Freitag, 18. April 2014


Artist in Residence HAKAN HARDENBERGER

(lifePR) (Dresden, ) Als Artist in Residence wird Hakan Hardenberger diese Saison an 5 Terminen zu erleben sein. Doch bevor er seine künstlerische Arbeit präsentiert, wird er sich am Freitag, 15. Oktober 2010, um 19.30 auf ganz persönliche Weise dem Publikum vorstellen. In der Reihe KÜNSTLER IM GESPRÄCH stellt er sich den Fragen von Chefdramaturgin Dr. Karen Kopp und gibt im Anschluss an das Gespräch dem Publikum die Möglichkeit selbst Fragen zu stellen. Anschließend wird er am 16. und 17. Oktober 2010 im 3. Philharmonischen Konzert zu erleben sein. Alle Konzertkarteninhaber kommen ohne Eintritt in den Genuss von Hakan Hardenberger im Gespräch, alle anderen Interessierten können für 5 Euro Eintritt den Künstler im Studiotheater im Kulturpalast live erleben.

Die drei Suiten der "Antiche Danze ed Arie" (Alte Tänze und Lieder) - neben den Tondichtungen "Fontane di Roma" und "Pini di Roma" die bekanntesten Werke Ottorino Respighis - sind Dokumente seiner kreativen Auseinandersetzung mit der Tradition und zeugen von dem starken Interesse an alter (italienischer) Musik: "Unter dem Titel Antiche Danze ed Arie per Liuto veröffentlichte Respighi über einen Zeitraum von vierzehn Jahren drei je viersätzige Suiten, wobei die erste (1917) für Kammerorchester, die zweite (1923) für grosses Orchester und die dritte (1931) für Streichorchester gesetzt ist. Die einzelnen Sätze der Suiten sind einer Sammlung von Lautentabulaturen des XVI. und XVII. Jahrhunderts entnommen, die Oscar Chilesotti (1848-1916) zuvor neu bearbeitet und veröffentlicht hatte. Im Untertitel nennt Respighi seine Adaptionen "Libera trascrizione" und gibt damit den Hinweis, dass er "frei" mit dem vorhandenen Material umgegangen ist. Gerade das macht wohl den besonderen Charme der Antiche Danze aus: Respighi hat eben nicht einfach alte Musik für Orchester gesetzt, sondern eine sehr aparte Mischung aus Renaissance- bzw. Barockmusik und spätromantischem Gestus geschaffen."

Der 17jährige Wolfgang Amadeus Mozart vollendete vermutlich 1773 seine g-Moll-Sinfonie, die gemeinhin als "kleine" g-Moll-Sinfonie bezeichnet wird - im Kontrast zu seiner späteren KV 550. Vater und Sohn waren von ihrer dritten Italienreise nach Salzburg zurückgekommen, um bald darauf nach Wien aufzubrechen, denn man suchte nach einem Wirkungskreis für Wolfgang. Der Name des Komponisten und das Datum der Vollendung der Komposition wurden auf der ersten Seite des Autographs von Leopold Mozart vermerkt: "Del Sign. Cavaliere Amadeo Wolfgango / Mozart 1773 / li 5 d'ottobre". Das Mollgeschlecht verführte Musikwissenschaftler, in der Sinfonie eine Vorahnung der "Sturm-und Drang-Periode" zu hören, sie sogar als einen Vorläufer der Meisterwerke der Romantik zu betrachten. Da zu der Zeit Sinfonien in Dur überwogen, wurden aus den Moll-Sinfonien gerne Weltschmerz-Gefühle gehört oder - wie hier - erste sehnsüchtige Liebesgefühle Mozarts.

HK Gruber, 1943 (Wien), ist und bleibt ein Querständiger in der österreichischen Musikszene. Er sucht das Skurrile, den Ton Mobs (Mob-Art Ist ein Lieblingsbegriff Grubers), das hintergründige Gelächter wie in einer Geisterbahn. Dort ist seine Musik zu Hause und fühlt sich wohl - wie ein Ritter auf seiner Burg, auch wenn es dort nachweislich spukt.

Für den schwedischen Spitzentrompeter Hakan Hardenberger hat Gruber 1998/99 das Stück »Aerial« komponiert, das 1999 in London uraufgeführt wurde und seither schon viele weitere Aufführungen erlebte. Es ist ein vom Jazz untergründig verdrehtes Spiel mit Luft, kühn im beginnend, in dem die Trompete ihre Flügel auszubreiten hat. Mischklänge sind zu blasen, irreal und verwehend, ohne Bodenhaftung.

In Russland aufgewachsen, erhielt Dima Slobodeniouk seine musikalische Ausbildung in Finnland, seiner heutigen Heimat. Die Fähigkeit, die musikalischen Traditionen und den Ausdruck beider Länder zu vereinen, macht ihn zu einem der interessantesten Repräsentanten der jungen Dirigentengeneration. In der Saison 2010/2011 wird er nicht nur bei Orchestern wie dem Orchestre de Paris, Netherlands Philharmonic, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, dem Helsinki Philharmonic, Ulster Orchestra und Estonian National Symphony Orchestra zum wiederholten Male ans Pult treten, sondern auch erstmalig das Deutsche Symphonieorchester Berlin, hr-Sinfonieorchester Frankfurt, die Dresdner Philharmonie, Staatskapelle Weimar, das Sinfonieorchester St. Gallen, Swedish Radio Symphony Orchestra, sowie das Malmö Symphony Orchestra leiten. Zu den Solisten, mit denen er zusammenarbeitet, zählen Künstler wie Daniel Müller-Schott, Nikolai Demidenko, Yevgeny Sudbin, Stephen Kovacevich, Hakan Hardenberger, Patricia Kopatchinskaja, Gil Shaham, Arabella Steinbacher, Lise de la Salle und Kristine Opolais.

Als Chefdirigent des Oulu Symphony Orchestra (2005-2008) dirigierte Dima Slobodeniouk zuletzt die Opernproduktionen Les Contes d'Hoffmann, Don Giovanni und Orfeo ed Euridice. Der junge Dirigent wird zunehmend für seine Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten geschätzt.

Die bemerkenswerte Liste der Werke, die für Hakan Hardenberger geschrieben und von ihm uraufgeführt wurden, hat längst in das Standardrepertoire für Trompete Eingang gefunden. Komponisten wie Harrison Birtwistle, HK Gruber, Hans Werner Henze, Rolf Martinsson, Olga Neuwirth, Arvo Pärt und Mark Anthony Turnage gehören zu den Autoren. HK Grubers Konzert Aerial hat seit seiner Uraufführung mehr als fünfzig Aufführungen weltweit erlebt.

Hakan Hardenberger gibt Konzerte mit den führenden Orchestern der Welt, darunter Wiener Philharmoniker, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Münchner Philharmonikern, Los Angeles Philharmonic, Chicago Symphony, London und Stockholm Philharmonic, London Symphony Orchestra, Orchestre National de France sowie das NHK Orchester. Er arbeitet mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Alan Gilbert, Daniel Harding, Paavo Järvi, Ingo Metzmacher, Andris Nelsons, Esa-Pekka Salonen, John Storgards und David Zinman. Hardenberger pflegt verschiedene Kammermusikpartnerschaften, u.a. mit dem Pianisten Roland Pöntinen und dem Schlagzeuger Colin Currie. Er ist Träger der königlichen Litteris et Artibus Medallie für seine außergewöhnlichen Verdienste in der Kunst. In der Saison 2010/11 ist Hakan Hardenberger Artist in Residence bei der Dresdner Philharmonie.

3. Philharmonisches Konzert

Samstag 16. Oktober 2010 | 19.30 Uhr Kulturpalast, Festsaal
Sonntag 17. Oktober 2010 | 19.30 Uhr Kulturpalast, Festsaal

Ottorino Respighi (1879 –1936)

Antiche danze ed arie (Alte Tänze und Weisen) · Suite Nr. 1

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 –1791)
Sinfonie Nr. 25 g-Moll KV 183
HK Gruber (geb. 1943)
Aerial · Konzert für Trompete und Orchester

Dima Slobodeniouk | Dirigent
Hakan Hardenberger | Trompete

Karten sind erhältlich in der Ticketcentrale im Kulturpalast am Altmarkt
Mo bis Fr, 10 - 19 Uhr, Sa 10 - 18 Uhr
Tel. 0351 / 4 866 866, Fax 0351 / 4 866 353
ticket@dresdnerphilharmonie.de | www.dresdnerphilharmonie.de
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