Freitag, 09. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 62776

Überraschung Zahnarztrechnung

Was tun, wenn's teurer wird als geplant?

(lifePR) (Leipzig, ) .
- UPD-Beratungsfall des Monats August
Frau M. sucht mit ihrer Zahnarztrechnung die Beratungsstelle Bremen- Nordniedersachsen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland - UPD auf. Vor der Behandlung hatte sie von ihrer Zahnärztin einen Heil- und Kostenplan für den anstehenden Zahnersatz erhalten. Die einzelnen Leistungen darin waren nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) mit dem Steigerungsfaktor 2,3 berechnet. In der Rechnung, die sie nach der Behandlung erhielt, wurde jedoch mit Steigerungsfaktoren von 3,5 bis hin zu 5,0 abgerechnet. Frau M. fragt sich nun, ob sie die Rechnung vollständig bezahlen muss.

Von der Beraterin der UPD erfährt sie dazu Folgendes: Der in dem Heil- und Kostenplan veranschlagte Betrag mit dem 2,3fachen Gebührensatz ist grundsätzlich verbindlich. Denn die Zahnärztin ist bei Aufstellung des Heil- und Kostenplanes regelmäßig in der Lage, die von ihr zu erbringenden Leistungen zu überblicken. Sie ist der Patientin gegenüber verpflichtet, das anfallende Honorar so genau wie möglich im Voraus aufzuschlüsseln. Dann kann die Patientin sich entscheiden, ob sie die Behandlung von dieser Zahnärztin in der vorgesehenen Art und Weise durchführen lassen möchte.

Eine Erhöhung des im Heil- und Kostenplan veranschlagten zahnärztlichen Honorars ist nur dann gerechtfertigt, wenn nicht vorhersehbare Umstände (unvorhersehbare Schwierigkeiten und Komplikationen) zu einer Erhöhung des Steigerungssatzes geführt haben. Gründe wie "enge Zahnstellung", "eingeschränkte Mundöffnung" oder "starker Speichelfluss" rechtfertigen eine Gebührenerhöhung in der Regel nicht, da nicht ersichtlich ist, dass diese Besonderheiten nicht bereits vor Beginn der Behandlung erkennbar waren.

Bei Abweichungen der Zahnarztrechnung vom Heil- und Kostenplan ist zu beachten, dass bei den Angaben zu den Material- und Laborkosten - im Gegensatz zum zahnärztlichen Honorar - von einer Schätzung ausgegangen wird und nicht von einer verbindlichen Angabe. Tatsächliche Mehraufwendungen für Material- und Laborkosten gehen daher grundsätzlich nicht zu Lasten des Zahnarztes.

Frau M. wird nun die Rechnung zunächst in der Höhe begleichen, die sich unter Berücksichtigung des 2,3fachen Gebührensatzes ergibt. Sie wird das Gespräch mit der Zahnärztin suchen und ihr ihre Gründe dafür erläutern.

Tipps:

- Bei Unklarheiten oder wenn einzelne Positionen nicht nachvollzogen werden können, sollte unbedingt beim Zahnarzt nachgefragt werden.
- Es ist sinnvoll, sich von einem weiteren Zahnarzt einen zweiten Behandlungsvorschlag (Heil- und Kostenplan) erstellen zu lassen.
- Zu beachten ist, dass eine Überschreitung des üblichen 2,3fachen Gebührensatzes vom Zahnarzt immer schriftlich begründet werden muss (§10 Abs.3 S.1 GOZ).
- Bei aufwändigem Zahnersatz (z.B. bei Implantaten) ist es sinnvoll, sich für die Material- und Laborkosten zusätzlich vom Zahnlabor einen Kostenvoranschlag zu holen.

Bei weiteren Fragen stehen die Beraterinnen und Berater der UPD bundesweit telefonisch oder regional auch persönlich zur Verfügung. Der "Beratungsfall des Monats", die Kontaktdaten aller UPDBeratungsstellen sowie weitere Informationen sind im Internet unter www.upd-online.de oder über das bundesweite UPDBeratungstelefon abrufbar. Dieses ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 01803.11 77 22 erreichbar (9 ct. / Min. aus dem dt. Festnetz, abweichende Preise aus Mobilfunknetzen).

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