Samstag, 03. Dezember 2016


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"Festakt oder Picknick? Deutsche Gedenktage"

Neue Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

(lifePR) (Bonn, ) Nationale Gedenk- und Feiertage sagen viel über den Umgang einer Nation mit der eigenen Geschichte aus. Sie sollen die Identifikation der Bürger mit ihrem Staat fördern und halten zentrale Ereignisse der Geschichte präsent. Welche Tage stehen in Deutschland im Mittelpunkt des Erinnerns? Wer beteiligt sich daran, aus welchen Motiven? Warum verblassen manche Gedenktage im Be-wusstsein der Bevölkerung? Solchen Fragen geht die neue Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig nach. Sie zeigt anhand ausgewählter Bei-spiele, wie sich das geteilte und vereinte Deutschland mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Militärische Niederlagen in zwei Weltkriegen, national-sozialistische Vergangenheit und Teilung Deutschlands führten zu einem zwiespältigen und bis zur Wiedervereinigung oft gegensätzlichen Erinnern in Ost und West. Rund 300 Exponate und zahlreiche Medienstationen veran-schaulichen, wie Staat und Gesellschaft versuchen, Traditionen der Erinnerung zu gestalten. Die Ausstellung ist vom 3. Juni bis 18. Oktober 2015 im Zeitgeschichtlichen Forum zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Das unterschiedliche Gedenken in Demokratie und Diktatur bildet einen Schwerpunkt der Präsentation: In der Bundesrepublik Deutschland ist die Kultur des Erinnerns bis heute von öffentlichen Diskussionen um Form und Inhalt begleitet. Das SED-Regime versuchte, die Identifikation der Ostdeutschen mit dem politischen System durch große Massenveranstaltungen zu fördern, ein Beispiel ist der 7. Oktober, der Gründungstag der DDR.

Für das wiedervereinigte Deutschland ist der 3. Oktober der Nationalfeiertag. Er erinnert seit 1990 an die Überwindung der deutschen Teilung und wird mit einem Bürgerfest, das immer in einem anderen Bundesland stattfindet, föderal und un-pathetisch begangen. Die Ausstellung zeigt auch die intensive öffentliche Diskussion um das "richtige" Datum. Der 3. Oktober ersetzte den 17. Juni, der in der Bun-desrepublik an den Volksaufstand in der DDR 1953 erinnerte, von der SED aber als "faschistischer Putsch" denunziert wurde.

Gesellschaft und Erinnern verändern sich

Das Erinnern an Widerstand und Opposition im Nationalsozialismus blieb wegen der unterschiedlichen politischen und ideologischen Bewertungen in beiden deutschen Staaten geteilt: Die DDR reklamierte das gute, "antifaschistische" Deutschland für sich und feierte im Besonderen die Taten des kommunistischen Widerstands. In der Bundesrepublik ist der 20. Juli 1944 zum Symbol und Gedenktag an das "andere" Deutschland, den militärischen und zivilen Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur, geworden. Die Widerstandskämpfer um Graf von Stauffenberg und andere blieben aber für viele bis in die 1960er Jahre hinein Lan-desverräter. Erst die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen seit Ende der 1950er Jahre führte zu einer Neubewertung auch dieses Themas.

Ausstellung "Festakt oder Picknick? Deutsche Gedenktage"
(3. Juni - 18. Oktober 2015)

Öffnungszeiten: Di-Fr, 9-18 Uhr; Sa, So und Feiertage 10-18 Uhr, Eintritt frei

Eröffnung: Dienstag, 2.6.2015, 19 Uhr mit Prof. Dr. Otto Depenheuer,
Universität zu Köln
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 2.6.2015, 10 Uhr
Pressegespräch: Dienstag, 2.6.2015, 11 Uhr

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