Dienstag, 24. Januar 2017


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Im Loth: Gert Jonke und Bertl Mütter

23. Oktober 2008, 20 Uhr, Neuer Saal

(lifePR) (Wien, ) Am 4. Oktober wurde die neue Reihe "Im Loth" im Wiener Konzerthaus fulminant mit einem ausverkauften Konzert von Chris Newmann, Clara Luzia und Fatima Spar eröffnet.Am Donnerstag, den 23. Oktober, setzt "Im Loth" ganz anders fort: Gert Jonke liest aus eigenen Texten, und Bertl Mütter spielt dazu kommentierend Posaune.

möglicherweise aus dem (immer neuen) neuen stück. möglicherweise über den konflikt, sich umzubringen oder sich nicht umzubringen, in diesem - als solches gar nicht messbaren - augenblick.

Wenn Gert Jonke, einer der bedeutendsten Gegenwartsliteraten Österreichs und Schöpfer eines faszinierenden Sprachstils, auf den hochvirtuosen Posaunisten Bertl Mütter trifft, dann ist das wie eine irrwitzige Raumfahrt durch phantastische Wort- und Klangwelten. Die durchdringende Rhythmik und Klanglichkeit seiner Texte weiß niemand besser vorzutragen als der mittlerweile 62-jährige Schriftsteller selbst. Wie kaum ein anderer zeitgenössischer österreichischer Autor stellt Gert Jonke die Musikalisierung der Sprache in den Vordergrund seiner Arbeit und lässt formal-kompositorische Prinzipien in die Gestaltung seiner Texte einfließen. Davon zeugen Schöpfungen wie «Geometrischer Heimatroman», «Schule der Geläufigkeit», die Theatersonate «Sanftwut oder Der Ohrenmaschinist» und «Chorphantasie. Konzert für Dirigent auf der Suche nach dem Orchester» (beide in Konnex zu Ludwig van Beethoven).

Jonkes rauschende Wortkaskaden werden von dem in Wien lebenden Posaunisten Bertl Mütter auf genial-skurrile Art und Weise kommentiert, akzentuiert und konterkariert. Immer wieder zaubert Mütter schier unmögliche Klänge aus seinem Instrument. Er verfügt über ein besonders sensibles musikalisches Sensorium, das nicht nur für reichlich Komik, sondern auch für so manche unvorhergesehene Wendung im Verlauf des Abends sorgt ...

gert jonke und bertl mütter sind dafür bekannt, wunderliche welten erstehen zu lassen, und sie selbst staunen mit am meisten darüber. und über einander. das schöne nämlich, das beglückende ist, dass sich diese welten vertragen, anziehen, ja, mögen. und das überträgt sich ins publikum. beglückend.

Franzobel schrieb über Bertl Mütter: «Er, Bertl, ist ein grandioser Mensch und Musiker, der aus seiner Posaune Töne herauskitzelt, die immer wieder verblüffen. Ein Magier unter den Blechbläsern. Da wäre jede falsche Bescheidenheit geheuchelt, weil da hebt man ab und schwebt davon.»

Bertl Mütter schrieb über das Posaune spielen: «Aus einer Posaune herausblasen kann bald jemand; klingen, ich meine: klingen wird es aber nur, wenn du die Töne hinein hörst, ganz tief drinnen.»

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