Donnerstag, 08. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 344271

World Press Trends: Leserzahlen der Zeitungen steigen, Digitaleinnahmen müssen noch folgen

(lifePR) (Paris, Frankreich / Darmstadt, Deutschland, ) Dank der vielfachen Möglichkeiten Zeitung zu lesen sind die Leserzahlen so hoch wie nie zuvor. Doch noch gelingt es den Verlegern nicht, dieses Wachstum auch in Bezug auf die Einnahmen aus dem Digitalgeschäft zu erzielen, so der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) am Montag bei der jährlichen Vorstellung der neuesten World Press Trends.

Den Daten zufolge lesen weltweit mehr als die Hälfte der Erwachsenen Zeitung: Mehr als 2,5 Milliarden Menschen lesen Print- und mehr als 600 Millionen lesen Digitalausgaben. Das sind mehr Leser und Nutzer, als es weltweit Internetnutzer gibt.

"Die Fakten sind eindeutig: Zeitungen sind allgegenwärtig und ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Unsere Branche ist mächtiger als viele vermuten", erklärte Larry Kilman, Stellvertretender CEO von WAN-IFRA, der die Zahlen am Montag auf dem Weltkongress der Zeitungen und World Editors Forum, dem jährlichen Gipfeltreffen der Weltpresse, vorstellte.

"Gleichzeitig verändern sich die Zeitungen aber auch. Sie müssen sich verändern, wenn sie ihre traditionelle Rolle als Hüterin der Werte unserer Gesellschaft weiterhin ausfüllen und glaubwürdige Nachrichten und Informationen liefern wollen, die die Menschen für das Treffen verantwortungsbewusster Entscheidungen in der Gesellschaft benötigen. Das Problem liegt nicht bei den Lesern. Wir haben Leser. Die Herausforderung ist eher wirtschaftlicher Art. Wir müssen erfolgreiche Geschäftsmodelle für das Digitalzeitalter entwickeln."

Die Printauflagen der Zeitungen steigen in Asien und im Nahen Osten weiter stark an und gleichen den Auflagenrückgang in Europa, Nordamerika und Lateinamerika aus. Weltweit stiegen die Auflagenzahlen den neuesten Daten der World Press Trends zufolge zwischen 2010 und 2011 um 1.1 Prozent.

Gleichzeitig sind die Werbeeinnahmen der Zeitungen gesunken, da die Verluste im Printbereich mit den Einnahmen aus Digitalwerbung nicht ausgeglichen werden konnten. Die Studie hat ergeben, dass dieser Rückgang mit der geringeren "Intensität" beim Lesen von digitalen Nachrichten korreliert. Die Leser digitaler Nachrichten verbringen weniger Zeit und besuchen weniger Seiten auf den digitalen Plattformen als beim Lesen von Printprodukten. Diese geringe Intensität spiegelt sich bei den Zeitungen im Anteil der Einnahmen aus deren Digitalgeschäft wider.

In zahlreichen Märkten versuchen Zeitungen diesem Phänomen entgegenzuwirken und suchen nach Möglichkeiten, um die Nutzung ihrer Online-Angebote zu erhöhen. "In diesem Bereich können Verlage den Grundstein für zunehmende Einnahmen aus dem Digitalgeschäft legen: Das Finden von Wegen, um die Intensität der Nutzererfahrung zu erhöhen, ist eine Grundvoraussetzung für ein Ansteigen der Einnahmen", so Kilman.

WAN-IFRAs Branchenbericht World Press Trends ist der umfangreichste dieser Art. Er enthält Informationen über Auflagenzahlen aus mehr als 150 Ländern sowie über Werbeeinnahmen aus mehr als 90 Ländern. Diese Zahlen machen mehr als 90 Prozent des gesamten Umsatzes der Branche weltweit aus.

WAN-IFRA, die den Branchenbericht World Press Trends seit 1989 jährlich herausgibt, hat am Montag mit der Einführung der World Press Trends-Datenbank anstelle des gewohnten statistischen Kompendiums eine neue Ära eingeläutet. Die Datenbank enthält sämtliche Daten, die auch im gedruckten Bericht enthalten waren, sowie darüber hinaus aktuelle Informationen, die die zunehmende Bedeutung des Digitalgeschäfts widerspiegeln. Zudem bietet sie die Möglichkeit, benutzerdefinierte Berichte zu erstellen und auszudrucken. Nähere Informationen hierzu sind unter http://www.wan-ifra.org/microsites/world-press-trends abrufbar.

Nachfolgend eine Auswahl aus den Erkenntnissen der neuesten Ausgabe der World Press Trends:

Leserschaft

- Mehr als 2,5 Milliarden Menschen lesen Print- und 600 Millionen lesen Onlineausgaben von Zeitungen. Von diesen Online-Nutzern lesen 500 Millionen sowohl gedruckte als auch digitale Zeitungen, während 100 Millionen ausschließlich den Zugang zu Digitalausgaben der Zeitungen nutzen.

- Mehr als 40 Prozent der Internetnutzer weltweit lesen Onlineausgaben von Zeitungen. Im vergangenen Jahr waren es noch 34 Prozent. Doch obwohl es den Zeitungen gelingt, sehr hohe Besucherzahlen auf ihren Websites zu verzeichnen, sind Häufigkeit und Intensität der Besuche oftmals eine Schwierigkeit. In den USA besuchen nahezu 7 von 10 Internetnutzern Websites von Zeitungen, jedoch nur 17 Prozent tun dies täglich.

- Die Auflagen kostenpflichtiger Zeitungen weltweit sind 2011 im Vergleich zu 2010 um 1,1 Prozent auf 512 Millionen Exemplare gestiegen.

- Die Zahl der Zeitungsleser weltweit ist seit 2007 um 4,2 Prozent gestiegen.

- Gratiszeitungen spielen trotz eines gewissen Rückgangs in vielen Märkten eine wichtige Rolle. 2011 wurden weltweit 36 Millionen Exemplare verteilt. Kostenlose Zeitungen sind insbesondere bei jungen Lesern beliebt, die Zahlen an Lesern pro Exemplar gleichen denen bei kostenpflichtigen Zeitungen, und sie erzielen ähnlich hohe Werbeeinnahmen.

- Asien verzeichnet derzeit ein Drittel der Zeitungsauflagen weltweit. Innerhalb der letzten fünf Jahre stiegen die Auflagen hier um 16 Prozent, während sie im selben Zeitraum in Westeuropa und Nordamerika um 17 Prozent rückläufig waren.

- In Asien stiegen die Zeitungsauflagen im Jahresvergleich um 3,5 Prozent, im Nahen Osten und in Nordafrika um 4,8 Prozent. In Europa sanken sie um 3,4 Prozent, in Lateinamerika um 3,3 Prozent und in Nordamerika um 4,3 Prozent. In Australasien blieben die Auflagenzahlen stabil.

- Die skandinavischen und die Alpenländer verzeichnen im Verhältnis zu ihren Einwohnerzahlen weiterhin die meisten Zeitungsleser; Südkorea und Hongkong sind in die Liste der Top Ten aufgerückt. Die Länder mit den höchsten Zeitungsleserzahlen rangieren ebenfalls unter den Ländern mit dem höchsten Breitbandverbreitungsgrad.

Einnahmen

- Print ist weiterhin die Haupteinnahmequelle der Zeitungsunternehmen. Die Auflagen machen dabei knapp die Hälfte der gesamten Einnahmen aus. Die Zeitungsbranche verzeichnet einen jährlichen Umsatz von 200 Millarde US-Dollar.

- Die Einnahmen aus Zeitungswerbung beliefen sich 2011 auf insgesamt 76 Mrd. USD. Das sind 20 Prozent des gesamten Werbemarktes. 2007 lag diese Zahl noch bei 128 Mrd. USD. 72 Prozent des weltweiten Rückgangs an Einnahmen aus Zeitungswerbung gehen auf Nordamerika zurück. Der Rückgang der Einnahmen aus Zeitungswerbung in Westeuropa hat sich in den letzten Jahren abgeschwächt.

- Der Online-Werbemarkt insgesamt ist zwischen 2007 und 2011 von 42 Mrd. USD auf 76 Mrd. USD gewachsen. Nur 2,2 Prozent der gesamten Werbeeinnahmen der Zeitungen wurden 2011 auf digitalen Plattformen erzielt.

- Die Marktanteile von Werbung sind regional sehr unterschiedlich. In Lateinamerika und Osteuropa dominiert beispielsweise das Fernsehen, während im Nahen Osten und in Mitteleuropa die Presse eine wichtige Rolle spielt.

- Suchmaschinen-Werbung macht 58 Prozent der Onlinewerbung und 13 Prozent der gesamten Werbeausgaben aus.

Neue Plattformen

- Bereits weniger als drei Jahre nach der Einführung des iPad sind Tablet-Computer und E-Reader eine vielversprechende Plattform für den Nachrichtenkonsum. Sechs von zehn Tablet-Nutzern gaben an, all das über ihre Tablets zu konsumieren, was sie sonst in Zeitungen oder Zeitschriften lesen würden.

- Mehr als die Hälfte der Tablet-Nutzer erklärten, dass sie täglich Nachrichten auf ihrem Tablet lesen. 30 Prozent gaben an, seit dem Kauf ihres Tablets mehr Zeit mit dem Lesen von Nachrichten zu verbringen. Die meisten von ihnen ziehen Tablets den herkömmnlichen Computern, Printausgaben oder dem Fernsehen vor.

World Press Trends-Datenbank

All denjenigen, die bislang das gedruckte Exemplar genutzt haben, dürften die Inhalte der neuen World Press Trends-Datenbank vertraut sein. Sie enthält sämtliche Angaben, die auch im gedruckten Bericht enthalten waren, nach Ländern sortiert oder als summierte Daten und Trends zu folgenden Themenbereichen: Auflagen und Leserzahlen, Werbeeinnahmen, digitales Publizieren und vieles mehr.

Die Datenbank enthält Länderberichte und Tabellen mit weltweit zusammengetragenen Daten, die auch in der gedruckten Version enthalten waren, doch zudem ermöglicht sie es den Nutzern, benutzerdefinierte Berichte zu erstellen. Die Nutzer können aus einer großen Anzahl von Kriterien auswählen - wie zum Beispiel den Vergleich von Auflagen und Werbeeinnahmen zwischen ausgewählten Ländern -, um Berichte speziell für ihren Bedarf zu erstellen. Diese Berichte können in Excel exportiert werden, sodass eine eingehende Analyse, Bewertungen und das Ablesen langfristiger Trends möglich sind.

WAN-IFRA-Mitglieder erhalten weiterhin eine kostenlose Kurzfassung der World Press Trends mit den Daten, die am häufigsten abgerufen werden.

Für all diejenigen Mitglieder und Nicht-Mitglieder, die den Zugang zu zusätzlichen Daten benötigen, bietet WAN-IFRA sowohl einen personenbezogenen Zugriff auf die Datenbank für ein Jahr an als auch einen Zugang bezogen auf eine IP-Adresse, über die Unternehmen, Universitäten und Bibliotheken einer beliebigen Anzahl von Usern den Zugriff ermöglichen können. Nähere Informationen hierzu finden Sie unter http://www.wan-ifra.org/microsites/world-press-trends.

Die Datenbank enthält derzeit die Daten von 76 Ländern aus dem Zeitraum von 2006 bis 2010, und es kommen regelmäßig weitere Länder hinzu.

In den World Press Trends erfahren Sie, wie viele Zeitungstitel weltweit publiziert werden. Welche Tageszeitung hat die höchste Auflage der Welt? Aus welchem Land kommen die meisten Tageszeitungen aus den Top 100 in punkto Auflage?

Der Bericht enthält Angaben über die 20 führenden kostenlosen Tageszeitungen weltweit; die Anzahl der Titel sowie die Auflagen nach Ländern sortiert oder insgesamt weltweit; die Reichweiten der Zeitungen, Leserzahlen und Trends beim Medienkonsum: Online-Ausgaben und Online-Leser; die erfolgreichsten Akteure bei Zeitungswerbung und die wichtigsten Werbekategorien; Exemplarpreise; Werbeausgaben und -einnahmen; den Marktanteil der Zeitungen und anderen Medien sowie vieles mehr.

Medienforscher finden in den World Press Trends u. a. Informationen über Veränderungen des Medienkonsums in unterschiedlichen Märkten, über wirtschaftliche Entwicklungen, Zeitungsauflagen und die Anzahl der Titel, Zeitungsumsätze sowie Entwicklungen in den Bereichen Internet und Mobile.

WAN-IFRA

WAN-IFRA, mit Sitz in Paris, Frankreich, und Darmstadt, Deutschland, sowie Regionalbüros in Singapur, Indien, Spanien, Frankreich und Schweden, ist der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien und vertritt mehr als 18.000 Publikationen, 15.000 Online-Sites und über 3000 Unternehmen in mehr als 120 Ländern. Vorrangiges Ziel des Verbandes ist die Verteidigung und Förderung von Pressefreiheit, Qualitätsjournalismus und redaktioneller Integrität sowie die Entwicklung von erfolgreichen Geschäftsaktivitäten.

Erfahren Sie mehr über WAN-IFRA unter http://www.wan-ifra.org oder durch das WAN-IFRA Magazine unter http://www.wan-ifra.org/...

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Ralf Schnelle neuer Geschäftsführer der TP Industrial Deutschland GmbH

, Medien & Kommunikation, Pirelli Deutschland GmbH

Ralf Schnelle (47) übernahm zum 01. Dezember 2016 die Geschäftsführung der TP Industrial Deutschland GmbH, Breuberg. Er folgt in dieser Funktion...

TÜV SÜD: Ein Siegel fürs Zukunftspotenzial

, Medien & Kommunikation, TÜV SÜD AG

Anlässlich ihres 150-jährigen Jubiläums schreibt die TÜV SÜD AG einen Innovationspreis für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) aus,...

Zum 100. Geburtstag von KIRK DOUGLAS: Auftakt der neuen DVD-Reihe „Unvergessliche Filmstars“!

, Medien & Kommunikation, SchröderMedia

Zum bevorstehenden ehrenvollen 100. Geburtstag von KIRK DOUGLAS am 9.Dezember 2016 startet die neue DVD-Reihe „Unvergessliche Filmstars“ mit...

Disclaimer