Sonntag, 11. Dezember 2016


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Erste Maßnahmen aus dem Konjunkturprogramm umgesetzt

Vom Schwesternwohnheim zum Studentenwohnheim

(lifePR) (Siegen, ) "Es war ein hartes Stück Arbeit, aber mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden." Burkhard Lutz, Abteilungsleiter für den Bereich "Wohnen, Bau und Technik" im Studentenwerk Siegen blickt auf die vergangenen Monate zurück. Das erste Projekt mit Fördergeldern aus dem Konjunkturprogramm II wurde mit der offiziellen Einweihung des schmucken Studentenwohnheims "Im Tiergarten 19" am 20.04.2010 abgeschlossen. 16 helle freundliche Appartments sind hier entstanden, die seit dem 01.01.2010 an Studierende der UNI Siegen vermietet sind.

Insgesamt 4,235 Mio. € erhielt das Siegener Studentenwerk, um durch energetische Optimierung seine studentischen Wohnheime auf Vordermann zu bringen. Die Mittel für die Studentenwerke aus dem Konjunkturprogramm II sind für die Modernisierung der Studentenwohnheime, insbesondere die energetische Sanierung, bestimmt. "Wir waren hier in Siegen das erste Studentenwerk in NRW, das vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie den Bewilligungsbescheid erhielt", erinnert sich Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studentenwerks. Das Zeitfenster ist vom Ministerium vorgegeben. "Bis Ende 2010 müssen alle Maßnahmen begonnen und bis Ende 2011 fertig gestellt und abgerechnet sein", berichtet Heinz Krommen, der im Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie u. a. für den Hochschulbau und die Studentenwerke zuständig ist. Gemeinsam mit Sigrid Haas und Jörg Kapune reiste Heinz Krommen von Düsseldorf nach Siegen, um das erste mit Fördergeldern aus dem Konjunkturprogramm II im Bereich der Studentenwerke NRW abgeschlossene Projekt in Augenschein zu nehmen, liegt es doch in der ehemaligen Wirkungsstätte der "Heimathochschule" von Minister Professor Dr. Andreas Pinkwart, der UNI Siegen.

Energetische Optimierung - Rückblick

Nachdem das Ministerium "grünes Licht" signalisierte, stellte Burkhard Lutz einen Plan auf, welche Baumaßnahmen in welcher studentischen Wohnanlage Priorität hatte. Durch personelle interne Umstrukturierungen ist derzeit Bauingenieurin Grit Wolter mit der Baubetreuung und Bauabwicklung von allen Maßnahmen betraut. Das ehemalige Schwesternwohnheim "Im Tiergarten 19", das das Studentenwerk im Januar 2009 vom Kreis Siegen-Wittgenstein als "Abrisshaus" gekauft hatte, wurde mit rd. 690.000,00 € aus dem Fördertopf energetisch saniert. Hierzu standen Abbruch-, Maurer-, Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallationsarbeiten auf dem Programm. Jedes Appartment erhielt ein eigenes neues Bad, wassersparende Armaturen eingeschlossen. Die oberste Geschossdecke erhielt gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) eine neue Wärmedämmung, die mit Holzfaserplatten abgedeckt wurden. Im Sommer letzten Jahres erfolgte schließlich die Erneuerung der Dachdeckung sowie der Einbau von isolierverglasten Fenstern. Michael Stojan, Stadtbaurat der Stadt Siegen, hatte ebenfalls das neue Studentenwohnheim fest in seinem Blick. Die Fassade sollte einen neuen Fassadendämmschutz erhalten, ohne das vorhandene "Sgraffito", das seinerzeit der Siegener Kunstmaler und Kunsterzieher Theo Meier-Lippe angebracht hatte, zu entfernen. Diese Arbeiten wurden positiv abgeschlossen. Ein schönes Relikt aus vergangenen Zeiten, das, wie man sieht, zu keinem Widerspruch zur Moderne steht.

Nach nur sechsmonatiger Bauzeit war das Studentenwohnheim "Im Tiergarten 19" fertig gestellt und alle 16 Appartments waren bezugsfertig. Die ersten Studierenden konnten einziehen. "Inzwischen ist dieses Wohnheim komplett vermietet", so Burkhard Lutz.

In diesem Bauabschnitt wurde auch eine Erneuerung der veralteten und überdimensionierten Heizungsanlage des Hauptgebäudes "Im Tiergarten 15", das das Studentenwerk im Jahr 2006 ebenfalls vom Kreis Siegen-Wittgenstein gekauft hatte, durchgeführt, ebenfalls mit Geldern aus dem Topf des Konjunkturprogramms II, da das ehemalige "Schwesternwohnheim" energetisch vom Hauptgebäude abhängig ist. Der vorhandene Gasheizkessel wurde gegen einen energiesparenden Erdgas-Brennwertkessel ausgetauscht. Die vorhandenen Leitungsführungen für Ver- und Entsorgung zwischen beiden Gebäuden wurden komplett erneuert und ergänzt.

Solarenergie - Vom Studentenwerk eingesetzt

"Besonders stolz sind wir auf die Anbringung von Solarzellen auf dem Dach des Hauptgebäudes Im Tiergarten 15", berichtet Burkhard Lutz. "Durch eine Verbindung beider Gebäude profitiert jetzt auch das neu sanierte Gebäude Im Tiergarten 19 von der solaren energiesparenden Brauch- und Trinkwassererwärmung." Mit der Firma Dörnbach TGA, Netphen, hat das Studentenwerk einen kompetenten Partner für die Beauftragung dieser Arbeiten gefunden. Thomas Dörnbach, Chef des Unternehmens: "Wir haben für das Studentenwerk Siegen zunächst eine Anlagenplanung durchgeführt mit dem Ergebnis, dass 28 Vakuum-Röhrenkollektoren auf einer Kollektorfläche von 121 qm auf beiden Wohnheimen zur Unterstützung der Brauch- und Trinkwassererwärmung installiert wurden. Dies entspricht der gleichen Fläche wie 28 Warmwasser-Solaranlagen für Einfamilienhäuser und ist somit eine der größten Anlagen in NRW." In solch großen Solaranlagen wird die Sonnenenergie mit bestmöglichem Wirkungsgrad in nutzbare Wärme umgewandelt. Der jetzt durchgeführte Einbau der neuen Heizkesselanlage führt zukünftig zu optimalen Energieeinsparungen. In den beiden Studentenwohnheimen "Im Tiergarten 15 und 19" ist somit die Heizungstechnik auf dem neuesten Stand der Technik, so dass bis zu 30 % der Energie eingespart werden kann. Die Bezirksregierung Arnsberg hatte seinerzeit dem Siegener Studentenwerk Fördergelder aus dem REN-Programm (Rationelle Energieverwendung und Nutzung unerschöpflicher Energiequellen) für diese Maßnahme bewilligt.

Selbstverständlich sind auch diese beiden Wohnheime an das hochschuleigene Datennetz SINET der Universität Siegen angeschlossen, so dass alle Studierenden in den Wohnheimen über einen direkten Internetzugang über die Hochschule verfügen.

Aber es geht weiter!

Mit 1,475 Mio. € aus dem Konjunkturprogramm II wird derzeit das Wohnheim "Am Eichenhang 66" kernsaniert. "Hier entstehen 27 Plätze für Studierende, aufgeteilt in Appartments und Wohngemeinschaften", so Detlef Rujanski. Die älteste studentische Wohnanlage des Studentenwerkes in der "Engsbachstraße" erhält eine neue moderne Fassade einschließlich Dämmung. Diese Kosten werden sich einschließlich des Austauschs der überalteten Umwälzpumpen auf rd. 3,387 Mio. € belaufen. Auf den Dächern der studentischen Wohnanlage "Adolf-Reichwein-Straße" wird zur Zeit eine Photovoltaikanlage installiert sowie die überalterten Umwälzpumpen gegen hocheffiziente Energiesparpumpen ausgetauscht. Hier wurden rd. 148.700,00 € veranschlagt. Für das Wohnheim ENC im Hubertusweg hat das Studentenwerk für dieses Wohnheim lediglich einen Bewilligungsbescheid über die Errichtung einer heizungsunterstützenden Solaranlage, die Erneuerung der Heizungsanlage als Gasbrennwertanlage sowie den Austausch der überalterten Umwälzpumpen durch hocheffiziente Energiesparpumpen in Höhe von insgesamt rd. 45.000,00 € erhalten. Dieses Projekt ist inzwischen abgeschlossen. In der studentischen Wohnanlage "Glückaufstraße" wurde ebenfalls der alte Gasheizkessel gegen einen Brennwertheizkessel ausgetauscht. Rund 58.000,00 € war hier der Betrag aus dem Konjunkturprogramm II. Auch diese Maßnahme konnte inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Anwendung eines "Energiecontrollings" wird der letzte Schritt im Bereich der energetischen Optimierung in den studentischen Wohnanlagen sein. Durch den Einbau einer neuen Gebäudeleittechnik für die Strom-, Wärme-, Heizungs- und Wasserverbrauchsanlagen in allen Wohnheimen wird eine zentrale Anbindung an die Verwaltung ermöglicht. Die erhobenen Daten können zusammengefasst werden und geben Auskunft über den Energieverbrauch der Wohnanlagen. So können Schwachstellen in kurzer Zeit analysiert und behoben werden.

"Ohne die Fördergelder aus dem Konjunkturprogramm II wäre eine energetische Sanierung des gesamten studentischen Wohnheimbestands in diesem Umfang nicht möglich gewesen", so Detlef Rujanski. Dennoch muss das Siegener Studentenwerk noch 1,7 Mio. € für eine zusätzliche Eigenfinanzierung aufbringen. Im Rahmen der gesamten Baumaßnahmen wird das Dach der studentischen Wohnanlage "Adolf-Reichwein-Straße" gleich mitsaniert. Hier wird ein Betrag von rund 100.000,00 € angesetzt. Mit einer Gesamtsumme von rund 45.000,00 € erhält dieses Wohnheim einen neuen Anstrich. Ist-Bestand nach Sanierung: 846 Wohnheimplätze. Die Studierenden können sich zukünftig über niedrigere Verbrauchsnebenkosten freuen. Eine willkommene Entlastung des Studierendenbudgets.

Die Herausforderung des Studentenwerkes der nächsten Jahre besteht darin, im Zusammenhang mit dem Einzug des Fachbereichs 5 der Universität ins Untere Schloss auch entsprechende Wohnheimplätze im Stadtzentrum zu schaffen.

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