Freitag, 30. September 2016


Bayerisches Zimmererhandwerk kritisiert Ziegelhersteller

Die schweren Vorwürfe des Ziegelherstellers Schlagmann Poroton an der Veröffentlichung der Broschüre „Holz – zeitlos schön“ sind nicht gerechtfertigt.

(lifePR) (München, ) Die massive Kritik, die Johannes Edmüller, Geschäftsführer des niederbayerischen Ziegelherstellers Schlagmann Poroton, an der vom Bayerischen Innenministerium und vom Bayerischen Forstministerium herausgegebenen Online-Broschüre "Holz - zeitlos schön" geäußert hat, betrachtet der Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks als völlig unangebracht. Dass es sich bei der Broschüre um keinen Verstoß gegen die Neutralitätspflicht und auch um keine Wettbewerbsverzerrung handelt, hat das Bayerische Innenministerium in der gebotenen Ausführlichkeit schon richtiggestellt, doch ein Aspekt blieb dabei unerwähnt: Der Wettbewerb ist tatsächlich massiv verzerrt - zugunsten der Ziegelhersteller, weil diese von der EEG-Umlage befreit sind.

"Gäbe es eine ökologische Kostenwahrheit, dann dürften die ökologischen Folgekosten nicht einfach der Allgemeinheit aufgebürdet werden, sondern müssten sich in den Preisen widerspiegeln", betont der bayerische Zimmerer-Präsident Peter Aicher. "Dann wäre die Ziegelbauweise wesentlich teurer als die Holzbauweise. Durch die Befreiung von der EEG-Umlage fördert die Politik energie- und CO2-intensive Branchen und unterläuft damit ihre eigenen Klimaschutzbestrebungen."

Die mit sehr viel Energie künstlich hergestellten Baumaterialien setzen immer große Mengen CO2 frei, während die Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen nicht nur bei ihrer Bearbeitung relativ wenig Energie brauchen und CO2 freisetzen, sondern darüber hinaus große Mengen CO2 gebunden haben und langfristig gebunden lassen. Januar 2015 veröffentlichte der Landesinnungsverband dazu die Broschüre "STOP CO2" mit Berechnungen des Münchner Architekten Holger König zu fünf Holzgebäuden. Sie zeigen, dass deren CO2-Vermeidungskosten allesamt deutlich niedriger sind als die von Photovoltaik und Windkraft.

Zudem ist das Potenzial für den Klimaschutz viel höher als gemeinhin vermutet: Den 75 Mio. Tonnen CO2, die in Bayern jährlich zur Erzeugung von Energie freigesetzt werden, stehen 10 Mio. Tonnen CO2 gegenüber, die die wachsenden Wälder neu binden, und 13 Mio. Tonnen, die durch die stoffliche Nutzung von Holz langfristig gebunden bleiben. Fast ein Drittel der bayerischen CO2-Emissionen wird also auf diese Weise heute schon kompensiert. "Und da ginge noch sehr viel mehr", betont Aicher. "Ein klimaneutrales Bayern bis Mitte des Jahrhunderts ist mit etwas politischem Willen durchaus machbar."

Weitere Infos:

Bayerisches Staatsministerium des Inneren, für Bau und Verkehr
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Holz – zeitlos schön
März 2015
www.holz-zeitlos-schoen.bayern.de

Schlagmann Poroton
Bayerischer Staat auf dem Holzweg / Bauwirtschaft entrüstet
Presseportal, 03.04.2015
http://tinyurl.com/pdc7e25

Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks
STOP CO2
Januar 2015
www.stopco2.jetzt
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