Samstag, 03. Dezember 2016


Erste Hilfe: Viele haben Angst vor Fehlern

(lifePR) (Bad Windsheim, ) Nach Verkehrsunfällen zählen oft Sekunden, um Verletzten Erste Hilfe zu leisten. Aber jeder sechste Autofahrer traut sich am Unfallort ein eigenes Eingreifen nicht zu. Dieses alarmierende Ergebnis stammt aus einer Umfrage der Sachverständigenorganisation Dekra unter 1.400 Kraftfahrern, die mit ihrem Fahrzeug zur Hauptuntersuchung in eine der Niederlassungen kamen. Vor allem viele Frauen fürchten sich, bei ihrer Hilfe Fehler zu machen. Fast jede Vierte (23,3 %) zögert bei der Notfallhilfe, bei Männern ist es dagegen nur jeder Siebte (14,2 %). Der letzte Erste-Hilfe-Kurs lag bei fast jedem zweiten Befragten (49 %) mehr als fünf Jahre, bei nahezu jedem Dritten (31,7 %) mehr als zehn Jahre zurück. Etwa jeder Sechste (15,9 %) hatte sich zuletzt vor mehr als 20 Jahren mit der Erstversorgung am Unfallort vertraut gemacht. Bei der Dekra-Umfrage sprachen sich 84,1 % dafür aus, eine Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurses zur Pflicht zu machen. Nach Auffassung jedes zweiten Befragten (46,5 %) ist ein erneuter Kurs nach drei Jahren sinnvoll, 41,2 Prozent halten eine Auffrischung nach fünf Jahren für geboten.

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt ein Ersthelfer-Test, den die ARD am 28. Juni 2008 ausstrahlte.

Ein TV-Team stellte mit fachlicher Unterstützung durch das Deutsche Rote Kreuz

(DRK) an einer Mainzer Landstraße eine Unfallszene nach. Durchschnittlich sieben Fahrzeuge fuhren an der grausig aussehenden Unfallszene vorbei, bis ein Wagen hielt. Und von jeweils drei Personen, die im Laufe des Versuchs stoppten, wussten zwei nicht, was zu tun war - oder trauten sich ein Eingreifen nicht zu. Dazu DRK-Präsident Rudolf Seiters: "Wir wissen auch von unserem Rettungsdienst, dass viele Menschen völlig hilflos beim Anblick einer bewusstlosen Person reagieren." Der einmalige Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses beim Erwerb des Führerscheins reiche nun mal nicht für den Rest des Autofahrerlebens aus, kommentiert der ARCD diese erschreckenden Zahlen. Der Club empfiehlt deshalb allen Autofahrern, nach höchstens fünf Jahren einen Auffrischungskurs zu belegen. Von einer sachgemäßen Ersten Hilfe könnten im Notfall ja auch eigene Angehörige profitieren. Bisher dauerten Auffrischungskurse beim DRK mindestens acht Stunden und schreckten viele Anwärter wegen des Zeitaufwands ab. Inzwischen bietet das Deutsche Rote Kreuz einen nur 90 Minuten langen "Fit in Erster Hilfe"-Kurs an. Unter www.drk.de/erstehilfe finden Interessenten im Internet Kontaktadressen zu einem DRK-Kreisverband in ihrer Nähe.
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