Freitag, 02. Dezember 2016


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Handwerk in Sachsen wartet auf Breitband

Betriebe sehen Chancen der Digitalisierung - Digitale Infrastruktur muss ausgebaut werden

(lifePR) (Dresden, ) Am Sonntagabend eröffnete in Hannover die CeBIT unter dem Motto d!conomy. Die Computermesse stellt in diesem Jahr die digitale Wirtschaft in den Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt ist dabei das Thema Industrie 4.0. Besser wäre die Bezeichnung Wirtschaft 4.0, da auch das Handwerk und der Mittelstand denselben Prozess durchlaufen. So hat unter anderem die Fragestellung "Welche Chancen und welche Risiken bringt die fortschreitende Digitalisierung für das Handwerk?" einen Platz auf der Messe.

In den Betrieben des Kammerbezirks Dresden findet die Digitalisierung längst statt. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ermittelte 2014 in einer Umfrage, dass 58 Prozent der Betriebe die Digitalisierung als Chance für Innovation sehen. Und eine Umfrage der Handwerkskammer Dresden hat im letzten Jahr gezeigt, dass alle befragten Betriebe einen Internetzugang nutzen. 96 Prozent setzen digitale Geräte ein, vom stationären PC bis hin zu computergesteuerten Maschinen oder 3D-Druckern. 75 Prozent wickeln den Zahlungsverkehr bereits über Online-Banking ab. 47 Prozent der Gesundheitshandwerker nutzen Computerprogramme für den Produktionsprozess. Und jeder fünfte Betrieb nutzt das Internet bereits für eine Datensicherung in der Cloud. Die immer größer werdenden Datenmengen setzen jedoch leistungsfähige Netzinfrastrukturen voraus.

"Als Vertreter von rund 23.000 Handwerksbetrieben im Kammerbezirk Dresden rufen wir dazu auf, den Mittelstand bei der Diskussion um das Internet der Dinge und Industrie 4.0 nicht aus dem Blick zu verlieren. Das Handwerk ist heute eine tragende Säule der mittelständischen Wirtschaft, in Sachsen sogar die tragende. Viele Betriebsinhaber erkennen die Chance, handeln aber nicht - weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Wir fordern die Politik auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die wirtschaftliche Dynamik des Handwerks stützen und fördern", sagt Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden.

In der Befragung der Handwerkskammer Dresden klagt jeder Achte darüber, dass der Internetzugang zu langsam sei. Weitere 19 Prozent geben an, dass die Geschwindigkeit derzeit zwar noch ausreichend sei, dass der Zugang in Zukunft aber schneller werden müsse. Zu langsames Internet war 2014 damit bereits bei jedem Achten eine Bremse und drohte es bei fast jedem Fünften zu werden. Das Internet stellt dabei eine immer wichtigere Infrastruktur nicht nur für Handwerksbetriebe, sondern für die gesamte Wirtschaft dar. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern sucht man im ländlichen Raum schnelles Breitbandinternet bis heute oft vergeblich. Im letzten Jahr verfügten in Sachsen grade mal 57,5 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung über einen Breitbandanschluss, wie etwa aus der Studie (N)ONLINER-Atlas der Initiative D21 hervorgeht.

Innovative Ideen etwa für neue Geschäftsfelder im Internet bleiben so auf der Strecke. Langsame Internetzugänge können zudem die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe ganzer Regionen beeinträchtigen. Die Schöpstal Maschinenbau GmbH im sächsischen Markersdorf schildert zum Beispiel ganz grundlegende Probleme mit der digitalen Infrastruktur. Dr. Knut Scheibe, Geschäftsführer der Metallbaufirma: "Wir haben kein Breitband. Wir haben sagen wir mal gut gehendes ISDN. Die Standleitung kostet mich allein an Grundgebühr um die 6000 Euro im Jahr. Die Situation ist frustrierend: Selbst einfache Seiten im Internet aufzurufen, dauert oft lange. Und wenn wir zum Beispiel Datenmengen von 20 MB verschicken wollen, müssen wir die Dateien zerstückeln, damit es überhaupt ankommt. Alle reden immer nur davon, dass wir Breitband brauchen, aber es passiert nichts. Wir müssen endlich etwas tun, die Politik muss dringend handeln."

Der Koalitionsvertrag von SPD und CDU stellt eine bedarfsgerechte Versorgung mit schnellem Internet in ganz Sachsen, eine flächendeckende Breitbandversorgung von 50 Mbit/s sowie eine Erschließung von mit Mobilfunk unterversorgten Gebieten in Aussicht.
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