Sonntag, 11. Dezember 2016


Auf die Hüllfläche kommt es an

EnEV fragt bei der Dichtheit großer Gebäude nach dem q50-Wert

(lifePR) (Berlin, ) Bauschaffenden ist der sogenannte n50-Wert als Kenngröße für die Luftdichtheit der Gebäudehülle geläufig. Seit Inkrafttreten der EnEV 2014 spielt zusätzlich der aus anderen Regelwerken bereits bekannte q50-Wert auch im öffentlich-rechtlichen Nachweis eine Rolle. Er wird berechnet, indem man den bei 50 Pascal Druckunterschied ermittelten Leckagestrom durch die Hüllfläche des untersuchten Gebäudes oder Gebäudeteils teilt. Somit stehen zunehmend mehr Messdienstleister vor der Aufgabe, diese Hüllfläche nach den Regeln der Messnorm DIN EN 13829 zu bestimmen. Der in Berlin ansässige Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e. V. (FLiB) gibt Hinweise dazu.

Vorgaben für den hüllflächenbezogenen Leckagestrom q50 macht die EnEV für Wohn- und Nichtwohngebäude, deren Luftvolumen über 1.500 Kubikmeter liegt. Die für die Berechnung benötigte Hüllfläche besteht laut Messnorm aus der Gesamtfläche aller Böden, Wände und Decken, die das untersuchte Volumen umschließen. Um sie zu ermitteln, muss man Innenmaße über alles heranziehen. Das heißt, die Stirnflächen von Wänden, Decken oder Böden, die in die untersuchte Gebäudehülle einbinden, dürfen nicht abgezogen werden. Wände und Böden unterhalb des Erdniveaus zählen ebenfalls mit. Wenn man nur einen Gebäudeteil oder unterschiedliche Zonen getrennt voneinander messen will, gehören auch Böden, Wände und Decken gegen angrenzende Gebäudeteile bzw. Zonen zur Hüllfläche.

Die Hüllfläche nach DIN EN 13829 ist übrigens nicht mit der wärmeübertragenden Umfassungsfläche zu verwechseln, auf die sich die EnEV an anderer Stelle ebenfalls beruft. Um sie zu berechnen, zieht man Außenmaße heran. Schon allein aus diesem Grund sollten Messdienstleister Angaben, die beispielsweise der Auftraggeber zur Gebäudehüllfläche macht, nicht ungeprüft übernehmen. Diese Regel gelte für alle Maße und Angaben, die von Dritten stammen, betont FLiB-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Oliver Solcher. Zumindest stichprobenartige Kontrollen seien Pflicht. Anders sei es auch nicht möglich, sämtliche Berechnungen nachvollziehbar zu dokumentieren, wie es die Messnorm fordert.

Und welchen q50-Wert müssen große Gebäude laut Energieeinsparverordnung nun einhalten? Bei Gebäuden mit raumlufttechnischer Anlage darf der hüllflächenbezogene Leckagestrom nicht über 2,5 pro Stunde liegen. Ohne Lüftungsanlage beträgt der maximal zulässige Wert 4,5 m³/(m²h). Weitere Informationen zum Berechnen von Bezugsgrößen und zur Luftdurchlässigkeitsmessung insgesamt finden Interessenten unter www.flib.de und www.luftdicht.info.
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Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e.V.

Der Fachverband Luftdichtheit in Bauwesen e. V. - kurz FLiB genannt - wurde im April 2000 im Vorfeld der damals viel diskutierten, neuen Energieeinsparverordnung gegründet. Seither hat er sich insbesondere in der Fachwelt als zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um die luftdichte Gebäudehülle etabliert.

Der FLiB hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit über die große Bedeutung einer luftdichten Gebäudehülle aufzuklären. Er konkretisiert den Stand der Technik durch das Erstellen von Fachregeln sowie das Kommentieren der einschlägigen Normen und wirkt selbst an Gesetzgebungs- und Normungsverfahren mit. Ebenso engagiert sich der FLiB in Forschung und Entwicklung. Der Fachverband entwickelt einheitliche Mess-Standards, sorgt für die Vergleichbarkeit von Messverfahren und bietet Zertifizierungen für Personen und Unternehmen an, die mit dem Erstellen der luftdichten Gebäudehülle befasst sind oder Luftdichtheitsmessungen durchführen. Übergeordnetes Ziel ist stets die Qualitätssicherung am Bau.

Hinweise auf die Zahl durchgeführter Luftdichtheitsmessungen geben Mitgliederbefragungen, die der Verband in unregelmäßigen Abständen durchführt. Der FLiB stellt Informationen zu Details luftdichter Konstruktionen sowie zu entsprechend geeigneten Materialien und Produkten bereit. Die Erarbeitung von Kriterien zur Produktbewertung bzw. prüfung mit dem Ziel einer unabhängigen Qualitätskontrolle wird vom Verband unterstützt. Auch hier geht es darum, die Planungs- und Ausführungssicherheit zu erhöhen.

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