Dienstag, 06. Dezember 2016


Eine persönliche Erfahrung von Bewusstsein

Ein Beitrag von - Willigis Jäger

(lifePR) (Tuningen, ) Die Exaltiertheit der ersten Erfahrung ist jetzt durch eine große, innere Ruhe abgelöst. Bei den meisten Erfahrungen ging eine große Verzweiflung voraus. Ich erlebte mich schuldig, selbstsüchtig und niedrig.

Was blieb mir übrig? Wenn ich mich nicht umbringen oder die Bettdecke über den Kopf ziehen wollte, setzte ich mich auf mein Kissen und atmete. Und irgendwann, ganz plötzlich, völlig unerwartet und immer auch ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte, erfuhr ich es. Alle Schwere fiel ab, der Atem war nicht mehr wahrnehmbar, alle Gedanken waren weg. Ich war einfach da. Leer, ohne ein Urteil, ob dies schön, gut hässlich oder schlecht ist. Alles, was war, war einfach. Innere Ruhe, Gelassenheit erfüllte mich, aber nicht so, dass ich ruhig wurde, ich war Ruhe, ich war der Baum, das A, das getönt wurde, alles war eins, ich war eins.

Die schönste Erfahrung war, als diese Erfahrung der Leerheit sich im Tun zeigte. Alles wurde so sanft und zart, es schenkte sich mir alles. Ich trank, aß, ging in einer übergroßen Dankbarkeit. Ich brauchte nicht bescheiden zu sein im Essen, es war alle Gier abgefallen. ich aß und trank zurückhaltend, nicht weil man es so macht. Es war einfach so. Ich trampelte nicht auf den Boden, weil man es nicht macht, sondern weil der Boden und ich eins waren. Die Arbeiten gingen mir in unbeschreiblicher Weise von der Hand, ohne Hast. Das Bett wurde so schön gemacht, wie noch nie. Bei der Arbeit löste sich das Unkraut so leicht, als bräuchte ich es gar nicht zu zupfen. Ich tat es einfach, ohne zu urteilen, nicht gedankenlos, aber auch nicht mit Gedanken, bewusst, leicht, einfach, ruhig. Alles war gleich, ob ich aß oder nicht, schlief oder nicht, liebte oder nicht, der Staub und die Blume, das Auto, der Baum, und doch war das alles nicht bedeutungslos. Was ich aus der Gelassenheit heraus tat, war es, war alles.

Ich bin ganz transparent und durchscheinend geworden. Innen und Außen sind nicht mehr da. Da sind nur noch die punktuellen Augenblicke des Gehens, der Autos usw. aber ich kann nicht mehr orten, woher sie kommen. Es ist raumlos um mich geworden, und ich selbst habe mich darin verloren. Links, rechts, oben, unten, ich weiß es nicht mehr. Die ganze Räumlichkeit ist aufgehoben. Gleichzeitig stelle ich fest, dass auch die Zeit nicht mehr existiert.. Da ist nur noch dieser eine kristallklare Augenblick, sonst nichts. "Vorher" und "nachher" sind völlig verschwunden. Alles ist ein "Gleichzeitig": Raumlos, zeitlos. Jeder einzelne Augenblick bereitet mir so große Freude, wie die Geburt meiner Kinder, aber Freude ist das verkehrte Wort. Es ist einfach wie es ist. Unbeschreiblich! Nichts weiter. Ich bemerke, dass es in dieser Zeitlosigkeit keinen Anfang und kein Ende gibt, kein Kommen und Gehen, kein Werden und Vergehen, keinen Tod und keine Geburt. Ich bin sprachlos. Ich fühle mich bewusstlos, ohne Bewusstsein. Mir wird klar, es gibt kein Bewusstsein, keine Sünden, keinen Himmel, keine Hölle, kein Karma.
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