Mittwoch, 07. Dezember 2016


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In den Urlaub reisen - nur wie?

fairkehr-Titelthema »Busse, Bahnen, Billigflieger«

(lifePR) (Berlin, ) Die Billigflieger haben das Reiseverhalten vieler Bundesbürger verändert. Selbst auf kurzen Strecken steigen immer mehr Menschen ins Flugzeug statt in die Bahn. Die Ursachen dafür liegen zum einen in einer verfehlten Verkehrspolitik. Zum anderen sind die Probleme der Bahn zu einem gewissen Teil auch hausgemacht. In der aktuellen Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift fairkehr zeigt der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) die Zusammenhänge auf und sucht nach Alternativen.

Mehr als 45 Prozent der Deutschen nutzen inzwischen für die Auslandsreise den Flieger, 35 Prozent fahren mit dem Auto oder Wohnmobil, acht Prozent mit dem Bus. Gerade einmal zwei Prozent steigen in die Bahn. Touristisch eher abgelegene Regionen Europas wie Korsika profitieren vom Billigflugverkehr und unterstützen den Boom beispielsweise mit ermäßigten Landegebühren. Dabei fürchtet gerade die Tourismusindustrie den Klimawandel, zu dem der Flugverkehr schon heute mehr als acht Prozent beisteuert. Und je mehr sich Tourismusregionen von ihren fliegenden Gästen abhängig machen, desto schwerer wird es für sie, in Richtung Nachhaltigkeit umzusteuern.

Um verlorene Marktanteile für die umweltfreundlichere Schiene zurückzuerobern, braucht es gerechte Wettbewerbsbedingungen: Noch immer ist Kerosin von der Mineralölsteuer befreit und wird für Auslandsflüge keine Mehrwertsteuer fällig - anders als für Bahnreisen ins Ausland. "Die Politik muss die Bahn nicht nur wirtschaftlich gleichstellen, sondern als energieeffizienteres Verkehrsmittel gegenüber dem Flugverkehr klar bevorzugen", fordert VCD-Flugverkehrsexperte Heiko Balsmeyer in der fairkehr. "Das heißt: sofortiger Stopp für alle Subventionen des Flugverkehrs."

Doch auch die Eisenbahngesellschaften müssen das Bahnfahren mit besseren Verbindungen und stimmigem Service wieder attraktiver machen und seine Vorteile offensiv ins Bewusstsein potentieller Kunden bringen. Die Realität sieht bisher allerdings anders aus: Bequeme und touristisch wichtige Nachtzuglinien werden eingestellt. Auf ein gemeinsames Online-Buchungsportal der europäischen Hochgeschwindigkeitsbahnen warten die Fahrgäste bis heute. Und statt für die Reise mit der Bahn wirbt die DB AG lieber für die Fahrt zum Flughafen und belohnt Sammler von Bahn-Bonuspunkten mit Fluggutscheinen.

Auch auf innerdeutschen Strecken konkurrieren inzwischen Billigflieger mit Bahnunternehmen um die Anreise ins Urlaubsgebiet. Konkurrenz erhält die Schiene zudem zunehmend durch Fernlinienbusse. Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag klar für den Busfernlinienverkehr ausgesprochen und eine Änderung des Personenbeförderungsgesetzes in Aussicht gestellt. Denn bisher dürfen Fernlinienbusse auf den meisten innerdeutschen Strecken nicht verkehren, wenn parallel Eisenbahnverkehr angeboten wird. Für Ausnahmegenehmigungen sind langwierige Verfahren nötig und muss ein zeitlicher und/oder preislicher Mehrwert für die Fahrgäste nachgewiesen werden.

"Ich möchte den Busverkehr an die Lücken, die die Bahn lässt, anpassen und den öffentlichen Verkehr verbessern", erklärt Busunternehmer Constantin Pitzen, Geschäftsführer des AutobahnExpress, in der fairkehr. Experten befürchten jedoch, dass Busunternehmen sich die attraktivsten Strecken herauspicken und dem Bahnverkehr unter ungleichen Wettbewerbsbedingungen Konkurrenz machen könnten. Sie fordern daher eine öffentlich kontrollierte Infrastrukturorganisation, um einen ökologisch und ökonomisch fairen Wettbewerb aller Verkehrsträger zu gewährleisten.

Alle Artikel zum Titelthema »Busse, Bahnen, Billigflieger« sowie zum weiteren Schwerpunkt Elektromobilität lesen Sie in der Ausgabe 02/2010 der VCD-Mitgliederzeitschrift fairkehr, dem Magazin für Umwelt, Verkehr und Reisen. Interessierten senden wir ein Rezensionsexemplar gerne kostenfrei zu. Weitere Informationen auch unter www.fairkehr-magazin.de.

Verkehrsclub Deutschland e.V.

Ein gutes Bus- und Bahnangebot, mehr Platz für Fahrräder, spritsparende Autos, mehr Sicherheit für Kinder: So sieht nachhaltige Mobilität für den Verkehrsclub Deutschland aus. Um diese Vision zu verwirklichen, wurde der VCD e.V. 1986 gegründet. Seitdem haben umweltbewusste Menschen eine Alternative zu herkömmlichen Automobilclubs und die Verkehrspolitik ein ökologisches Korrektiv. Derzeit unterstützen 60000 Menschen den VCD.

VCD - der einzige Verkehrsclub mit Klimaschutzfaktor!

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