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Maschkera, geklaute Maibäume, Kamele und fromme Seefahrer
Fasching, Fronleichnam und Maibaum - Bräuche in Oberbayern
Kamele, Lumpen und Maschkera
In der närrischen Zeit wird es ein wenig unheimlich und verrückt in Oberbayern. Dann treiben wilde Gesellen in Flecklegwand und selbstgeschnitzten, furchterregenden Holzmasken ihr Unwesen. Angst haben muss allerdings niemand, denn diese Wesen sind friedlich unterwegs. Mit ihrem eigenartigen Tanz und den lauten, kupfernen Schellen wollen sie den Winter vertreiben. Farbenfroh und ausgelassen geht es auch bei den Faschingsbällen, beim Faschings-Skifahren und Rodeln, beim großen Kamelrennen, Almfasching und Lumpenball zu. Übrigens: Die Maschkera sind eine Besonderheit der Region Oberbayern, ihr Ursprung geht, wie bei fast allen Faschingsbräuchen, bis in die vorchristliche Zeit zurück. Der Tourismusverband München-Oberbayern hat alle Faschingsveranstaltungen unter www.oberbayern.de zusammengefasst.
Am liebsten nur geklaut
König Max I. Joseph zu Ehren wurden Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten weiß-blauen Maibäume aufgestellt. Genauso spektakulär wie beliebt ist aber auch das Stibitzen der bis zu 40 Meter langen Traditions-Stangen. Sobald ein Baum im Wald auserkoren wurde, ist er vor den Burschenschaften der Nachbargemeinden nicht mehr sicher. Der Maibaum-Klau geht um, mit dem Ziel, anschließend eine hohe Ablöse in Form von Bier und Brotzeiten auszuhandeln. Langfinger müssen sich aber geschickt anstellen, Bewacher ausspionieren oder Wachhunde mit Wurst besänftigen. Nicht weniger abenteuerlich als das Klauen ist das Aufstellen des Maibaums, das den ganzen Vormittag und viele kräftige Männer in Anspruch nimmt. Am 1. Mai gleicht an vielen Orten die Szenerie: Bier, Brotzeiten, Blasmusik und jede Menge Geselligkeit - auch das zählt zum Brauchtum rund um den Maibaum.
Glaube in bunt und fromme "Seefahrer"
Prächtige Züge mit haushohen Fahnen, Blütenteppiche, Monstranzen und mobile Madonnen: Fronleichnamsprozessionen berühren viele Menschen mit ihrer frommen Opulenz. Die größte und ergreifendste Wallfahrt findet in Altötting statt, die von der Basilika aus an mit Fahnen und Blumen geschmückten Häusern vorüberzieht. Der Priesterschaft in liturgischen Gewändern folgt der barocke Himmel, unter dem der Pfarrer die Hostie trägt. Fronleichnam ist das Fest der Verehrung des Leibes Christi und geht auf eine Vision der Ordensschwester Juliana von Lüttich zurück. 1273 setzte sich die erste bayerische Prozession in Benediktbeuern in Bewegung. Über die Jahrhunderte hinweg haben diese Wallfahrten in den Orten Oberbayerns eine eigene Charakteristika entwickelt. So ist beispielsweise in Lenggries die mehr als 14,5 Meter hohe "Hochwürdig-Gut-Fahne" Blickfang. Die Gläubigen in Ingolstadt schreiten über einen 60 Meter langen Blütenteppich. Und im Fischerdorf Seehausen am Staffelsee geht es sogar über das Wasser: Hier findet die einzige Seeprozession Deutschlands statt, bei der die Monstranz mit der Hostie zur Insel Wörth getragen wird. Die Teilnehmer nehmen Platz auf Fähren und in zahlreichen Booten. Durch Wiesen und Felder führt dagegen die Saulgruber Fronleichnamsprozession und bietet ein Bild wie aus alten Zeiten, eingerahmt vom Alpen-Panorama, das bis zur Zugspitze reicht.
Alle Termine, besondere Orte und weitere Informationen rund um Maibaum-Bräuche, Fronleichnam und Oberbayern: www.oberbayern.de
Über den Tourismusverband München Oberbayern e.V.
Der Tourismusverband München-Oberbayern e.V. ist der touristische Dachverband im Regierungsbezirk Oberbayern. Er ist der größte touristische Verband Deutschlands und bündelt die Interessen von über 300 Mitgliedern und steht für 30 Millionen Übernachtungen (in Betrieben ab neun Betten).
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