Freitag, 09. Dezember 2016


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T-Systems investiert weiter in den Gesundheitsmarkt

Beteiligung an niederländischem Marktführer für sektorübergreifende elektronische Patientenakte für chronische Krankheiten

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) T-Systems setzt auf das vernetzte Gesundheitswesen. Die Telekom-Tochter positioniert sich im wachsenden Gesundheitsmarkt und beteiligt sich über T-Venture, das Venture Capital Unternehmen der Deutschen Telekom, an Portavita. Dies gaben die Unternehmen heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt. Portavita ist in den Niederlanden führender Anbieter von Lösungen für die ITgestützte integrierte Versorgung von DMP-Patienten.

T-Systems übernimmt via T-Venture auch Anteile am holländischen Softwareentwickler MGRID, einem Partnerunternehmen von Portavita, spezialisiert auf die Entwicklung von Hard- und Software für medizinische Datenbankanwendungen. Die Exklusivpartnerschaft sieht vor, dass T-Systems für mindestens fünf Jahre die webbasierte Software von Portavita in eigenen Rechenzentren betreibt, die Unternehmen gemeinsam Anwendungen weiterentwickeln und T-Systems dazu ihr sicheres Branchennetz für das Gesundheitswesen bereitstellt. Gemeinsam möchten die Unternehmen die bewährten Lösungen aus den Niederlanden an den deutschen Markt sowie weitere europäische Märkte anpassen.

Holger Hille, Chef der Healthcare-Sparte von T-Systems: "Ärzte und Krankenhäuser werden künftig noch enger im Sinne einer integrierten Versorgung zusammenarbeiten. Daher investieren wir in Portavita und erweitern so unser Portfolio um eine marktführende elektronische Patientenakte. Diese ist sektorübergreifend, Hausund Fachärzte, Krankenschwestern, andere Mitarbeiter in Heilberufen und nicht zuletzt der Patient können also gemeinsam mit diesem System arbeiten. Lösungen wie diesen gehört die Zukunft in einem vernetzten Gesundheitswesen."

Evert Jan Hoijtink, Geschäftsführer von Portavita, sagt: T-Systems ist ein starker Partner, mit dem wir unsere sehr erfolgreiche Lösung inner- und außerhalb Deutschlands anbieten können, der unsere Entwicklung von Disease- Management-Systemen (DMS) für die integrierte Versorgung von chronisch kranken Patienten vorantreibt und mit dem wir unsere Kompetenzen ergänzen. In den Niederlanden sind wir etabliert, und die Vernetzung von Leistungserbringern im Gesundheitswesen ist bereits seit einigen Jahren Realität."

125.000 chronisch Kranke werden in den Niederlanden über die Portavita- Lösung behandelt

Derzeit fließen in Deutschland jährlich rund 250 Milliarden Euro in das Gesundheitswesen. Den weiteren Anstieg der Kosten wollen Experten auch durch integrierte Versorgung, insbesondere für die Behandlung chronisch kranker Menschen stoppen. Das Institut für Strategieentwicklung der Universität Witten/Herdecke kommt in einer Studie (2006) zum Ergebnis, dass die integrierte Versorgung die Behandlungskosten pro Patient im Durchschnitt um etwa zehn Prozent verringern kann. Diese Kostenreduktion ist unter anderem auf die Optimierung aller Schnittstellen des Behandlungsprozesses zurückzuführen.

Für einige Krankheitsbilder haben die Krankenkassen Disease-Management- Programme aufgelegt, die diese integrierte Versorgung ermöglichen. Derzeit leiden etwa 20 Prozent der Bundesbürger unter chronischen Erkrankungen. Allein bis Ende 2008 ist die Zahl der Verträge zwischen Krankenkassen, Ärzten, Fachärzten, Krankenhäusern, Vorsorge- und Reha-Kliniken sowie anderen Heilberufen auf über 6.000 gestiegen.

Gemeinsam wollen die Partner die in den Niederlanden für die sektorübergreifende Versorgung von derzeit 125.000 chronisch kranken Patienten eingesetzte arztgeführte Patientenakte in Deutschland anbieten. Portavita hat die webbasierte EPA für chronisch Kranke in Zusammenarbeit mit Medizinern, den niederländischen Gesundheitsbehörden und großen Kostenträgern entwickelt. In den 3/5 Niederlanden nutzen Ärzte die Lösung derzeit für Disease-Management- Programme (DMP) im Rahmen der Behandlung von Blutgerinnungsstörungen (Orale Antikoagulation), Diabetes mellitus und Asthma/COPD "Chronic Obstructive Pulmonary Disease" - chronisch obstruktive Lungenerkrankungen. Derzeit in der Entwicklung sind Anwendungen für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, für ambulante Palliativversorgung sowie kardiovaskuläres Risikomanagement.

Bei der Integrierten Versorgung arbeiten viele Disziplinen zusammen. Daher bietet eine webbasierte elektronische Patientenakte, auf deren Daten die Beteiligten mit jeweils unterschiedlichen Rechten zugreifen können, neben einer verbesserten Informations- und Kommunikationsgrundlage auch eine deutliche Planungs- und Arbeitserleichterung für alle. In Deutschland tauschen allein niedergelassene Ärzte untereinander rund 15 Millionen Arztbriefe aus. Zwischen Krankenhäusern gehen etwa 55 Millionen Belege hin und her - ein Großteil davon nach wie vor auf dem Papierweg. Das bedarf einer absolut sicheren, nach Datenschutzkriterien gesteuerten Rollen und Rechteverteilung durch das System bei den Nutzern aus den unterschiedlichsten Sektoren und Disziplinen sowie an unterschiedlichen Standorten.

Patienten- und behandlungsorientiertes Fallmanagement

Das DMS ist ein interdisziplinäres und integriertes Behandlungs-, Steuerungs- und Managementsystem, das niedergelassene Ärzte, Krankenhausmediziner, medizinische Labore, nicht-ärztliche Leistungserbringer (z.B. Pflegeanbieter, Podologen etc.) und Patienten vernetzt. Es ermöglicht dem Arzt ein patienten- und behandlungsorientiertes Fallmanagement und bindet alle Leistungserbringer im Rahmen einer integrierten Gesundheitsversorgung ein. In Deutschland gibt es derzeit kaum Lösungen, die die komplexe Behandlung chronisch kranker Patienten sektorübergreifend steuern. Niedergelassene Ärzte führen gegenwärtig ihre Patientenakten in ihren Praxisverwaltungssystemen (PVS) und sind maximal mit den Laborinformationssystemen verbunden. Eine zwar größer werdende aber immer noch kleine Zahl von ihnen ist mit anderen Ärzten oder nicht-ärztlichen Leistungserbringern vernetzt.

Schnittstellen zu PVS, KIS und LIS

Das webbasierte DMS verfügt in den Niederlanden über Schnittstellen zu PVS, KIS und LIS. Die Lösung von Portavita lässt sich in Deutschland über das sichere Branchennetz Gesundheitswesen von T-Systems nutzen. Dieses Netz verbindet die Leistungserbringer entweder über ein Extranet oder über 'getunnelte' Verbindungen (SSL), über die alle Daten verschlüsselt in ein hochsicheres Rechenzentrum übertragen werden. Künftig kann die Anbindung über die Telematikinfrastruktur erfolgen, die Voraussetzungen werden über das Extranet bereits geschaffen. Der Zugriff auf die Daten über einen Webbrowser ist nur geprüften und angemeldeten Ärzten, Pflegern, Patienten möglich. Alle Sicherheitssysteme entsprechen den vorgeschriebenen Datenschutzkriterien. Ein Pilotprojekt an der Mainzer Universitätsklinik hat unlängst die Zustimmung durch die rheinland-pfälzische Datenschutzbehörde erhalten.

Hintergrund DMP Deutschland

In Deutschland gibt es derzeit mehrere vom Gesetzgeber festgelegte Indikationen für DMP: Brustkrebs, Diabetes mellitus Typ I und II, Koronare Herzkrankheit (KHK), chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen (COPD), Asthma bronchiale. Weitere Indikationen sind in Vorbereitung. Führt eine gesetzliche Krankenversicherung ein DMP durch, schließt sie dazu Verträge mit den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV), Ärztenetzen, Krankenhäusern oder einzelnen Ärzten. Um die Qualität der Behandlungsprogramme sicherzustellen und die Versorgungsziele für einen Patienten festzulegen, ist im Laufe des Programms von Arzt und Versicherten regelmäßig gemeinsam ein Dokumentationsbogen auszufüllen. Dieser Dokumentationsbogen enthält einen Datensatz mit wichtigen Parametern, die zur Evaluation des Programms dienen. Auf dem Dokumentationsbogen werden - abhängig von der Indikation - unter anderem folgende Werte festgehalten: Wichtige Laborparameter, Untersuchungen, Begleit- und Folgeerkrankungen, Medikamente oder administrative Daten.

Über Portavita

Portavita entwickelt, vermarktet und implementiert ein 100-prozentiges, webbasiertes Disease- Management-System (DMS), um multidisziplinäre Behandlungen von chronisch kranken Patienten zu unterstützen. In enger Zusammenarbeit mit führenden Medizinern und deren Patienten entstanden unterschiedliche DMS-Module - darunter für Diabetes, Asthma/COPD, kardiovaskuläres Risikomanagement und Antikoagulation.

Das System von Portavita unterstützt alle Prozessbeteiligte bei der medizinischen Dokumentation, der Heilbehandlung und der Selbstversorgung der Patienten. Dabei setzt das niederländische Unternehmen auf bewährte medizinische Methoden, Behandlungsprotokolle und Standards wie HL7, Snomed CT und LOINC. Portavita beschäftigt 30 hochqualifizierte Mitarbeiter und rechnet die Mietsoftware pro Patient und pro Nutzung ab.

Über T-Venture

Die T-Venture Holding GmbH ist eine der bedeutendsten Corporate Venture Capital Gesellschaften weltweit. 1997 als 100%ige Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG gegründet, beteiligt sich T-Venture seitdem an jungen Unternehmen, die wirtschaftliche und technologische Synergien zu den Geschäftseinheiten der Deutschen Telekom aufweisen und darüber hinaus ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial versprechen. Aktuell managt T-Venture den T-Mobile Venture Fund, den Connected Life and Work Fund, den T-Home Venture Fund, den T-Systems Venture Fund und den T-Corporate Venture Fund.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.t-venture.de.

Telekom Deutschland GmbH

Mit einer weltumspannenden Infrastruktur aus Rechenzentren und Netzen betreibt T-Systems die Informations- und Kommunikationstechnik (engl. kurz ICT) für multinationale Konzerne und öffentliche Institutionen. Auf dieser Basis bietet die Großkundensparte der Deutschen Telekom integrierte Lösungen für die vernetzte Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft. Rund 46.000 Mitarbeiter verknüpfen bei T Systems Branchenkompetenz mit ICT-Innovationen, um Kunden in aller Welt spürbaren Mehrwert für ihr Kerngeschäft zu schaffen. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte die Großkundensparte einen Umsatz von rund 9,3 Milliarden Euro.

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