Freitag, 30. September 2016


Weniger Arbeitslose und mehr freie Stellen

(lifePR) (Nürnberg, ) Im April waren in Sachsen weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiter positiv. Mit einer Arbeitslosenquote von 8,6 Prozent waren in Sachsen insgesamt 182.400 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, über 10.000 weniger als im März. Im Vergleich zum April 2014 sind rund 12.800 weniger Menschen in den Arbeitsagenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote noch bei 9,2 Prozent.

"Die sächsische Wirtschaft profitiert von der guten konjunkturellen Entwicklung. Allein im April meldeten die Unternehmen im Freistaat Sachsen 9.600 neue Stellen. Das waren fast neun Prozent mehr als im April des vergangenen Jahres. Aktuell sind in Sachsen mehr als 26.500 freie Arbeitsstellen bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet. Das ist der höchste Stand seit über fünfzehn Jahren. Damit stehen für arbeitssuchende Frauen und Männer die Chancen auf eine neue Beschäftigung recht gut", sagte Dr. Klaus Schuberth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im April: 182.352
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (198.203): -10.064 oder -5,2 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (207.158): -12.807 oder -6,6 Prozent
Arbeitslosenquote im April: 8,6 Prozent


Arbeitslosigkeit

Im April waren in Sachsen 182.352 Menschen arbeitslos gemeldet, 10.064 weniger als im März. Damit befindet sich die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Vormonatsniveau. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 12.807 Menschen weniger arbeitslos.

Von den 182.352 arbeitslosen Frauen und Männern wurden 26,8 Prozent (48.837) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 73,2 Prozent (133.515) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr sind sowohl in den Arbeitsagenturen, als auch in den Jobcentern weniger Frauen und Männer arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote belief sich im April auf 8,6 Prozent und ist damit zum zweiten Mal in einem April im einstelligen Bereich. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Quote um 0,6 Prozentpunkte. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag sie bei 2,3 und im Bereich der Grundsicherung bei 6,3 Prozent.

Beschäftigung

Im Februar 2015 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,502 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 19.000 hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell 1,3 Prozent.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Verarbeitenden Gewerbe (plus 4.000) vor allem im Bereich der Metall und Elektroindustrie (plus 3.500). Auch im Bereich Verkehr und Lagerei (plus 4.000), in der Zeitarbeit (plus 3.700), im Gastgewerbe (plus 2.700) sowie im Bereich der Immobilien und freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 2.000) sind mehr Menschen beschäftigt als noch vor einem Jahr. Einen kräftigen Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin im Sozialwesen (plus 1.900), im Handel (plus 1.800) und im Gesundheitswesen (plus 1.700).

Arbeitskräftenachfrage

Aktuell sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 26.572 freie Stellen gemeldet. Damit liegt die Arbeitskräftenachfrage um 970 Stellen über dem Niveau des Vormonats und um 3.746 Stellen über dem des Vorjahres.

Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (9.167), im Verarbeitenden Gewerbe (3.114), im Gesundheits- und Sozialwesen (2.398), im Handel (1.828) und im Baugewerbe (1.828) zu besetzen.

Allein im April haben sächsische Betriebe insgesamt 9.622 freie Stellen gemeldet. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Zuwachs (plus 478 oder plus 5,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm die Zahl der neu gemeldeten Stellen um 789 Stellen (plus 789 oder plus 8,9 Prozent) zu.

Die meisten freien Stellen meldeten im April die Arbeitgeber aus der Zeitarbeit (3.322). Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (1.060), dem Gesundheits- und Sozialwesen (888), dem Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (833), dem Baugewerbe (600) und dem Gastgewerbe (529).

In der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit - Deutschland größte Jobbörse - sind über 920.000 freie Stellen veröffentlicht und können mit der Smartphone-App der Bundesagentur für Arbeit abgerufen werden. Für Sachsen sind aktuell über 40.000 freie Stellen in der Jobbörse veröffentlicht.

Unterbeschäftigung

Im April 2015 haben nach ersten Hochrechnungen rund 52.200 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, z.B. Weiterbildungen, Praktika in Betrieben und Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten, teilgenommen oder standen aus anderen Gründen (zum Beispiel Krankheit) dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Damit liegt die Zahl der Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen, um rund 9.000 unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Unterbeschäftigung - die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen - belief sich insgesamt auf 234.500 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum April 2014 um rund 21.800 oder 8,5 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 77,7 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im April bei 10,8 Prozent.

Der sächsische Ausbildungsmarkt im April 2015

Von Oktober 2014 bis April 2015 haben sich insgesamt 16.942 Mädchen und Jungen in den Agenturen für Arbeit gemeldet und sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz beraten lassen. Das sind 425 oder 2,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In der gleichen Zeit wurden den elf sächsischen Arbeitsagenturen 16.746 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 281 oder 1,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Aktuell sind noch 10.174 Schüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen 11.190 freie Ausbildungsstellen. Damit gibt es rein rechnerisch mehr als eine freie Ausbildungsstelle für jeden noch suchenden Bewerber.

Für die sächsischen Schüler stehen die Chancen auf eine Berufsausbildung recht gut. Jedoch zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre, dass es für die Ausbildungsbewerber nicht immer leicht ist, sich für den richtigen Beruf zu entscheiden. Hier hilft die Berufsberatung der Arbeitsagenturen. Die Berufsberater kennen den regionalen Arbeitsmarkt, aktuelle Trends, Berufe und deren Zukunftschancen. Das, kombiniert mit den Talenten und Interessen der Jugendlichen, bildet eine gute Grundlage bei der Berufswahl.

Die beliebtesten Wunschberufe der Jugendlichen sind seit vielen Jahren unverändert. So wollen die meisten noch suchenden Ausbildungsbewerber Verkäufer (1.335), Einzelhandelskaufmann (1.004), Kfz-Mechatroniker (861), Kaufmann für Bürokommunikation (712) oder Fachlagerist (500) werden. Auf den ersten zehn Plätzen der Wunschberufe befinden sich weiterhin der medizinische Fachangestellte, der Mechatroniker, der Koch, der Industriekaufmann und der Sozialversicherungsfachangestellte.

Auffällig ist, dass über ein Drittel der Bewerber einen Wunschberuf verfolgen, der unter den TOP 10 der Wunschberufe zu finden ist. Damit entscheiden sich nur 63,1 Prozent für einen anderen, der insgesamt 350 Ausbildungsberufe.

Aktuell stehen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz recht gut. Deshalb sollten Jugendliche zu ihrem Wunschberuf auch Alternativen entwickeln. Oft liegt der Schlüssel für einen erfolgreichen Berufseinstieg direkt vor der Tür, zum Beispiel hinter einer ungewohnten Berufsbezeichnung oder in einem kleinen oder weniger bekannten Betrieb.

Bei der Berufsberatung vor Ort gibt es für Jugendliche Hilfe und Unterstützung rund um das Thema Ausbildung und Beruf. Auch für Arbeitgeber stehen die Mitarbeiter des gemeinsamen Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit für Fragen rund um das Thema Ausbildungsstellen und Fördermöglichkeiten zur Verfügung.

Über die Hotline der Bundesagentur für Arbeit können die Jugendlichen einen Termin mit ihrem Berufsberater vereinbaren - auch in Begleitung ihrer Eltern.

- www.dasbringtmichweiter.de
- Hotline für Jugendliche: 0800 4 5555 00
- Hotline für Ausbilder: 0800 4 5555 20
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