Donnerstag, 08. Dezember 2016


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La Ruta de Humboldt

Alexander von Humboldt - Der erste "Reiseleiter Ecuadors"

(lifePR) (Frankfurt, ) Noch heute, 150 Jahre nach Alexander von Humboldts Tod, kennt so gut wie jedes Kind in Ecuador den deutschen Universalgelehrten. Aufgrund seiner wegweisenden Forschungsarbeit sowie seinem Einsatz gegen Sklaverei und Unterdrückung ist Humboldt in dem kleinen Land ein Held. Das Erfolgsrezept von Humboldts neunmonatiger Expeditionsreise durch Ecuador: Lebenslust gepaart mit Entdeckerfreude und dem Wunsch, sich über die Grenzen des damaligen Wissenstands hinaus zu wagen. Seine Forschungen über Ecuadors vielfältige Flora und Fauna lieferten wichtige Errungenschaften für die Botanik, seine Höhen- und Breitenmessungen führten zu bahnbrechenden Erkenntnissen über das Magnetfeld der Erde, durch seine logischen Verknüpfungen verschiedener Wissenschaften gilt er als Vorreiter der interdisziplinären Wissenschaftstheorie, und durch seinen Weltgeist kann er als Vordenker der Globalisierung gesehen werden. In einen Brief an seinen Bruder Wilhelm schreibt Humboldt über Ecuador: "Die hohen schneebedeckten Gipfel, die tätigen Vulkane und [...] Erdbeben [...], ihre Vegetation und die Sitten ihrer Bewohner machen die Gegend zu der interessantesten der Welt."

Humboldt interessierte sich nicht nur für die ecuadorianische Ökologie und Geographie, sondern auch für die Menschen. Er war fasziniert von den einheimischen Indianerstämmen und deren Kultur, beschäftigte sich mit ihrer Sprache und ihren Gebräuchen, skizzierte ihr Erscheinungsbild und ihre Wohnstätten. Heutzutage ist Alexander von Humboldt in Deutschland vor allem als universeller Naturforscher anerkannt und wird durch nach ihm benannte Berge und Meeresströmungen geehrt. In Lateinamerika dagegen wird er vor allem für seinen Einsatz für die Gleichheit aller Menschen gewürdigt. "Indem wir die Einheit des Menschengeschlechts behaupten, widerstehen wir jeder unerfreulichen Annahme von höheren und niederen Menschenrassen. Alle sind gleichmäßig zur Freiheit bestimmt", sagte der humanistische Freigeist. Humboldt wird von vielen Menschen in Lateinamerika als zweiter Entdecker Amerikas verehrt, der im Unterschied zu Kolumbus in völlig friedlicher Absicht und immer im Namen der Wissenschaft den Kontinent bereiste.

Breitengrad Null - Unterwegs auf Humboldts Spuren

In der Hauptstadt Ecuadors, Quito, beginnt damals wie heute die faszinierende Expeditionsreise. Quito ist die größte Kolonialstadt Südamerikas und die höchste Hauptstadt der Welt. Zudem war Quito 2011 "Kulturhauptstadt Südamerikas" und kann sich rühmen, mit seiner Altstadt das älteste Unesco- Weltkulturerbe zu besitzen. Durch ihre erhabene Lage auf 2850 Höhenmetern hat man von Quito aus bei schönem Wetter einen Blick auf bis zu zehn Vulkane und ist den Wolken so nah, dass Humboldt Quito als "das Fenster zum Himmel" beschrieb. Humboldt bleibt fast ein halbes Jahr in der Stadt, die nach seiner Aussage "nur Wollust und Üppigkeit atmet". Sein originaler Pass liegt noch heute im Historischen Nationalarchiv von Quito. In Ecuador katalogisierte Humboldt 6.200 Pflanzenarten, besonders die vielfältige Vegetation in der Umgebung von Quito beeindruckte ihn. 254 endemische Pflanzen existieren noch heute und können während der Reise entdeckt werden.

Unweit von Quito im Tal von Chillos besichtigen die Reisenden die Hacienda Herreria, die 1998 die Kulisse des Humboldt-Spielfilms "Die Besteigung des Chimbarozo" war. Genau wie Humboldt kann man hier das imposante Gebirgsbecken von Lloa durchqueren, in das sich der Vulkun Pichincha bettet. Nur zehn Kilometer von Quito entfernt liegt der heute erloschene Pichincha, den Humboldt im Jahre 1802 bestieg. Mit seinen 6.310 Metern galt er damals als höchster Berg der Welt. Obwohl Humboldt die Besteigung aufgrund der Höhenkrankheit 400 Meter unter dem Gipfel abbrechen musste, war er damit der größte Bergsteiger seiner Zeit. Für die Weggefährten von heute ist der Aufstieg längst nicht mehr so beschwerlich wie zu Humboldts Zeiten: Ein Gondellift, der Teleférico, bringt Besucher auf bis zu 4.100 Meter. Umschlossen von einem atemberaubenden Bergpanorama, hat man von hier aus einen hervorragenden Ausblick auf Quito. Je nach Wetter und eigener Kondition besteht auch die Möglichkeit, den Pichincha selbst zu besteigen. "Quitsa-to", lautete der ursprüngliche Name der Stadt, was übersetzt

"Mittelpunkt der Erde" bedeutet. Das weist auf die besondere geographischen Lage Quitos hin: 1736 fand hier die erstmalige Vermessung der Erdachse statt, und an der großen Solaruhr von Quito, die genau den Verlauf der Äquatorlinie kennzeichnet, können die Besucher auch heute noch mit einem Bein auf der Südhalbkugel und mit dem anderen Bein auf der Nordhalbkugel stehen.

Das 5,4 Millionen Hektar große Cóndor-Reservat östlich von Quito umfasst sieben verschiedene Schutzgebiete. Aufgrund seiner unterschiedlichen Lebensräume ist das Cóndor-Reservat die Heimat einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Mitten in diesem Naturparadies besichtigen die Reisenden Humboldts heute noch erhaltenes Basislager.

Die Panamericana ist eine der bekanntesten Routen durch Nord- und Südamerika. Als "die Straße der Vulkane" betitelte Humboldt jenen Teil in den ecuadorischen Anden zwischen Ost- und Westkordillere. Der gut befahrbare Highway führt vorbei an zweiundfünfzig Vulkanen, von denen achtzehn als noch aktiv gelten, und bietet den Reisenden eine atemberaubende Kulisse. Über die Straße der Vulkane geht es weiter zur 300 Jahre alten Hacienda La Cienega, in der Humboldt einige seiner bedeutendsten Zeichnungen der Anden anfertigte.

Vorbei an dem noch aktiven Vulkan Cotopaxi fahren Humboldt-Fans auf der originalen Humboldtroute zu der Seenplatte am Fuße des Vulkans Quilindana. Nicht weit davon entfernt liegt eine von Humboldts Inspirationsquellen: Die architektonisch älteste Hacienda Ecuadors, das Augustín de Callo, ist ein ehemaliger Palast der Inkas und wurde später zu einem Augustinerkloster umgebaut. Eine weitere Möglichkeit, seine Bergsteigerfähigkeiten zu verbessern, bietet sich für die Reisenden am Chimborazo.

Von der Hermann-Carrel-Schutzhütte aus erreichen Wagemutige innerhalb von circa einer Stunde die obere Schutzhütte auf 5.000 Metern, von wo aus sie die Gletscherkante ersteigen können. Wenige Kilometer südlich liegt Ingapirca, die bedeutendste archäologische Fundstätte Ecuadors, wo den die Hobbyforschern die von Humboldt untersuchte Inka-Festungsanlage offen steht. Für den letzten Teil der Reise, die tropische Küstenregion der Hafenmetropole Guaya, musste Humboldt im Jahre 1803 ein zweites Mal nach Ecuador reisen. Genau wie der Forscher unternehmen die Reisenden eine Flussfahrt auf dem breiten Río Guaya, dem größten Pazifikzufluss Südamerikas. Die perfekte Möglichkeit, um die vielen Ereignisse der letzten fünfzehn Tage Revue passieren zu lassen und in Erinnerungen zu schwelgen.

"Welch ein Glück ist mir eröffnet!" schrieb Humboldt an seinen Bruder Wilhelm am Vorabend der Abreise nach Ecuador "Mir schwindelt der Kopf vor Freude."

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