungskennwerte obenauf: Neben den bekannten Baukostenrichtwerten der Bauministerkonferenz (sowie den zugeordneten, alten Ersteinrichtungskennwerten) sind auch alle bereits neu ermittelten Ersteinrichtungskennwerte der HIS GmbH eingepflegt.

Weitere Kennwerte sind in Bearbeitung: Bei der Ausstattung von Hörsälen und Seminarräumen wecken neue technische Möglichkeiten bei Lehrenden und Studierenden Wünsche nach multimedialer "Aufrüstung". Das HIS-Projektteam definiert darum nun auch inhaltliche Ausstattungsstandards für diesen Gebäudetyp und erarbeitet Anwendungsempfehlungen. Die Veröffentlichung ist für Ende 2012 geplant.
Diese Pressemitteilung posten:

Weitere Pressemitteilungen dieses Herausgebers

Disclaimer