Sonntag, 04. Dezember 2016


Leben bis ans Ende

Diskussionsbeitrag zur aktuellen Debatte um die Beihilfe zum Suizid

(lifePR) (Stuttgart, ) Ist Leiden sinnlos? Wie weit geht das Recht auf Selbstbestimmung? Ganz bewusst in der Passionszeit - sie symbolisiert die Leidenszeit Jesu - widerspricht das Diakonische Werk Württemberg in einem Diskussionsbeitrag den zentralen Argumenten der Befürworter von assistiertem Suizid.

Ein elementarer Bestandteil des christlichen Glaubens bildet den obersten Verfassungsgrundsatz des deutschen Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar. "Diese festgeschriebene Unverfügbarkeit der Menschenwürde ist weltweit einmalig und ein hohes Gut," so Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg. "Menschenwürde ist bedingungslos und keinesfalls abhängig von der Leistungsfähigkeit oder individuellen Möglichkeit von Menschen. Leidenden Menschen hilft es nicht, wenn wir ihr Leiden pauschal als sinnlos bezeichnen. Das geschieht aber zwangsläufig, wenn wir menschliches Ergehen allein daran messen, was ein Mensch leisten oder wie er das Leben genießen kann. Den Menschen hilft es vielmehr, wenn wir sie gerade als Leidende in ihrer Gott gegebenen Würde anerkennen und ihnen zur Seite stehen. Wer dem Leben ein Ende setzt, um das Leiden zu beenden, beendet nicht das Leiden. Er beendet das Leben!"

In der Karwoche feiern die Christen Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu: Auch die Jünger Jesu haben den Leidensweg ihres Meisters zunächst nicht akzeptieren können. Erst nach Ostern entdeckten sie im Kreuz die Liebe Gottes. Mit der Auferstehung Christi wurden aus verzweifelten Jüngern vertrauensvolle und hoffnungsvolle und vor allem leidensbereite Christen. Sie hatten verstanden, dass menschliches Leiden nicht Strafe oder Abwesenheit Gottes ist, sondern der Ort seiner Nähe. Gott ist mit den Leidenden. Wer menschliche Selbstbestimmung betont und unabhängig von der Hilfe anderer Menschen sein will, der vergisst, dass jeder Mensch sein ganzes Leben auf andere angewiesen ist.

Bei aller Belastung, die schweres und schwerstes Leiden für die Beziehung zwischen Menschen bedeutet, ist die Erfahrung menschlicher Nähe und Begegnung ein Raum des Trostes und der Hoffnung. Den Suizid zu erleichtern und als geradezu humane Alternative zu einem natürlichen Tod zu erklären, ist deshalb ein Signal in die falsche Richtung. Die Unantastbarkeit menschlicher Würde, für die das Grundgesetz eintritt, bedeutet, dass menschliches Leben zu jeder Zeit lebenswert ist und ausnahmslos für jeden Menschen gilt.

Link zum Diskussionsbeitrag des Diakonischen Werks Württemberg zur aktuellen Debatte um die Beihilfe zum Suizid www.diakonie-wuerttemberg.de/...
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Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V.

Das Diakonische Werk Württemberg mit Sitz in Stuttgart ist ein selbstständiges Werk und der soziale Dienst der Evangelischen Landeskirche und der Freikirchen. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes unterstützt der Wohlfahrtsverband im Auftrag des Staates hilfebedürftige Menschen. Das griechische Wort "Diakonia" bedeutet "Dienst". Die Diakonie in Württemberg ist ein Dachverband für über 2.000 Einrichtungen und Dienste. Über 45.000 hauptamtliche Mitarbeiter und mehr als 35.000 Ehrenamtliche betreuen über 275.000 Menschen in Beratungsstellen oder Einrichtungen, in denen sie leben. Es sind Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen mit Behinderungen, alte und pflegebedürftige Menschen, Arbeitslose, Wohnungslose, Überschuldete und andere Arme, Suchtkranke, Migranten und Flüchtlinge sowie Mädchen und Frauen in Not. Täglich erreicht die württembergische Diakonie über 100.000 Menschen.

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