Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Deutsche Welle: Shababtalk in Bagdad - mehr als eine Talkshow

(lifePR) (Bonn, ) Shababtalk, das gesellschaftskritische Talk-Format im arabischen Programm der DW, geht auf Tour. Den Auftakt dieser "Arab World Tour" machte Bagdad. Im Zawraa-Park, im Herzen der irakischen Hauptstadt, hat die DW mit dem Partnersender Al Raschid TV die erste Folge aufgezeichnet und am Dienstag, 4. August, erstmals ausgestrahlt.

Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft diskutierten vor einem Publikum von mehreren hundert jungen Irakern das Thema: "Die irakische Jugend - letzte Hoffnung in einem von Konfessionen zersplitterten Land?"

Für die Jugend in Nordafrika, Nahost und der Golfregion ist die DW-Sendung Shababtalk inzwischen ein etabliertes und viel zitiertes Forum für Diskussion und Meinungsaustausch geworden. Dr. Naser Schruf, Leiter der arabischen Redaktion der DW: "Die Sendung pflegt durch eine kluge Themenwahl immer die Nähe zu den Zuschauern. Mit unseren Produktionen vor Ort ist diese Tuchfühlung mit dem Publikum noch größer geworden. Das ist durch die vielen Reaktionen in den Sozialen Netzen unmittelbar spürbar. Alleine die Ankündigung der Tour hat enorme Resonanz gefunden."

Über persönliche Kontakte und Social Media spürt die Redaktion der Talksendung um Moderator Jaafar Abdul-Karim die Themen auf, die für die Jugend im Sendegebiet relevant sind. Es sind zumeist solche Themen, die von heimischen Medien - ob in Saudi-Arabien, Ägypten oder Marokko - nicht aufgegriffen werden, weil sie sensibel oder tabu sind.

Taleb Fayad, Intendant des irakischen Partnersenders Al Rashid: "Die Kooperation zwischen Al Rashid TV und der DW setzt ein starkes Signal. Durch eine solche Zusammenarbeit können wir mithelfen, die Werte einer demokratischen Gesellschaft in Irak zu festigen. Die gemeinsame Produktion von Shababtalk ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg."

Verfassungsänderung gefordert

Die Gäste der Sendung in Bagdad diskutierten kontrovers und teilweise emotional. Der Aktivist und Bürgerrechtler Alhassan Fahmi setzte sich vehement für die Forderung der irakischen Jugend nach einer Trennung von Staat und Religion ein. 90 Prozent der Politiker in Irak seien korrupt, was jeden Fortschritt erschwere. "Die Iraker wollen endlich in Sicherheit leben", so Fahmi. Ihm sei es egal, welcher Konfession ein Politiker angehöre, Hauptsache, er mache seine Arbeit richtig.

Die populäre Frauenrechtlerin Zaynab Kabi forderte eine Verfassungsänderung, um die konfessionellen Auseinandersetzungen in ihrem Land zu lösen. Am Beispiel ihrer Tochter verdeutlichte sie, welch große Rolle Konfession schon in der Schule spielt und bereits im Kindesalter eine Trennlinie durch die irakische Bevölkerung zieht. Kabi erhob den Vorwurf, dass viele Politiker das Thema Religion nutzten, um ihre Macht zu festigen.

Ali Attar, Berater des irakischen Ministerpräsidenten, verwies darauf, dass es das Bestreben der Regierung sei, ein besseres Verhältnis zwischen den Konfessionen zu schaffen. Die Bemühungen des Ministerpräsidenten würden jedoch durch starke religiöse Strömungen im Land torpediert.

Großartiges Engagement der Jugend

Die Gäste von Shababtalk mussten sich auch den mutigen Fragen der jungen Iraker im Publikum stellen, die die DW zur Aufzeichnung eingeladen hatte. Moderator Jaafar Abdul-Karim zeigte sich tief beeindruckt: "Vor Ort zu erleben, wie engagiert die jungen Leute die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung durch unsere Sendung nutzen, das war großartig."

Was für das junge Publikum der deutsch-arabischen Diskussionsrunde eine willkommene Öffnung darstellt, stößt bei konservativen Kräften und Regierenden in der Region immer wieder auf heftige Reaktionen. Dies galt beispielsweise für eine Sendung zum Thema Homosexualität und für eine Diskussion über Sex außerhalb der Ehe.

Weitere vor Ort produzierte Ausgaben der Sendung Shababtalk, die kürzlich in Tunesien zur besten Talkshow im arabischsprachigen Fernsehen gekürt wurde, sollen folgen. Geplant sind Aufzeichnungen in Amman (Jordanien), Beirut (Libanon), Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), Kairo (Ägypten) und Tunis (Tunesien) - jeweils mit Partnern vor Ort. Eine derartige Tour ist ein Novum in der arabischen Fernsehlandschaft.

Das 24-stündige arabische TV-Programm der DW ist via Satellit in der gesamten Region von Oman bis Marokko zu empfangen.
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