Donnerstag, 08. Dezember 2016


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16. Oktober 1958: Die Bodensee-Wasserversorgung geht in Betrieb

Technische Meisterleistung: 50 Jahre Bodenseewasser für Baden-Württemberg

(lifePR) (Stuttgart, ) Nach einer extrem kurzen Planungsphase und nur zweieinhalb Jahren Bauzeit hat die Bodensee-Wasserversorgung am 16. Oktober 1958 den Betrieb aufgenommen. Bis Bodenseewasser in den mittleren Neckarraum fließen konnte, musste jedoch eine große Herausforderung in gemeinschaftlicher Anstrengung bewältigt werden. Mehr als 3.000 Arbeiter waren auf der damals größten Baustelle Europas beschäftigt, um diese technische Meisterleistung zu realisieren. Bis heute haben sich die umfangreichen Anlagen der Bodensee-Wasserversorgung bestens bewährt. In 50 Jahren gab es keinen Tag ohne Bodenseewasser. So lieferte die Bodensee-Wasserversorgung mit etwa 5,3 Milliarden Kubikmetern (dies entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von 1,75 Kilometern) so viel Trinkwasser wie kein anderer Wasserversorger in Baden-Württemberg.

Die Wassernot, an der viele Gemeinden Baden-Württembergs nach dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere in den Trockenjahren 1947 und 1949 litten, hatte mit der Inbetriebnahme der ersten Hauptleitung der Bodensee-Wasserversorgung ein Ende. Zuvor musste die schnell anwachsende Bevölkerung teilweise mit Tankwagen versorgt werden. Betriebe konnten wegen des Wassermangels ihre Produktion nicht wie gewünscht bewältigen. Vor allem der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Arnulf Klett setzte sich vehement dafür ein, dass die Bodensee-Wasserversorgung als Solidargemeinschaft realisiert und der kommunalen Verantwortung unterstellt wurde.

Zur Deckung des weiter steigenden Wasserbedarfs ging dann 1971 die zweite Hauptleitung durch die Schwäbische Alb in Betrieb. Im Rahmen des Baus dieser Leitung wurde auch der Albstollen erstellt. Mit diesem sehr kühnen Projekt betrat die Bodensee-Wasserversorgung gleich in mehrfacher Hinsicht technisches Neuland und sorgte dafür, dass das Wasser von der Aufbereitungsanlage auf dem "Sipplinger Berg" bis nach Mosbach nördlich von Heilbronn im freien Gefälle fließen kann.

Die Wasserversorgung heute

Der größte Teil des Netzes bleibt für den Menschen unsichtbar. Unter der Erde verlegt, reicht heute das über 1 700 Kilometer lange Rohrleitungsnetz vom Bodensee bis nach Bad Mergentheim im äußersten Norden Baden-Württembergs. 29 Hochbehälter mit einem Gesamtvolumen von über 500.000 Kubikmetern sorgen dafür, dass auch in Spitzenzeiten immer genügend Trinkwasser vorhanden ist. Der größte Behälter in Stuttgart-Rohr hat allein ein Fassungsvermögen von 100.000 Kubikmetern (500.000 Badewannen je 200 Liter). Per Fernüberwachung werden die Anlagen kontrolliert. Alle Informationen laufen über ein eigenes Kabelnetz in den zwei Schaltwarten in Sipplingen und Stuttgart zusammen. Durchschnittlich werden pro Jahr über 125 Millionen Kubikmeter Wasser an die Mitgliedsgemeinden geliefert.

Von den damals 13 Gründungsmitgliedern (25. Oktober 1954) ist der Zweckverband heute mit seinen über 180 Mitgliedern der größte Fernwasserversorger Deutschlands und beliefert Tag für Tag etwa vier Millionen Menschen in Baden-Württemberg mit Trinkwasser.

Aus Seewasser wird Trinkwasser

In 60 Meter Tiefe hat das Bodenseewasser beste Qualität: Vier bis fünf Grad Celsius kalt, rein und von gleich bleibender Qualität. Dort befindet sich die Entnahmestelle der Bodensee-Wasserversorgung. Sechs Rohwasserpumpen fördern bis zu 9.000 Liter Wasser pro Sekunde (45 Badewannen) in die 312 Meter höher gelegenen Aufbereitungsanlagen auf dem Sipplinger Berg. Jetzt durchläuft das Rohwasser drei Reinigungs- und Aufbereitungsstufen. Danach ist es bestes Trinkwasser.

Wasserqualität

Das Trinkwasser der Bodensee-Wasserversorgung hat eine geringe Härte von 1,6 Millimol Calciumcarbonat (ehemals 9 Grad deutsche Härte) das entspricht dem Härtebereich zwei. Der Mineralstoffgehalt ist ausgewogen und es ist von gutem Geschmack. Mit einem Nitratgehalt von 4,8 mg/l eignet es sich gut zur Zubereitung von Säuglingsnahrung. Schadstoffrückstände sind im Bodenseewasser nicht feststellbar. Mit ständigen Kontrollen wird das Trinkwasser überwacht, damit es immer in hervorragender Qualität beim Verbraucher ankommt.

Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung

Am 25. Oktober 1954 gründeten 13 Städte und Gemeinden den Zweckverband Bodensee- Wasserversorgung, um den ständig steigenden Trinkwasserbedarf mit Zusatzwasser aus dem Bodensee zu decken. Heute versorgt die Bodensee-Wasserversorgung 320 Städte und Gemeinden mit etwa vier Millionen Einwohnern jederzeit und in ausreichender Menge mit bestem Trinkwasser aus dem Bodensee.

Das Wasser wird aus dem Überlinger See in etwa 60 Meter Tiefe dem Bodensee entnommen und mit sechs großen Pumpen bis in die circa 310 Meter höher gelegene Aufbereitungsanlage auf dem Sipplinger Berg gefördert. Dort wird das ohnehin schon gute Bodenseewasser mit Mikrosieb-, Ozon- und Filteranlagen zu einem Trinkwasser sehr hoher Qualität aufbereitet. Die Kapazität der Förder- und Aufbereitungsanlagen beläuft sich auf etwa 9.000 Liter in der Sekunde; an einem Tag dürfen maximal 670.000 Kubikmeter Wasser dem Bodensee entnommen werden. Rund 1.700 Kilometer meist großkalibriger Rohrleitungen leiten das Trinkwasser bis in den äußersten Norden des Landes.

Heute gibt die Bodensee-Wasserversorgung an ihre Verbandsmitglieder über 125 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr ab. Mit dieser Aufgabenstellung ist sie der größte Wasserversorgungszweckverband in Deutschland.

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