Samstag, 10. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 539459

Die Studentin und die Bienen

(lifePR) (CH-Bad Ragaz, ) Valentina Bergamin ist 20 Jahre und studiert an der PH in Chur Primarschullehrerin. Eine klar aufgestellte junge Frau, die weiss, was sie will. Bienen. Gesunde. In ihrem wissenschaftlichen Projekt zum Thema «Imker im Val Lumnezia», geht es um ein Schweizer Landschaftsfragment, um Imker vor Ort, Bienen und ihrem Sterben. Wie anderenorts auch.

Das Projektthema hat sie zugeteilt bekommen. Konkrete Fragen zur methodischen Aufschlüsselung nicht. Zu Beginn des Projektes schwirrten ihr mehrere Ideen im Kopf umher, wie die für ein Projekt zur Architektur der Bienenhäuser. Doch zu was Architektur, wenn die Bienen vorher schon sterben und Unterkünfte überflüssig werden?

«Wussten Sie, dass ohne Insektenbestäubung fast ein Drittel der Produktionspflanzen, die wir zur Ernährung benötigen, anders bestäubt werden müsste, damit die Nahrungsmittelproduktion auf gleichem Level gehalten werden kann?» fragt mich Valentina Bergamin.

«Bis zu 75 Prozent unserer Kulturpflanzen wären von einem Produktivitätsrückgang betroffen und 90 Prozent aller Wildpflanzen.

Und, haben Sie eine Vorstellung, wie öde sich die Natur uns optisch darbietet, weil es keine bunten Wildblumen mehr gibt? Vieles von dem, was wir als selbstverständlich betrachten, ob es Erdbeeren, Äpfel, Tomaten oder die Futterpflanzen für die Fleisch- und Milchproduktion sind, ist gefährdet, weil Bienen sterben und niemand ihren Job übernehmen kann.»

Die Fakten vom Kollaps, vom Bienenvölkersterben im In-und Ausland, die nervösen Fragen nach absehbaren Folgen, nach Risiken in der Landwirtschaft, nach Verantwortung und überhaupt.

«Ohne Bienen?»

Im Val Lumnezia, im «Tal des Lichts», dem nach Süden ausgerichteten Seitental des Bündner Oberlands treffen Fauna und Tier auf optimale Bedingungen. Herrliche Blumen in saftigen Wiesen blühen und ziehen damit tausende Bienen an, die tonnenweise Honig produzieren.

Auf die Frage «In welchem Ausmass sind die Bienenvölker in diesem Landstrich von der Milbenkrankheit Varroatose und von der bösartigen Faulbrut betroffen?» bestätigt sich explizit, dass Val Lumnezia von diesen verheerenden Entwicklungen auch nicht verschont geblieben ist.

Die Bienenvölker in der Region sind von beiden Krankheiten betroffen. Dies kann sowohl durch das landwirtschaftliche Beratungs- und Bildungszentrum Plantahof in Landquart als auch durch die Imker bestätigt werden, welche von Valentina Bergamin befragt wurden. «Die Varroatose scheint aber grössere Probleme zu verbreiten, als die bösartige Faulbrut. Ein Imker hatte bis jetzt sogar noch nie etwas mit der bösartigen Faulbrut zu tun. Ein anderer erwähnte, dass er mit den Folgen der Faulbrut vor 15 Jahren das erste und letzte Mal konfrontiert wurde, die Varroatose jedoch ein permanentes Problem sei.» Die befragten Imker sind der Meinung, dass sie die Situation in den Griff bekommen können. Frühzeitiges Handeln sei geboten.

Massnahmen

Vermutet ein Imker, dass sein Volk von Krankheiten betroffen ist, erstattet er eine Anzeige an den Bieneninspektor und überlässt eine Wabenprobe zwecks Labor-Untersuchung. Die zwei möglichen direkten Bekämpfungs-Massnahmen, die Tilgung der Seuche durch die Zerstörung des Erregers, habe eine hohe Erfolgsquote, erfordere aber die genaue Einhaltung der vorgeschriebenen Massnahmen. Auch bei der bösartigen Faulbrut gibt es die Behandlung mit chemischen Mitteln. Durch die verschiedenen Meinungen über diese Massnahmen und den damit verbundenen Vor- und Nachteilen rudert sich die Studentin auch.

Am Ende ihrer Arbeit steht, dass die Unübersichtlichkeit der Lage zunehme. Und, dass die Krankheitssymptome nicht mehr eindeutig erkennbar sind; und so sich weitere Probleme auf tun. So stellt sich diese Situation des Ökodienstleisters Biene in der gesamten Schweiz. Wird in einem Kanton vorsichtige Entwarnung gegeben, muss dies nicht für die anderen Kantone zutreffen. Längere Phasen von Verlusten und Sanierungen greifen drastisch ein.

An dieser Stelle fragt Valentina Bergamin: «Möglicherweise sind die Verluste nie mehr zu ersetzen? Welcher materielle Wert geht verloren? Und der ideelle?» Alles Fragen, die sie sich selbst und andern ohne ein Projektthema vielleicht nie gestellt hätte.
Diese Pressemitteilung posten:

Website Promotion

Weitere Pressemitteilungen dieses Herausgebers

Disclaimer