Sonntag, 04. Dezember 2016


Tourismusgipfel: Viele Wünsche und wenig Aussicht auf Erfüllung

(lifePR) (Bad Windsheim, ) Bundespräsident Köhler und Ministerpräsident Oettinger verschafften dem 12. Tourismusgipfel am 13. und 14. Oktober in Berlin vor rund 500 Teilnehmern aus der Tourismusindustrie präsidialen Glanz. Sie sprachen über die Erfahrungen des Reisens und über den Tourismus als wichtige Leitindustrie in Deutschland und spendeten Dank und Anerkennung für die Touristiker. Beide vermieden es aber, der Tourismusindustrie große Versprechungen zu machen. Klaus Laepple, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft, spannte zuvor in seiner Eröffnungsrede einen weiten Bogen vom Eigenlob der Branche bis zu Forderungen an die Politik. Er kritisierte, dass in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs die notwendigen Weichenstellungen für die Tourismuswirtschaft versäumt wurden.

Die Wirtschaftskraft der kleinen und mittelständischen Betriebe sei nicht gestärkt, Steuerund Arbeitsrecht seien nicht verbessert, europäische Wettbewerbsverzerrungen nicht entzerrt und die Mehrwertsteuer für die Hotellerie und Gastronomie nicht gesenkt worden. Einmal in Fahrt, kritisierte er die Umweltzonen für Reisebusse, die Diskussionen um eine Pkw-Maut und den kommenden Emissionshandel im Luftverkehr, der eine anfängliche Mehrbelastung von sechs Milliarden für Wirtschaft und Verbraucher bringt. Lob gab es für die neuen Tourismus- Leitlinien der Bundesregierung, die Ernst Hinsken, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, ankündigte. Mit ihnen sollen wichtige Forderungen der Branche erfüllt werden.

Angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise reagierte Ludwig Stiegler, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, auf die Wünsche der Branche an den Staat ziemlich aufgebracht. "Wenn ich das alles höre, geht mir das Messer in der Hose auf", sagte der einflussreiche Koalitionspolitiker in der Podiumsdiskussion. Die Vorsitzende des Tourismusausschusses im Deutschen Bundestag Marlene Mortler hatte zuvor erklärt, dass man sie nicht davon überzeugen müsse, dass das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Erbschaftsteuer sinnvoll überarbeitet und die reduzierte Mehrwertsteuer für Hotellerie und Gastronomie eingeführt werden müsse. Man arbeite derzeit an den Mehrheiten, die man für die Umsetzung dieser Veränderungen brauche.
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