Donnerstag, 08. Dezember 2016


Angebot an Ausbildungsstellen gestiegen

(lifePR) (Chemnitz, ) Das Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen stieg im Vorjahresvergleich um fast drei Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der gemeldeten Bewerber um über 17 Prozent. Diese gegensätzliche Entwicklung und wo es in Sachsen mehr Ausbildungsangebote als Bewerber gibt, zeigt die Bilanz der ersten sechs Monate des aktuellen Berichtsjahres.

"Die steigende Nachfrage an Fachkräften in diesem Jahr kann zu einem deutlichen Plus an betrieblichen Lehrstellen führen. Gleichzeitig sinken die Schulabgängerzahlen, so dass sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt entschärfen wird", bilanziert Ralph Burghart, Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA), die ersten sechs Monate des aktuellen Ausbildungsjahres.

Bis Ende März meldeten sich 15.142 Bewerber bei den sächsischen Arbeitsagenturen und Trägern der Grundsicherung (ARGEn und zugelassene kommunale Träger). Das sind 17,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat (minus 3.139). Fast ein Drittel der gemeldeten Bewerber haben ihren Ausbildungsvertrag bereits in der Tasche oder sich für eine andere Alternative zur betrieblichen Ausbildung entschieden (4.589). Rund 70 Prozent (10.553) sind zur Zeit noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder befinden sich bereits im Auswahlverfahren.

"Der Hauptgrund für den deutlichen Bewerberrückgang liegt vor allem in den rückläufigen Schulabgängerzahlen. Bereits in den Vorjahren waren wir in Sachsen von einem deutlichen Rückgang der Schulabgänger betroffen. Noch vor zwei Jahren haben rund 36.000 junge Sachsen die Schule verlassen. Im vergangenen Jahr waren es nur noch rund 30.000. Für 2010 rechnen die Statistiker mit etwa 25.000 Schülerinnen und Schülern, die die allgemeinbildenden Schulen verlassen. Das entspricht einem Rückgang um über 17 Prozent. Im gleichen Umfang stellen wir auch einen Rückgang bei den aktuell gemeldeten Bewerbern fest", so Burghart weiter.

Ein weiterer Grund für den Rückgang der Bewerberzahlen ist die wachsende Eigeninitiative der Jugendlichen. Die Bewerber mit guten Noten versuchen zunächst ohne die Unterstützung der Berufsberatung einen Ausbildungsplatz zu finden. In den vergangenen Jahren haben sich diese Jugendlichen oft erst nach den ersten Absagen bei der Berufsberatung gemeldet. Dann ist es nicht einfach, einen passenden Ausbildungsplatz zu vermitteln oder den alternativen Ausbildungswunsch zu erfüllen.

Bei dem Blick auf die "TOP 10" der Ausbildungswünsche zeigt sich, dass sich die Wunschberufe im Vergleich zu den vergangenen Jahren kaum verändert haben. Das Berufsbild der Jungen und Mädchen ist immer noch sehr deutlich von Modeberufen geprägt. So finden sich in der Hitliste ganz vorn die Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Bürokaufleute, Kfz-Mechaniker, Köche und Friseure wieder.

"Einen Wunschberuf vor Augen zu haben und diesen konsequent zu verfolgen ist gut und richtig. Dennoch sollten die Schüler auch interessante Alternativen aktiv verfolgen.Wer dazu die Hilfe der Berufsberater in den Arbeitsagenturen in Anspruch nimmt, ist klar im Vorteil. Sie kennen den regionalen und überregionalen Ausbildungsmarkt und unterstützen zusätzlich mit Informationen und Tipps rund um das Thema Ausbildung", erklärt Burghart.
Einen Termin beim Berufsberater gibt es kurzfristig unter der Hotline: 01801 555 111*

Mit geringer werdenden Schulabgängern wird die Konkurrenz der Unternehmen um Bewerber mit einem guten Schulabschluss steigen. Der Geschäftsführer aus der Chemnitzer Landesarbeitsagentur appelliert deshalb an die Unternehmen, verstärkt auch Schüler mit einem guten oder qualifizierenden Hauptschulabschluss bei der Bewerberauswahl zu berücksichtigen. "Noten oder Schulabschluss entscheiden nicht allein, ob die Bewerber den Anforderungen im Betrieb gerecht werden. Denn neben diesen formellen Voraussetzungen kommt es verstärkt auch auf die Motivation, Auffassungsgabe und das Geschick der künftigen Nachwuchskräfte an", so beschreibt Burghart einige Stimmen aus der sächsischen Wirtschaft.

Aktuell kommen in Sachsen rein rechnerisch 1,2 Bewerber auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz. Im Vorjahr lag das Verhältnis noch bei 1,5 Bewerber pro betriebliche Ausbildungsstelle.

In einigen Arbeitsagenturen fällt dieses Verhältnis noch günstiger aus. So stehen im Agenturbezirk Dresden deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber zur Verfügung. Hier stehen 0,7 Bewerber einer Ausbildungsstelle gegenüber (Insgesamt: 1.490 Bewerber und 2.262 Ausbildungsangebote). Auch im Agenturbezirk Plauen gibt es derzeit mit 0,9 Bewerbern für eine betriebliche Ausbildung mehr Ausbildungsangebote als Bewerber (Insgesamt: 883 Bewerber und 951 Ausbildungsangebote).

Gründe für den Anstieg der betrieblichen Ausbildungsangebote liegen vor allem im anhaltenden Fachkräftebedarf. Hinzu kommt, dass im letzten Jahr viele Unternehmen auf Grund der Wirtschaftskrise in puncto Ausbildung eher zögerlich waren. "Auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung im vergangen Jahr haben einige Betriebe keine Ausbildung angeboten oder Angebote kurzfristig zurückgezogen. Diese Arbeitgeber müssen trotz der anhaltenden Krise ihre Personalstruktur im Auge behalten und sich aktiv um den Fachkräftenachwuchs kümmern. Denn wer jetzt versäumt den eigenen Nachwuchs auszubilden, der wird es künftig sehr schwer haben am Markt bestehen zu bleiben", so Burghart abschließend.
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