Dienstag, 23. September 2014


ARCD kritisiert Feldversuch: Gigaliner sollen fünf Jahre lang auf deutschen Straßen mit einer Ausnahmegenehmigung fahren

(lifePR) (Bad Windsheim, ) Die Bundesregierung will im Rahmen eines Feldversuchs so genannte Gigaliner, bis zu 25,25 Meter lange und 44 Tonnen schwere Lkw, per Ausnahmegenehmigung vorerst fünf Jahre auf deutschen Straßen fahren lassen. Den teilnehmenden Unternehmen soll durch den langen Zeitraum ermöglicht werden, für ihre Fahrzeuge steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten zu nutzen. Dies teilte der zuständige Staatssekretär jetzt dem Eisenbahnverband Allianz Pro Schiene in einem Schreiben mit.

Der Geschäftsführer des Verkehrsbündnisses, Dirk Flege, kritisierte die lange Dauer der Testfahrten und die Begründung durch das Ministerium. "Offenbar geht hier das Spediteurswohl über das Bürgervotum", sagte Flege am Montag in Berlin. Er verwies darauf, dass 73 Prozent der Deutschen längere Lastwagen auf den Straßen ablehnten. Dass mit einem Fünf-Jahres- Test in die Legislaturperiode der nächsten Bundesregierung hineinregiert werde, wertete Flege als "Sippenhaft". Generelle Zweifel äußerte die Allianz pro Schiene an diesem Test unter Laborbedingungen: "Das Problem des Feldversuchs ist, dass er kaum neue Erkenntnisse bringen wird. Wichtige Fragen haben bereits diverse Länderversuche und die vorliegenden Studien beantwortet."

In einem Statement sagte der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Scheuer, Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, dass mit Hamburg nunmehr acht Länder im Boot seien. Sie würden rund 70 Prozent der Fläche Deutschlands repräsentieren. Der wissenschaftlich begleitete Feldversuch selbst soll allerdings weniger als fünf Jahre dauern, wie der ARCD auf Anfrage aus dem Verkehrsministerium erfuhr. Die Anzahl der Teilnehmer sei nicht limitiert. Das Ministerium gehe von "maximal 400 Teilnehmern" aus. Demnächst werden also mindestens 400, vielleicht aber auch deutlich mehr Riesentrucks auf Testfahrten unterwegs sein - mit all den befürchteten Risiken für andere Verkehrsteilnehmer und für die Infrastruktur.
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