Samstag, 10. Dezember 2016


50.000 Unterstützer gesucht: Petition an den Bundestag zur besseren Versorgung von Epilepsiepatienten

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE)

(lifePR) (Berlin, ) Etwa 30 Prozent der Epilepsiepatienten in Deutschland haben keinen Zugang zu dringend benötigten Medikamenten. Die Epilepsie-Selbsthilfeverbände Deutschlands haben daher auf Initiative des Landesverbandes Epilepsie Bayern und des Epilepsie Bundes-Elternverbandes eine Petition an den Deutschen Bundestag zur Reform des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) eingereicht - und die Zeit drängt: Bis zum 4. Juni 2015 müssen insgesamt 50.000 Unterschriften gesammelt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) begrüßen die Petition und rufen zur tatkräftigen Unterstützung auf.

Epilepsie ist eine der häufigsten Erkrankungen des Zentralen Nervensystems, betrifft in Deutschland rund 800.000 Menschen und gilt als medikamentös gut behandelbar - doch es gibt eine Gruppe von etwa 30 Prozent der Betroffenen, die mit den zurzeit verfügbaren Arzneimitteln oder anderen Therapieformen nicht zufriedenstellend behandelt werden können. Sie erlangen auch nach vielen frustrierenden Versuchen keine Anfallsfreiheit. Etwa 200.000 Epilepsiepatienten sind daher dringend auf neue Medikamente angewiesen, die ihnen in Deutschland aber nicht zur Verfügung stehen.

Zulassungsverfahren blockiert Epilepsie-Medikamente

Seit 2011 schreibt das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) in Deutschland vor, dass neue Medikamente neben der Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) auch noch eine Überprüfung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erfolgreich bestehen müssen: ein Zusatznutzen gegenüber den bereits am Markt erhältlichen Medikamenten muss nachgewiesen werden. Bei Epilepsien kann dieser Nachweis nicht erbracht werden - es gibt keine Standardtherapie, gegen die man neue Medikamente testen kann. Epilepsiepatienten reagieren auf Therapien, sogar bei gleicher Form der Erkrankung, ausgesprochen individuell. Bei einem Patienten wirkt ein Medikament, während bei einem anderen nur Nebenwirkungen auftreten.

Seit Einführung des AMNOG sind bereits zwei wirksame neue Antikonvulsiva - Medikamente zur Verhinderung von epileptischen Anfällen - praktisch nicht verfügbar, ungeachtet des hohen Patientennutzens: Der Zusatznutzen war unter den aktuellen Bedingungen nicht zu belegen. Diese Medikamente stehen genau Patienten in Deutschland nicht zur Verfügung, die dringend darauf angewiesen sind - während im restlichen Europa Betroffene davon profitieren.

Da das AMNOG die Grundlage für das Problem ist, wurde eine Petition zur Gesetzesreform eingereicht, für die bis zum 4. Juni 2015 insgesamt 50.000 Unterschriften erforderlich sind. Ziel ist es, dass in Zukunft neue Medikamente gegen Epilepsie eine Chance auf Zulassung durch den G-BA haben - auch wenn der Beweis eines Zusatznutzens im Bereich Epilepsie nicht wie vom AMNOG gefordert erbracht werden kann.

Die Petition kann online unterschrieben werden, mehr Informationen dazu auf der Seite der Epilepsie-Petition: www.epilepsie-petition.de

Hier geht es zum Youtube-Video "Epilepsie: Wissenschaftler entschuldigen sich" mit Prof. Dr. Christian Elger und Prof. Dr. Heinz Beck von der Klinik für Epileptologie, Universitätsklinikum Bonn, 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) : https://www.youtube.com/watch?v=_s28w3PHrrQ

Fachlicher Kontakt bei Rückfragen

Prof. Dr. med. Christian E. Elger

Klinik für Epileptologie, Universitätsklinikum Bonn Sigmund-Freud-Str. 25, 53127 Bonn Tel.: 0228/28715727, Fax: 0228/28714328 E-Mail: christian.elger@ukb.uni-bonn.de

Prof. Dr. med. Holger Lerche

Abt. Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Universitätsklinikum Tübingen Hoppe‐Seyler‐Str. 3, 72076 Tübingen Tel.: 07071/2988800 E‐Mail: silke.jakobi@medizin.uni‐tuebingen.de

Prof. Dr. med. Heinz Beck

1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE)

Sektion Exp. Epileptologie und Kognitionsforschung

Klinik für Epileptologie, Universitätsklinikum Bonn, Life & Brain Center

Sigmund-Freud-Str. 25, 53127 Bonn Tel.: 0228/6885215, Fax: 0228/6885296 E-Mail: Heinz.Beck@ukb.uni-bonn.de

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
c/o albertZWEI media GmbH,
Englmannstr. 2,
81673 München Tel.: +49 (0) 89 46148622,
E-Mail: presse@dgn.org

Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V. (DGfE)

richtet sich an alle beruflichen Gruppen, deren professionelle Schwerpunkte Epileptologie und die Behandlung von Menschen mit Epilepsie sind. Ziele der DGfE sind die Förderung von Forschung und die Verbreitung von Erkenntnissen zur Epilepsie, die Förderung von Ausbildung und Training, die Verbesserung von Dienstleistungen und Betreuung für Patienten, insbesondere in den Bereichen Prävention, Diagnose und Behandlung. www.dgfe.info

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)

sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 7700 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist seit 2008 die Bundeshauptstadt Berlin. www.dgn.org

1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Ralf Gold 2. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Martin Grond 3. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Gereon R. Fink Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter Pressesprecher: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener

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