Montag, 05. Dezember 2016


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Hospitality unter Generalverdacht?

Sportsponsoring-Vertreter fordern klare rechtliche Regelungen

(lifePR) (Hamburg, ) Die Stigmatisierung von Hospitality ist ein Problem, gegen das wir gemeinsam angehen müssen." Mit diesem Appell eröffnete Carsten Cramer, Vice President Marketing & Sales beim Sportrechtevermarkter SPORTFIVE, die 2. Markenkonferenz Sport, die im Oktober in der Hamburger HSH Nordbank Arena stattfand. Mitveranstalter war der Markenverband, dem ca. 400 Markenartikelunternehmen in Deutschland angehören.

Wenn Unternehmen ihre Geschäftspartner als Gäste in die VIP-Bereiche von Kultur- und Sportevents einladen, sind sie immer häufiger einem latenten Korruptionsverdacht ausgesetzt. Der entsprechende § 299 des Strafgesetzbuches definiert Bestechung bzw. Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr. Durch Compliance-Regeln versuchen Unternehmen dieses Risiko zu verringern.

Moderator Dr. Thomas Dehesselles von der Kanzlei Arnecke Siebold und Gremienmitglied des Fachverbands für Sponsoring ergänzte: "Die steuerrechtliche Verpflichtung, zielgerichtet Unternehmensinteressen zu verfolgen und das strafrechtliche Verbot, Entscheidungen zugunsten des eigenen Unternehmens "unlauter" zu beeinflussen, führen in der Praxis zu großer Rechtsunsicherheit."

Detlef Parr, Sportpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, forderte klare rechtliche Regelungen. "Der Gesetzgeber muss tätig werden und Klärung schaffen, was straf- und steuerrechtliche Fragen anbelangt", sagte Parr. "Wir brauchen eine Art 'Lex Sport', in der geklärt wird, was erlaubt ist und was nicht."

Die Hospility-Einnahmen allein in der Fußballbundesliga wurden auf rd. 250 Mio. Euro pro Saison geschätzt. Infolge einer geringeren Auslastung von VIP-Logen und Business Seats drohen Veranstaltern, Opernhäusern, Theatern, Sportstadien und -Arenen finanzielle Einbußen. Vermutlich schlagen diese Verluste auch auf die Kassen von Städten und Gemeinden durch, die häufig noch Träger dieser Einrichtungen sind.

Joachim E. Thomas, Vorsitzender des Vorstandes der Vereinigung von 34 deutschen Stadionbetreibern, Frankfurt, betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Hospitality-Flächen "nicht nur in Stadien, sondern in allen Multifunktionshallen". Am Beispiel der Frankfurter Commerzbank-Arena verdeutlichte er, dass Hospitality-Flächen dort zwar nur sechs Prozent der Stadionfläche ausmachen, aber darüber 52 Prozent des Umsatzes generiert würden. "Wir müssen der Öffentlichkeit und vor allem auch den Kommunen deutlich machen, was passiert, wenn die Gelder aus dem Sponsoring wegbrechen - dann müssen die Verluste nämlich aus den Kassen der Städte und Gemeinden bezahlt werden."

Die hochkarätigen Teilnehmer der Veranstaltung "Hospitality unter Generalverdacht" waren sich darin einig, dass Sponsoring in den Augen der Öffentlichkeit neu positioniert und die Rechtsunsicherheit möglichst bereits in der nächsten Legislaturperiode beseitigt werden müsse.

Durch gemeinsame Anstrengungen der Sportverbände, Markenverband, SPORTFIVE, Bundesligavereinen, Stadionbetreibern, Deutscher Städtetag, Fachverband Sponsoring sowie namhafter Sponsoren sollen jetzt Lösungsvorschläge erarbeitet und Handlungsempfehlungen an die Regierungsparteien formuliert werden. Mit der bevorstehenden FIFA Frauen Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland dürfte das Thema Hospitality wieder zunehmend in den Fokus geraten.

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