Samstag, 10. Dezember 2016


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Nach Gas nun auch Strom: Verbraucherzentrale kritisiert auch die neue "Ökostrom Preisgarantie" der ENTEGA

(lifePR) (Mainz, ) Nachdem der hiesige Energieversorger ENTEGA vor kurzem seine Gaskunden mit einem wenig transparenten Angebot konfrontiert hat, sorgt auch das neue "Ökostrom Preisgarantie"-Angebot für viel Verwirrung.

Und wieder laufen die Telefone bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz heiß. Viele Kunden sind verunsichert, verstehen das Angebot nicht und wissen nicht, was sie tun sollen.

Laut neuem Angebot können sich die Kunden ihren aktuellen Strompreis über einen festgelegten Zeitraum von 6 oder 18 Monaten absichern, indem sie einen "Garantiebeitrag" bezahlen. Dieser Einmalbetrag liegt je nach Jahresstromverbrauch und Laufzeit zwischen 24 und 342 Euro. "Der Garantiebeitrag stellt eine Preiserhöhung dar"; so das Urteil von Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale. "Die ENTEGA vermeidet nur, diese auch als solche zu benennen". Nach den Berechnungen der Verbraucherzentrale bedeutet der neue Tarif für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh im Modell "Clever Ökostrom Spezial" eine Preiserhöhung von 84 Euro oder 11,5 % im Jahr.

Jährliche Mehrkosten in dieser Höhe lohnen sich nur, wenn die vergleichbaren Mehrkosten im herkömmlichen Vertragsmodell höher liegen würden. Es ist zu vermuten, dass die ENTEGA - wie viele andere Versorger auch - zum Jahreswechsel die Preise für ihre "normalen" Bezugskonditionen deutlich erhöhen wird. Nur sagt sie auch diesmal nicht, ob und wie hoch der Preisanstieg ausfallen wird. ENTEGA bietet also seinen Kunden ein Garantiepreisangebot an, nennt aber nicht den künftigen Preis für die mögliche Alternative. Diesen wird sie vermutlich erst nach Ablauf des Stichtags 24. Oktober bekannt geben. Bis zu diesem Termin müssen sich die Kunden für das neue Angebot entschieden haben.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die ENTEGA bietet für ihren neuen Tarif nur eine Laufzeit von 6 oder von 18 Monaten nicht jedoch für 12 Monate an. Ein Vergleich der Jahreskosten mit denen konkurrierender Anbieter ist somit erst nach viel Rechnerei möglich.

Die Verbraucherzentrale wertet das neue Angebot auch als Versuch der ENTEGA, Kunden an sich zu binden. Solange keine Preistransparenz gegeben ist, kann man daher nicht dazu raten, das Festpreisangebot anzunehmen.

Allerdings kann sich ein Blick auf die Angebote der Konkurrenz lohnen. Für Kunden aus Mainz und Umgebung gibt es neben der ENTEGA noch viele weitere Anbieter von konventionellem und Öko-Strom, zu denen man wechseln könnte.

Vor allem, wenn die zum Jahreswechsel zu erwartende Preiserhöhung der ENTEGA bekannt wird, sollte man einen Versorgerwechsel gründlich prüfen. Wenn man sich jedoch auf das Angebot der ENTEGA einlässt, ist ein Wechsel erst wieder nach Ablauf der Bindungsfrist möglich.

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die neue "Ökostrom Preisgarantie" hat die Verbraucherzentrale in einem Informationsblatt zusammengestellt, das im Internet unter www.vz-rlp.de/Preisgarantie herunter geladen werden kann.

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