Samstag, 03. Dezember 2016


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Sicher Grillen ohne Brandbeschleuniger

(lifePR) (Berlin, ) Kaum ist die Sonne da, werden die ersten schweren Grillunfälle mit Spiritus gemeldet. In Aachen liegt ein Kind schwerbrandverletzt auf der Intensivstation, weil es von einer Stichflamme beim Grillen mit Brandbeschleunigern erfasst wurde. In Düsseldorf-Unterrath wurde eine 42-jährige Frau durch eine Spiritusverpuffung schwer verletzt, und in München wurden zwei Jugendliche im Gesicht verbrannt, weil ein Junge Spiritus ins Feuer goss. Paulinchen - Initiative für brandverletzte Kinder e.V. und die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) warnen daher gemeinsam vor der Verwendung von Brandbeschleunigern beim Grillen.

In Deutschland kommt es jährlich zu etwa 4000 Grillunfällen durch die Verwendung von Brandbeschleunigern. Mehr als 400 dieser Unfälle enden mit schwersten Verbrennungen, viele der Verletzten sind Kinder, die in der Nähe des Grills gespielt hatten. "Die Gefahr, die von Brandbeschleunigern ausgeht, die häufigste Unfallursache beim Grillen, wird immer noch unterschätzt", berichtet Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen e.V. Gefährliche Verpuffungen und Rückzündungen sind die Folge, wenn man Spiritus oder andere Brandbeschleuniger auf zu langsam brennende Grillholzkohle gießt - mit verhängnisvollen Folgen für alle umstehenden Personen.

"Eine Brandverletzung ist die schmerzhafteste Verletzung, die es gibt. Zahlreiche Operationen, jahrelange Therapien und lebenslange Narben sind die Folgen für die Opfer", weiß Univ.-Prof. Dr. Dr. med. Prof. h.c. (RC) Norbert Pallua, Vizepräsident der DGPRÄC, Klinikdirektor der Klinik für Plastische, Hand- und Verbrennungschirurgie der RWTH Aachen und medizinischer Schirmherr von Paulinchen e.V.

"Grillen mit Spiritus ist nicht nur leichtsinnig, sondern auch grob fahrlässig. Dieser Unfall ist zu hundert Prozent vermeidbar!" so Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen - Initiative für brandverletzte Kinder e.V. Sie rät: "Hände weg von Spiritus oder anderen Brandbeschleunigern beim Grillen."

Tipps zum sicheren Grillen

- Grillgeräte kippsicher im Windschatten und in sicherer Entfernung von anderen brennbaren Materialien aufstellen
- feste Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden
- niemals Spiritus oder andere Brandbeschleunigern verwenden, weder zum Anzünden noch zum Nachschütten auf zu langsam brennende Grillholzkohle
- den Grill nicht unbeaufsichtigt lassen
- den Grill nicht von Kindern bedienen oder anzünden lassen,
- Kinder dürfen nicht in Reichweite des Grills spielen - Sicherheitsabstand von mindestens 2 bis 3 Meter!
- Grillfeuer und die Glut nach dem Grillen vollständig löschen und auskühlen lassen - auch dabei nicht unbeaufsichtigt lassen
- einen Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten,
- brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen.

Wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verbrennungen: Die verbrannten Stellen sofort für 10 bis 15 Minuten mit Wasser (nicht kälter als 15°C) kühlen und den Notarzt rufen - beziehungsweise den Arzt aufsuchen.

Paulinchen - Initiative für brandverletzte Kinder e.V.:

Paulinchen e.V. berät und begleitet Familien mit brandverletzten Kindern in jeder Phase nach dem Unfall. Ein großes Kompetenznetzwerk steht zur Verfügung, so dass keine Frage rund um die thermische Verletzung offen bleibt. Ziel ist es, für jedes brandverletzte Kind individuell die bestmögliche Versorgung zu erreichen. Mit verschiedenen Präventionskampagnen warnt Paulinchen e.V. vor den Gefahren durch heiße Flüssigkeiten und Flächen, Feuer, Strom und Säuren. Der Verein arbeitet bundesweit und wurde u. a. mit einem Anerkennungspreis des Hanse-Merkur-Preises für Kinderschutz und dem Preis für Prävention des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte ausgezeichnet.
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Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen

Die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen, kurz DGPRÄC, ist offizieller Vertreter der deutschen Plastischen Chirurgen und vertritt die allgemeinen und berufspolitischen Interessen der Plastischen Chirurgie national und international. Sie koordiniert zum Beispiel mit den Kammern die Weiterbildungsordnung für das Fach und ist Ansprechpartner für den Weltverband der Plastischen Chirurgen (IPRAS) und andere Gremien und Organisationen. 1968 wurde sie in Bochum als Vereinigung Deutscher Plastischer Chirurgen gegründet. Über die Jahreskongresse sowie zahlreiche regionale Treffen und Kurse für Ärzte in der Weiterbildung trägt sie zur Qualitätssicherung bei.

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