Donnerstag, 18. Dezember 2014


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Greenpeace: Jeder kann alte Buchen retten

Umweltschützer protestieren bundesweit für den Schutz alter Baumriesen

(lifePR) (Hamburg, ) Für den Schutz alter Buchen protestieren am morgigen Samstag, den 31. 3., Greenpeace-Aktivisten in ganz Deutschland. In 54 Städten verteilen sie an Infoständen drei Meter lange Maßbänder an Passanten, mit denen sie den Umfang und das Alter der Bäume in ihrer Umgebung bestimmen können. Die Mitmacher können Fotos und Informationen über die dicksten Buchen direkt an Greenpeace schicken (Stichwort "Alte Buchen retten", redaktion@greenpeace.de). "Mit dieser Aktion können sich viele Menschen für den Schutz der Urwälder von morgen engagieren", sagt Martin Hofstetter, Sprecher von Greenpeace. "Wir brauchen alte Wälder für uns, für den Klimaschutz und für den Erhalt vieler Tiere und Pflanzen. Sie sind durch intensive Einschläge bedroht."

Erst im Jahr 2011 erklärte die UNESCO fünf alte Buchenwälder in Deutschland zum Weltnaturerbe. Um die internationalen und nationalen Ziele zum Schutz der Artenvielfalt umzusetzen, reicht diese Fläche jedoch nicht aus. Weil Landesregierungen wie zum Beispiel Bayern keine Auskunft über öffentliche Wälder geben, ist nicht erkennbar, welche Gebiete zukünftig stärker geschützt werden sollten und wo eingeschlagen wird. Greenpeace-Aktivisten hatten in den vergangenen Wochen mit Maßbändern und GPS-Geräten den Wald im bayerischen Spessart untersucht und über 23.000 Bäume erfasst. Aus den Daten der alten Buchen und Eichen erstellten sie Karten. Dabei haben sie Einschläge im öffentlichen Wald aufgedeckt, die eindeutig gegen das nationale und europäische Naturschutzrecht verstoßen (http://gpurl.de/uVEI4).

Forstwirtschaft: maßvoll und ökologisch

Die unabhängige Umweltschutzorganisation hat die Landesforstbehörden und -betriebe der einzelnen Bundesländer angefragt, um den aktuellen Zustand der Buchenwälder zu erfahren. Bisher haben nur Rheinland-Pfalz und Thüringen Auskunft gegeben. "Anscheinend befürchten einige Landesforste, dass ihr jahrelanger Raubbau öffentlich werden könnte", so Hofstetter. "Viele Forstminister sind völlig maßlos geworden. Sie interessiert vor allem, wie viel Geld sie aus den öffentlichen Wäldern holen können."

Für die Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder sind die jeweiligen Landesforstbehörden bzw. -betriebe zuständig. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Forstbehörden privatwirtschaftlich ausgerichtet, mit dem Ziel, größere Gewinne für die Landeskassen abzuwerfen. Aus Kostengründen kommen immer mehr Schwerstmaschinen, sogenannte Harvester, zum Einsatz. Diese hinterlassen häufig breite Schneisen der Verwüstung und Fahrspuren im Wald. In der Regel wird das ganze Jahr über Holz eingeschlagen - ohne Rücksicht auf Brut- und Aufzuchtszeiten der heimischen Tiere. "Wenigstens zehn Prozent der Waldflächen sollten ganz der Natur überlassen werden. Der restliche Wald sollte nur noch ökologisch und nicht industriell bewirtschaftet werden", fordert Hofstetter.
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