Samstag, 01. Oktober 2016


Gymnasium 2020 auf dem Prüfstand

Kammerpräsident Walter Tschischka: "Autoren sitzen im Elfenbeinturm"

(lifePR) (Mannheim, ) Es sei grundsätzlich richtig, das bisherige Konzept des Gymnasiums zu überdenken, lobte der Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, Walter Tschischka ein Papier des Arbeitskreises Gymnasium 2020, das derzeit landespolitische Wellen schlägt. Leider, so monierte er, gingen dessen Vorschläge in die falsche Richtung. Es dürfe nicht Ziel der Schulpolitik sein, möglichst viele Schüler zum Abitur zu führen: "Den Fokus ausschließlich auf die Hinführung zum Hochschulstudium zu richten, ist ein grober Fehler." Tschischka sieht Nachbesserungsbedarf, aber zuvor müssten die Autoren ihren Elfenbeinturm verlassen.

"Das Handwerk bietet in über 130 Berufen lohnenswerte Alternativen zum Studium an", stellte Tschischka klar. Die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald vermisse in dem vorgelegten Papier konkrete Vorschläge zur Berufsorientierung an Gymnasien, zum Angebot der Mittleren Reife an Gymnasien, zum Übergang in Ausbildung oder ganz allgemein zur Prävention von Studienabbrüchen. Zudem sei die Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen Real- und Gemeinschaftsschulen zum Gymnasium zwar wichtig, doch dürfe diese nicht auf Kosten der Qualität der baden-württembergischen Hochschulreife verfolgt werden. Auch das Handwerk sei in bestimmten Gewerken auf leistungsstarke Abiturienten mit hohen Kompetenzen im MINT-Bereich angewiesen.

Tschischka erinnerte in diesem Zusammenhang an die Forderung der Handwerkskammer Mannheim nach einem Schulfrieden im Land. Aufgabe der Politiker im Landtag sei es, für die bestmöglichen Bildungsangebote im Land zu sorgen und nicht, jetzt schon auf Kosten der Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Betriebe vorgezogenen Landtagswahlkampf zu betreiben. Es gehe nicht darum, Denkverbote zu erteilen. Denn jedem sei bewusst, dass immer mehr Schüler auf das Gymnasium streben, dessen Schülerschaft heterogener wird und viele nach der Unterstufe auf eine Real- oder Gemeinschaftsschule wechseln müssen. Außerdem beklage auch die Politik die hohe Anzahl von Studienabbrechern: "In Summe ist dies doch durchaus Anlass genug, das Konzept des Gymnasiums auf den Prüfstand zu stellen."
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