Dienstag, 21. Oktober 2014


HU für Elektrofahrzeuge

(lifePR) (Bergisch Gladbach, ) Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wird spezielle Anforderungen an die Hauptuntersuchung (HU) bei Elektrofahrzeugen ermitteln. Das Projekt soll die Auswirkungen der verstärkten Markteinführung von Elektro- und Hybridfahrzeugen auf die gesetzlichen Vorschriften und Prüfvorgaben für die HU aufzeigen.

Die HU soll dazu beitragen, das Sicherheitsniveau von Kraftfahrzeugen über das gesamte Fahrzeugleben zu erhalten. Bereits heute werden Hybridfahrzeuge, deren Gesamtzahl kontinuierlich und stark ansteigt, den amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfingenieuren zur HU vorgestellt. Hinzu kommen zukünftig auch ausschließlich elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen für Inhalte und Durchführung der periodisch-technischen Überprüfung.

Die Sachverständigen und Prüfingenieure müssen spezifische sicherheitsrelevante Mängel an Elektrofahrzeugen eindeutig erkennen können. Vor allem Mängel am Hochvoltsystem selbst (Isolierung, Batterieanlage) und an Systemen zum Schutz gegen elektrischen Schlag (Isolations-Wächter) können die Sicherheit von Fahrzeug, Halter und Prüfer beeinträchtigen.

Die FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH führt die Untersuchung gemeinsam mit diversen Überwachungsinstitutionen durch. Wissenschaftlich begleitet wird das Vorhaben von Prof. Dr.-Ing. Manfred Hübner von der Dresdner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Die Projektlaufzeit beträgt eineinhalb Jahre.

Praxiserfahrungen werden aus einem Feldtest gewonnen. Ab Sommer dieses Jahres werden bundesweit rund 100 Sachverständige und Prüfingenieure bis zu 5.000 Fahrzeuge mit elektrischem oder teilweise elektrischem Antrieb intensiv untersuchen.

Gegenstand des Forschungsprojektes sind Pkw, Lieferwagen und Zweiräder mit elektrifiziertem Antrieb (Klassen M, N sowie L mit Fremdkraftunterstützung bei Geschwindigkeiten über 25 km/h). Bereits im Verkehr befindliche Elektro- und Hybridfahrzeugmodelle werden im Rahmen des Forschungsprojekts im FSD-Prüflabor, im Labor Elektrische Mobilität an der HTW Dresden und in Prüfstellen der Überwachungsinstitutionen speziellen Untersuchungen unterzogen.

Auch für die Hauptuntersuchung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen soll zukünftig der Zugriff auf die Fahrzeugschnittstelle per HU-Adapter genutzt werden. Die dafür verwendbaren Diagnosefunktionen des Fahrzeugs sind im Rahmen der Untersuchung zu ermitteln und zu überprüfen. Des Weiteren stehen mögliche Rückwirkungen auf mechanische Komponenten der Fahrzeuge, beispielsweise der Bremsen, im Fokus der Forscher.
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