Samstag, 03. Dezember 2016


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Brandenburgische Gedenkstätten zeigen Sonderaus­stellung zur Verfolgung der polnischen und tschechischen Intelligenz in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück am Beginn des 2. Weltkriegs

(lifePR) (Oranienburg, ) 70 Jahre nach dem Beginn des 2. Weltkriegs erinnern die Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück mit einer großen Sonderausstellung unter dem Titel "Vergessene Vernichtung?" an die Verfolgung der Intelligenz in Polen und Tschechien und an ihre Deportation in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück. Die zweiteilige Ausstellung, die von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Kooperation mit der Jagiellonen Universität in Krakau und mit der Karls Universität in Prag entstanden ist, wird am 19. November in der Gedenkstätte Ravensbrück und am 21. November in der Gedenkstätte Sachsenhausen eröffnet.

"Lange Zeit ist vor allem in Westdeutschland die Legende gepflegt worden, der Überfall auf Polen sei ein 'normaler' Krieg gewesen", sagte Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, heute in Oranienburg. "Tatsächlich war der 2. Weltkrieg von Anfang an ein mörderischer Vernichtungskrieg, bei dem die National­sozialisten vor allem die Völker Osteuropas ihrer kulturellen Trägerschich­ten berauben und sie zu Arbeitssklaven herabwürdigen wollten. Dies zeigt unsere Sonderausstellung vor allem am Beispiel von Vertretern der von den Nationalsozialisten so genannten "Intelligenz" in Polen, aber auch in der Tschechoslowakei. Wir freuen uns, dass wir vor allem dank der Unterstützung unserer Partner in Krakau und Prag viele eindrucksvolle Exponate wie zum Beispiel das Ornat des Lubliner Bischofs Goral präsentieren können, der im Februar 1945 nach mehrjähriger Einzelhaft im Zellenbau des KZ Sachsenhausen verstorben ist. Gezeigt wird auch das Paket, in dem die Urne mit der Asche von Prof. Stanislaw Estreicher an seine Angehörigen in Krakau verschickt wurde", sagte Morsch weiter.

Nach den Plänen der Nationalsozialisten sollte im Rahmen des Eroberungs- und Vernichtungskrieges in Osteuropa ein Großteil der dortigen kulturellen Trägerschichten ermordet werden. Die Verhaftung der Führungsschichten aus Politik, Kirchen, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in Polen und Tschechien und deren Deportation in Konzentrationslager setzte mit Kriegsbeginn ein. Vor 70 Jahren, im November 1939 wurden 169 polnische Wissenschaftler der Jagiellonen-Universität Krakau in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Ihnen folgten Tausende von Polen, darunter mehr als 600 katholische Geistliche. Nach einer Protestaktion gegen die deutsche Besatzung deportierten die Nationalsozialisten ebenfalls im Spätherbst 1939 mehr als 1.200 tschechische Studenten in das KZ Sachsenhausen. Gleichzeitig wurden Frauen aus beiden Ländern, die den intellektuellen und geistlichen Eliten angehörten, in das KZ Ravensbrück verschleppt.

Diese Ereignisse, die bis heute in der Erinnerungskultur der betroffenen Länder tief verwurzelt sind, sowie die Lebensgeschichten der Verfolgten stehen im Mittelpunkt der Sonderausstellung "Vergessene Vernichtung?", die in zwei Teilen in der Gedenkstätte Sachsenhausen (600 m²) und in der Gedenkstätte Ravensbrück (120 m²) zu sehen sein wird. Parallel dazu findet in Oranienburg und in Berlin in der Zeit vom 20. bis 22. November die internationale Konferenz "Verfolgung und Vernichtung der Eliten in Polen und der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten. Kontexte und Erinnerungskulturen" statt.

Ausstellungseröffnung

Vergessene Vernichtung? Polnische und tschechische Intelligenz in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück am Beginn des 2. Weltkriegs

Donnerstag, 19. November 2009, 15 Uhr
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen, 16798 Fürstenberg/H.
Ehemaliger Zellenbau (bis 30. April 2010)

Samstag, 21. November 2009, 18 Uhr
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg
Neues Museum (bis 30. Mai 2009)

Information: www.stiftung-bg.de

Eine Sonderausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Kooperation mit der Jagiellonen-Universität Krakau und der Karls-Universität Prag. Mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, des Präsidenten der Republik Polen und der Wojewodschaft Ma?opolska

Internationale Tagung

20. - 22. November 2009
Verfolgung und Vernichtung der Eliten in Polen und der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten. Kontexte und Erinnerungskulturen

Eine Tagung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Kooperation mit der Jagiellonen-Universität Krakau, der Karls-Universität Prag, dem Zentrum für Histori­sche Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, der Europäi­schen Akademie Berlin und dem Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin. Gefördert aus Mitteln der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung sowie von der Axel Springer Stiftung und der Hans Böckler Stiftung

Tagungsprogramm: http://www.stiftung-bg.de/gums/Aktuelles/index.php
Kontakt: ley@gedenkstaette-sachsenhausen.de

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