Samstag, 03. Dezember 2016


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Smart Metering, Tele-Monitoring, Gesundheit@Home - der Technik sind keine Grenzen gesetzt

3. Mitteldeutsche Multimediatagung der Wohnungswirtschaft

(lifePR) (Leipzig, ) Gestern fand die 3. Mitteldeutsche Multimediatagung unter dem Motto "Vernetztes Wohnen - Die moderne Wohnung denkt mit" im RAMADA Hotel Leipzig statt. Mehr als 150 Teilnehmer sind der Einladung der wohnungswirtschaftlichen Verbände aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gefolgt, die die Tagung als gemeinsame Veranstaltung durchgeführt haben.

Auf der Themenagenda stand die Bezeichnung des Vernetzten Wohnens als zukünftigen Wohntrend, der Wohnquartiere prinzipiell aufwerten kann. Viele Wohnungsunternehmen beschäftigen sich mit diesen Zukunftsfragen und wirken bereits heute schon bei der Entwicklung von regionalen Geschäftskonzepten in Kooperation mit der Wissenschaft, Industrie und sozialen Trägern mit.

Siegfried Schneider, Verbandsdirektor des vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. eröffnete die Tagung unter dem Aspekt, dass eine energieeffiziente und kostenverträgliche Wohnung bis ins hohe Alter das wesentliche Thema der Zukunft sei. Dabei werden Wohnungen im Hinblick auf die demographische Entwicklung geschaffen, wobei aber auch die jüngere Zielgruppe mit jungen Familien nicht außer Acht gelassen werden darf.

Laut den Ausführungen von Dr. Claus Wedemeier, Referent Multimedia und IT des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V., wird im Jahr 2060 jeder Siebte in Deutschland 80 Jahre und älter sein. Derzeit bestehen gegenüber den neuen Technologien noch mentale Barrieren, die in den nächsten Jahren sukzessive abgebaut werden müssen. Zu diesem Ergebnis kam eine durchgeführte Studie von Prof. Dr. Rolf G. Heinze von der Ruhr-Universität Bochum. Potential sieht er in den zukünftigen Älteren, die mit der Technik aufwachsen und ihr gegenüber aufgeschlossen sind. Die technischen Möglichkeiten eröffnen neue Optionen für ein selbstständiges Leben im Alter. So kann sich der Haushalt zum "dritten Gesundheitsstandort" neben Arztpraxen und Krankenhäusern entwickeln. Gesundheit@Home ist der Begriff der Zukunft, unter dem die Vorsorge, Prävention und Rehabilitation zur Steigerung der Behandlungs- und Lebensqualität verstanden wird.

In Dresden läuft derzeit unter der Bezeichnung "AUTAGEF" (Automatisierte Assistenz in Gefahrensituationen) ein Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. habil Klaus Kabitzsch von der TU Dresden, das altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben testet. Dabei werden im Gegensatz zu anderen Projekten Zähler als Sensoren eingesetzt. Diese zusätzliche Nutzung vorhandener Technik ist gegenüber anderen Projekten kostengünstigerer. Am 1. Mai 2010 wird in ca. 20 Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft Aufbau Dresden eG die Technik installiert und die Akzeptanz der Nutzer, in dem Fall der Mieter, getestet.

In Schönebeck in Sachsen-Anhalt unterstützt der Verein "Selbstbestimmt Wohnen e.V." die ansässige städtische Wohnungsgesellschaft bereits erfolgreich bei der Umsetzung eines Hausnotruf-Systems. Über 400 Wohnungen sind über eine 24-Stunden-Notruf-Anlage angeschlossen, sodass hier die Mieter in ganz persönlichen Gefahrensituationen schnelle Hilfe erhalten können.

In Thüringen haben sich 10 mittelständische Industrieunternehmen und vier Hochschuleinrichtungen in einem Cluster zusammengefunden, um eine systemoffene Plattform für Smart Home Services in der Wohnungswirtschaft zu entwickeln. 2011 soll ein erstes Pilotprojekt in der Stadt Suhl gestartet werden.

Eine weitere Projektlösung gibt es bereits bei der Westsächsischen Wohn- und Baugenossenschaft Zwickau eG in Kooperation mit der westsächsischen Hochschule Zwickau, die mit Einführung eines Smart Meterings seit 1. November 2009 eine Infrastruktur zur Energieeinsparung geschaffen haben. Unter Smart Metering wird die zeitnahe sowie elektronische Fernauslesung verstanden. Der Kunde erhält durch Ableseintervalle einen genauen Überblick über seine Verbrauchswerte- und zeiten und wird dadurch zu einem verantwortungsbewussten Verbrauch animiert. Im Ergebnis kann somit ca. 15 bis 20 Prozent der Energie eingespart werden.

Grundsätzlich sind der Technik keine Grenzen gesetzt. Aber berücksichtigt werden muss, was datenschutzrechtlich überhaupt zulässig ist. Rechtsanwalt Markus Selent betonte in seinem Vortrag, dass eine Einwilligung des Betreffenden zur Erhebung personenbezogener Daten unbedingt vorliegen muss, da sonst laut Bundesdatenschutzgesetz ein Eingriff in das Grundrecht des Persönlichkeitsrechts des Einzelnen vorliegt. Demnach ist nach Auffassung aller beteiligten wohnungswirtschaftlichen Verbände der Gesetzgeber zwingend gefragt, die gesetzlichen Grundlagen der rasanten Entwicklung der technischen Möglichkeiten anzupassen, damit diese auch realisiert werden können. Hier Bedarf es einer Regelung, da sonst bei Verstoß des Bundesdatenschutzgesetzes Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen.

Weitere Aspekte, die bei der Umsetzung neuer technischer Lösungen zur Diskussion gestellt wurden, sind die mietrechtlichen Anforderungen sowie die Finanzierung. Bislang ist nicht geklärt, wer die Kosten der technischen Neuerungen übernimmt. Oftmals können diese nicht auf den Mieter umgelegt werden. Pflegedienste und Krankenkassen kommen selten für die Kosten auf. "Auch hier ist der Bund nach Förderungen gefragt", so Dr. Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG). Wird eine derartige Investition in der Wohnungswirtschaft getätigt, möchte auch sichergestellt sein, dass der Mieter diese langfristig nutzen wird. Inwieweit diese Bedingung im Mietvertrag gesetzlich festgehalten werden kann, muss ebenfalls noch mietrechtlich geklärt werden.

Neben allen Neuerungen, die die technischen Entwicklungen möglich machen, darf aber auch perspektivisch die menschliche Komponente und Wärme, die nach wie vor notwendig ist, nicht vernachlässigt werden. Mit diesen Worten beendete Manfred Neuhöfer, Chefredakteur der "DW Die Wohnungswirtschaft", die 3. Mitteldeutsche Multimediatagung.

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