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Stufenweise Wiedereingliederung zu wenig genutzt
"Der Patient kann ausprobieren, was er leisten kann, ohne den Druck zu haben, sofort wieder voll einsatzfähig sein zu müssen", so Inken Holldorf, Krankengeld-Expertin bei der TK. Allerdings werde diese Möglichkeit noch zu wenig genutzt. 2011 hätten rund 27.000 TK-Versicherte bundesweit davon Gebrauch gemacht. Das entspreche 15 Prozent der Langzeitkranken. In Berlin lag die Quote mit neun Prozent am niedrigsten, in Baden-Württemberg mit 19 Prozent am höchsten. "Der Übergang von krank zu gesund ist fließend. Deshalb würden wir uns wünschen, dass noch mehr Langzeitpatienten diese Chance nutzen würden, um die eigene Belastungsfähigkeit zu testen", erklärt die TK-Expertin.
In Absprache mit dem Patienten erstellt der behandelnde Arzt einen Wiedereingliederungsplan, der genau festlegt, über welchen Zeitraum er wie viele Stunden arbeiten kann. Dieser Plan wird Arbeitgeber sowie Krankenkasse vorgelegt und wenn nötig angepasst. "Zunächst arbeitet der Mitarbeiter nur wenige Stunden täglich. In den folgenden vier bis acht Wochen wird das Pensum bis zur vollen Arbeitszeit gesteigert", sagt Holldorf. Während der Wiedereingliederung gilt der Patient weiterhin als arbeitsunfähig, deshalb bekommt er in der Regel auch weiter Krankengeld. Nur wenn der Arbeitgeber sich freiwillig bereit erklärt, Lohn zu zahlen, oder Selbstständige Einnahmen erzielen, ruht das Krankengeld oder wird entsprechend gekürzt. Krankengeld wird wegen derselben Erkrankung für bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren gezahlt.
Auch wenn der Patient eine ambulante oder stationäre Rehabilitation auf Kosten der Rentenversicherung gemacht hat, kann er mit einer stufenweisen Wiedereingliederung ins Arbeitsleben zurückkehren. In der Regel erstellt dann der betreuende Arzt der Rehabilitationseinrichtung den Wiedereingliederungsplan. Statt Krankengeld wird dem Patienten von der Rentenversicherung ein Übergangsgeld bezahlt, bis er wieder seinen vollen Lohn erhält.
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