Donnerstag, 08. Dezember 2016


Bilanz zum Ausbildungsjahr 2007/2008

Situation sichtbar besser als im Vorjahr / Nahezu alle Ausbildungssuchende versorgt / Dennoch: weiterhin hoher Anteil an "Altbewerbern"

(lifePR) (Nürnberg, ) Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Stadt- und Landkreis Karlsruhe hat sich gegenüber dem Vorjahr sichtbar verbessert. Das zeigt die erste Bilanz zum Ende des Berufsberatungsjahres 2007/2008, die jetzt von der Karlsruher Arbeitsagentur veröffentlicht wurde.

Ergebnisse der Berufsberatung im Überblick:

Die gute Nachricht zuerst: Nur 29 der 4.530 jungen Leute, die in den vergangenen zwölf Monaten auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bei der Arbeitsagentur vorsprachen, sind "übrig geblieben". Im vergangenen Jahr waren es noch knapp 120, also gut viermal so viele.

"Das vorhandene Ausbildungsangebot entsprach bislang nicht ihren Berufswünschen oder ihre Qualifikation nicht den Anforderungen der Ausbildungsbetriebe. Für diese jungen Menschen gibt es aber immer noch eine Chance auf dem Ausbildungsmarkt. Erfahrungsgemäß wird die eine oder andere Stelle - infolge nicht angetretener oder frühzeitig abgebrochener Ausbildungsverhältnisse - wieder auf den Markt kommen. Jugendliche, die bislang noch keinen passenden Ausbildungsplatz gefunden haben, können also weiterhin Angebote erhalten, sofern sie motiviert sind und weiterhin Kontakt zu ihrem Berater halten", sagt Gerhard Volz, Geschäftsführer der Karlsruher Arbeitsagentur und zuständig für den gesamten operativen Bereich.

Trotz positiver Stimmung auf dem hiesigen Ausbildungsmarkt sind noch nicht alle Probleme gelöst. Zu viele Jugendliche benötigen immer mehr Zeit bis ihnen der Einstieg in den Beruf gelingt. Hier sieht Volz auch für die kommenden Jahre einen Handlungsschwerpunkt für alle Ausbildungsmarktpartner und sagt: "Jugendliche, die beim Berufsstart scheitern, tragen lange an diesem Problem. Deshalb haben wir uns intensiv und gezielt um die Integration dieser jungen Leute gekümmert und für sie zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten erschlossen".

Angebot und Nachfrage

Zwischen Oktober 2007 und September 2008 haben die Betriebe und Verwaltungen der Region 4.090 Ausbildungsstellen gemeldet, rund 270 weniger als im letzten Jahr. Die Zahl der Stellenangebote wäre höher ausgefallen aber viele Betriebe haben erfreulicherweise die Ausbildungsstellen mit ihren bewährten Praktikanten - Einstiegsqualifizierung(EQJ) - besetzt. Auch verstärkte Initiativbewerbungen der Ausbildungssuchenden und die intensive Nutzung der Internetangebote - z.B. Job-/Ausbildungsbörse der Bundesagentur - erklären den insgesamt gesehen den moderaten Rückgang.

Das Angebot an freien Stellen konnte nicht ganz ausgeschöpft werden. Noch 225 Ausbildungsplätze waren am Ende des Berichtsjahres unbesetzt; gut 80 mehr als im Vorjahr. Dafür, dass nicht alle Stellen besetzt werden konnten, gibt es eine Reihe von Gründen. So sind beispielsweise manche Ausbildungsstellen abgelegen und sind damit für Jugendliche ohne Führerschein schlecht erreichbar. Zum anderen werden Stellen, die mit hohen Anforderungen an die Qualifikation der Bewerber verbunden sind, manchmal erst spät gemeldet. Dann ist es wegen der immer kleiner werdenden Zahl der Bewerber oft nicht mehr möglich, geeignete Kandidaten zu finden. Hinzu kommt, dass es auch Ausbildungsplätze gibt, für die sich nur wenige Jugendliche interessieren.

Im selben Zeitraum haben 4.530 junge Frauen und Männer die Berufsberatung bei der Ausbildungsstellensuche eingeschaltet. Das waren rund 830 oder 15,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die niedrigeren Bewerberzahlen lassen sich dadurch erklären, dass Jugendliche bei einer guten konjunkturellen Entwicklung oft aus eigener Kraft einen Ausbildungsplatz finden. Viele Bewerber lassen sich zwar von der Berufsberatung beraten, nutzen zur Ausbildungsstellensuche aber auch verstärkt das Internetangebot der Arbeitsagentur, bewerben sich initiativ bei Unternehmen oder wechseln von einem - durch die Arbeitsagentur finanziertem Praktika (wie EQJ) - direkt in Ausbildungsverhältnisse.

Wie auch bundes- und landesweit, sind im Bezirk der Arbeitsagentur Karlsruhe viele junge Leute oft schon lange auf Lehrstellensuche. Rund 1.880 Lehrstellenbewerber (42 Prozent) hatten schon 2007 oder noch früher die Schule verlassen. Besondere Probleme haben Schulabgänger mit weniger guten Noten. Aber auch andere Faktoren wie die soziale Einbindung der Jugendlichen vor Ort oder ihre familiäre Herkunft beeinflussen die Dauer dieser Übergangszeit. Im Interesse der jungen Menschen, der Versichertengemeinschaft und dem zunehmenden Fachkräftebedarf der Unternehmen muss weiterhin der Versuch unternommen werden, diese sogenannten "Altbewerber" rasch in Ausbildung zu integrieren. Denn die Komplexität der Berufwelt sowie die ständig wachsenden theoretischen Ansprüche der Ausbildungsberufe erschweren es Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne Berufsausbildung zunehmend, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten - gefragt sind in erster Linie gut ausgebildete Fachkräfte. Dies hat auch der Gesetzgeber erkannt und zum Ausbildungsbeginn 2008/2009 das neue Förderinstrument - den Ausbildungsbonus - eingeführt. Dieser eröffnet auf der einen Seite Jugendlichen, die schon seit Längerem einen Ausbildungsplatz suchen, eine weitere Chance. Auf der anderen Seite soll er dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Förderungsprogramm der Berufsberatung

"Es wird viel getan, um Perspektiven für Jugendliche zu schaffen. Unser Förderprogramm ist breit gefächert. Allerdings fordern wir auch das aktive Mitwirken der jungen Menschen ein", sagt Jochen Wagner, Teamleiter der Karlsruher Berufsberatung.

So finanziert die Arbeitsagentur berufsvorbereitende Maßnahmen, an denen zur Zeit gut 220 Jugendliche teilnehmen, die im Jahr 2009 auf eine Ausbildungsstelle hoffen. 165 junge Frauen und Männer befinden sich in einer außerbetrieblichen Berufausbildung und gut 180 junge Menschen werden ausbildungsbegleitende Hilfen (z.B. Nachhilfe bei Berufsschulproblemen)gewährt.

Besonders bewährt hat sich EQJ. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die Einstiegsqualifizierung, die im Rahmen des nationalen Ausbildungspaktes geschaffen wurde. Hier gehen die jungen Leute als Praktikanten in Betriebe.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Ausbildungssuchende und Betrieb lernen sich über einen relativ langen Zeitraum kennen. Die jungen Leute können zeigen, was in ihnen steckt und wo ihre Stärken liegen. Die Ausbildungstriebe können das Wissen und die praktischen Fähigkeiten der Jugendliche testen und erhalten bei Übernahme einen bereits eingearbeiteten und passgenauen Auszubildenden. Zudem kann die Praktikumszeit auf die Ausbildungsdauer angerechnet werden.

Jochen Wagner schätzt, dass im laufenden Jahr wieder annähernd gleich viele (170) EQJ-Plätze besetzt werden können.
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