Montag, 05. Dezember 2016


Tag der Gehörlosen: Mit Gebärdensprache Barrieren abbauen

(lifePR) (Nürnberg, ) Den Menschen da abholen, wo er steht. Diesen Anspruch hat das Jobcenter Rhein-Main in Frankfurt/Main für die gehörlosen Leistungsempfänger von ALG II vorbildlich umgesetzt: Das Jobcenter bildet kontinuierlich Mitarbeiter in Gebärdensprache aus. Auf diese Weise wird die Beratung, Vermittlung und Leistungsgewährung auch mit gehörlosen Menschen kundennah und ohne Dolmetscher effizient gestaltet.

"Wir versuchen die Betreuung unserer Kunden so persönlich und effizient wie möglich zu gestalten. Mit dem Erlernen der Gebärdensprache haben die Mitarbeiterinnen in Frankfurt einen wirklich nachahmenswerten Weg gefunden, die Betreuung auch benachteiligter Menschen zu optimieren," sagt Herr Heinrich Alt, Vorstand Grundsicherung der Bundesagentur für Arbeit.

In Deutschland leben etwa 80.000 Gehörlose. Im Jahr 2008 waren davon 65 Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld II in Frankfurt/Main. Das Jobcenter Ost ist das zentrale Jobcenter, das unter anderem zuständig ist für die gehörlosen Bezieher von ALG II in Frankfurt/Main. 2005, als das SGB II eingeführt wurde, konnte sich gerade mal eine Mitarbeiterin des neuen Jobcenters adäquat mit ihren Kunden unterhalten. Pro Tag hatte sie dabei bis zu 10 gehörlose Personen zu betreuen. Beim Kollegen, der für die Leistungsgewährung zuständig ist, musste sie zusätzlich immer wieder dolmetschen. Für Urlaubs-, Fortbildung- oder Krankheitszeiten gab es keine gebärdenkundige Vertretung. So kam es zu unnötigen Informationsverlusten auch weil die Gehörlosen lieber warteten, bis die gebärdenkundige Beraterin wieder zur Verfügung stand.

Inzwischen hat sich viel getan: Heute können bereits einige Jobcenter-Mitarbeiterinnen ihre Kunden mit Handbewegungen begrüßen und drücken mit Gebärden auch Fachausdrücke wie "Arbeitsuche", "Hartz IV" und "Kosten der Unterkunft" aus. Geschult wurden die Mitarbeiterinnen des Jobcenter von dem Gehörlosen- und Schwerhörigenzentrum in Frankfurt am Main. Dort wurden ihnen die Grundlagen der Deutschen Gebärdensprache in Gesprächssituationen des Alltags beigebracht. Weil auch die Gebärdensprache regionale und internationale Unterschiede kennt, muss trotzdem im Zweifelsfall das erlernte Fingeralphabet oder der Notizblock zur Hilfe genommen werden.

Die Weiterbildungskosten für alle Absolventen des jeweils einwöchigen Grund- und/oder Aufbaukurses wurden vom Jobcenter Rhein-Main getragen. Heute empfindet jede der Teilnehmerinnen das neue Können als Bereicherung und genießt die Möglichkeit des barrierefreien Kontakts zu dieser besonderen Kundschaft.

Haben Sie Fragen zur Ausbildung der Mitarbeiter in Gebärdensprache? Dann wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Rhein-Main Jobcenter, Tel. 069/59769-227 .
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