Dienstag, 29. Juli 2014


Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt

Noch kein Jobwunder für Frauen in Hessen

(lifePR) (Nürnberg, ) .
- Frauen sind häufiger langzeitarbeitslos
- Beschäftigungszuwachs durch mehr Teilzeitarbeit bei Frauen
- Zwei Drittel aller Geringverdiener sind Frauen

Wie sich die Situation von Frauen und Männern auf dem hessischen Arbeitsmarkt in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, zeigt die aktuelle Broschüre Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt der Regionaldirektion Hessen auf. Das Fazit: Die Teilhabe am Arbeitsmarkt gestaltet sich für Frauen und Männer in Hessen noch immer unterschiedlich.

Obwohl die durchschnittliche Arbeitslosenquote 2010 bei Frauen und Männern bei 6,4 Prozent gleich lag, bleiben Teilzeitbeschäftigung und Langzeitarbeitslosigkeit frauenspezifische Themen. 31,6 Prozent aller arbeitslosen Frauen suchten 2010 eine Stelle in Teilzeit (Männer: 2,5 Prozent) und 29,8 Prozent blieben länger als ein Jahr arbeitslos und fielen damit unter die Langzeitarbeitslosigkeit (Männer: 26,9 Prozent).

"Angesichts dieser Zahlen zeigt sich, dass wir noch viel Potential bei der Erwerbstätigkeit von Frauen haben. Es ist dringend notwendig mehr Frauen den Weg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu ebnen. Aus eigenem Interesse sollten Betriebe gerade im Hinblick auf den kommenden Fachkräftebedarf mehr Angebote wie flexiblere Arbeitszeiten, Telearbeit oder Möglichkeiten zur Kinderbetreuung schaffen, um die Vereinbarkeit von Kindererziehung sowie die Pflege von Angehörigen und Berufstätigkeit zu ermöglichen. Schon jetzt nehmen für viele Mitarbeiter diese Kriterien den gleichen Stellenwert wie das Gehalt ein", so Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen.

Beschäftigungszuwachs durch mehr Teilzeitarbeit

Trotz der krisenbedingten Arbeitsplatzverluste der letzten zwei Jahre hat die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen von 2000 bis 2010 insgesamt leicht zugenommen; von 2.174.680 im Juni 2000 auf 2.185.899 im Juni 2010. Der Anstieg ist ausschließlich bei den Frauen zu verzeichnen. Bei den Männern ist die Beschäftigtenzahl unter den Wert des Jahres 2000 gesunken.

Die Arbeitsplatzgewinne resultierten dabei vor allem aus der Zunahme der Teilzeitbeschäftigten. Obwohl sich die Zahl teilzeitbeschäftigter Männer seit 2010 stetig erhöht hat, ist Teilzeit weiterhin eine Frauendomäne. Gingen 2000 noch 3,8 Prozent aller erwerbstätigen Männer in Hessen einer Teilzeitbeschäftigung nach, waren es 2010 bereits 6,6 Prozent. Dem gegenüber stehen Frauen mit einem Anteil von 36,6 Prozent (2000: 29,4 Prozent).

Zwei Drittel aller Geringverdiener sind Frauen

2010 waren 508.119 Frauen und Männer unter 65 Jahren geringfügig beschäftigt (2005: 448.951). 43,7 Prozent aller geringfügig Beschäftigten sind Frauen, die außer ihrem "Mini-Job" kein weiteres Erwerbseinkommen haben; bei den Männern sind es 18,9 Prozent.

Mädchen haben bessere Schulabschlüsse als Jungs

Dass junge Frauen bessere schulische Qualifikationen als junge Männer aufweisen, ist letztendlich bekannt. Rund 70,0 Prozent der jungen Frauen haben mindestens einen Realschulabschluss, bei den jungen Männern liegt die Zahl bei 58,5 Prozent.

Auffällig bleibt über die Jahre hinweg, dass bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz junge Frauen weiter hinter ihren beruflichen Möglichkeiten bleiben: Fast 60 Prozent der Mädchen konzentrieren sich bei ihrer Berufswahl auf zehn Wunschberufe, die wie Kauffrau im Einzelhandel oder Friseurin geringe Aufstiegs- und Verdienstchancen bieten. Bei den Jungen liegt dieser Anteil bei 41,6 %.

Die Broschüre "Frauen und Männer am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt" gibt es im Internet unter: http://www.arbeitsagentur.de/...
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