Sonntag, 04. Dezember 2016


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Max F. Perutz Laboratories: Auszeichnung für zwei junge Forschungsteams

Utl.: Human Frontier Science Programme fördert Kristin Tessmar-Raible und Juraj Gregan mit je über einer halben Million Euro

(lifePR) (Wien, ) Gleich zwei Forschungsgruppen der Max F. Perutz Laboratories (MFPL) der Universität Wien werden im renommierten Human Frontier Science Programme (HFSP) gefördert. Die Neurobiologin Kristin Tessmar-Raible und der Genetiker Juraj Gregan leiten zwei der neun interkontinentalen Kooperationsprojekte, die heuer vom HFSP mit einem "Young Investigator Grant" ausgezeichnet wurden. Ihre Forschungsgruppen erhalten mehr als eine halbe Million Euro über drei Jahre.

Seit 2007 bieten die MFPL der Universität Wien jungen WissenschaftlerInnen die Möglichkeit, als Junior Group Leader ihre eigenen Forschungsgruppen aufzubauen. So forscht das Team der Neurobiologin Kristin Tessmar-Raible zu molekularen Mechanismen, mit denen Meereslebewesen ihre lichtabhängigen Lebenszyklen steuern, und jenes des Genetikers Juraj Gregan zu grundlegenden Prozessen bei der Zellkernteilung. Mit Erfolg: Beide Projekte wurden im Rahmen des HFSP ausgezeichnet. "Dies bestätigt unsere Strategie, Schwerpunkte bei der Förderung von NachwuchsforscherInnen zu setzen", freut sich Warren Graham, wissenschaftlicher Direktor der MFPL.

Biologische Rhythmen: Sonne, Mond und Meer

Kristin Tessmar-Raible untersucht mit ihrer Forschungsgruppe lichtabhängige rhythmische Prozesse in den Zellen mariner Lebewesen. Das Meer als Lebensumfeld und seine Bewohner sind wesentlich stärker als das Land von den verschiedensten Rhythmen beeinflusst - die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen aber noch weitgehend ungeklärt. Beispielsweise dienen Mondphasen als natürlicher "Taktgeber", um lebenswichtige biologische Prozesse wie Wachstum oder Zellteilung, insbesondere aber die Vermehrung zu steuern. Tessmar-Raibles Team untersucht mit Forschungsgruppen aus Japan, Großbritannien und Italien anhand dreier unterschiedlicher Spezies - Borstenwürmer, Seeigel und Kieselalgen, wie unterschiedliche Rhythmen (z.B. Tag-Nacht-Rhythmus und Mondphasen) zusammenwirken und wie anpassungsfähig die Lebewesen bei Umweltveränderungen sind.

Kristin Tessmar-Raible, geboren in Görlitz, Deutschland, absolvierte ihr Diplomstudium an der Universität Heidelberg und promovierte an der Universität Marburg. Nach Forschungsaufenthalten an der Harvard Medical School in Boston (USA), der Universität Cambridge (UK) und UCSF in San Francisco war sie als Post-Doc am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg tätig. Seit 2008 ist sie Junior Group Leader an den Max F. Perutz Laboratories.

Krebsforschung: Aus Fehlern wird man klug!

Juraj Gregan und sein Team beschäftigen sich mit den mechanischen Eigenschaften der Kinetochore, einer für die Zellkernteilung besonders wichtigen Proteinstruktur. Zur Untersuchung der Kinetochore wollen die WissenschaftlerInnen einen in der Natur vorkommenden "Fehler" nutzen: in manchen Fällen setzen Mikrotubuli, die für Bewegungen und Transporte innerhalb der Zelle zuständig sind, von beiden Polen an ein und demselben Kinetochor an (merotelische Bindung) und ziehen ihn dann während der Anaphase der Kernteilung eiförmig in die Länge. Letztendlich führt diese merotelische Bindung zur Ungleichverteilung der Chromosomen in den Tochterzellen - ein in Krebszellen besonders häufig auftretender Fehler. Neben Gregans Team sind an dem Projekt ForscherInnengruppen des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie in Deutschland sowie der Virginia State University in den USA beteiligt.

Juraj Gregan wurde in der Slowakei geboren. Er studierte in Bratislava und als PhD-Student am Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Wien. Nach einem Forschungsaufenthalt als Post-Doc an der Universiät Oxford (UK) war er von 2003 bis 2006 am IMP (Institut für Molekulare Pathologie) in Wien tätig. Seit 2007 ist er Gruppenleiter an den Max F. Perutz Laboratories.

Human Frontier Science Program

Die PreisträgerInnen werden vom HFSP ausgezeichnet, einem internationalem Programm zur Förderung der Grundlagenforschung in den Lebenswissenschaften. Innovation, Interdisziplinarität und Interkontinentalität der Projekte sind neben der wissenschaftlichen Qualität des Forschungsansatzes entscheidende Kriterien für die Vergabe der Förderungen. Diese werden ausschließlich an Länder und Kontinente überschreitende Projekte in den Grenzbereichen zwischen Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und den Computer- und Ingenieurwissenschaften vergeben. Die "Young Investigator Grants" erhalten WissenschaftlerInnen, deren Forschungsgruppen gerade erst im Aufbau sind und deren Doktorat nicht länger als zehn Jahre zurückliegt. www.hfsp.org

Max F. Perutz Laboratories

Die Max F. Perutz Laboratories sind ein 2005 gegründetes Joint-Venture der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien am Campus Vienna Biocenter. An den MFPL forschen über 60 Arbeitsgruppen im Bereich Molekularbiologie. Seit 2007 leitet der Biochemiker Graham Warren das Institut: www.mfpl.ac.at

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