Dienstag, 27. September 2016


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Schale Bilanz: Es muss einen Ruck in der BÄK geben - jetzt!

Kritik an Bundesärztekammer

(lifePR) (Berlin, ) "Ausverkauf der Interessen der Ärzte?" - fragt sich der SpiFa mit Blick auf die bisherige Bilanz der Arbeit der Bundesärztekammer und ihres Präsidenten Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery. Ob die vor Ostern aufgeflammte Substitutionsdebatte ärztlicher Leistungen durch Nichtärzte oder eine GOÄ, die finanziell durch akademisierte Gesundheitsberufe und andere ausgehöhlt werden kann: Die Begehrlichkeiten nichtärztlicher Berufsgruppen wachsen, sich auf ärztlichem Terrain festzusetzen. Die BÄK unter Führung Montgomerys distanziert sich davon entschieden zu lax.

Seit dem 7. April gibt es ein Positionspapier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum direkten Zugang nichtärztlicher Gesundheitsberufe zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung, das bezeichnenderweise auf einen Physiotherapeuten zurückgeht. Die Reaktion des Bundesärztekammerpräsidenten auf diese Forderung war völlig unzureichend. Montgomerys Statement, mit der Bewegungstherapie kenne sich der Physiotherapeut besser als ein Arzt aus, hat nicht nur Orthopäden erbost (facharzt.de, 07.04.2015), sondern zeigt sein völliges Unverständnis für die Qualität fachärztlicher Versorgung. Die konservativ tätigen Fachärzte fühlen sich von der Bundesärztekammer und ihrem Präsidenten vor den Kopf gestoßen.

Derartige Reaktionen ohne Biss und kein Verständnis für die fundamentalen Interessen der Ärzte ist für die bisherige Arbeit des amtierenden Bundesärztekammerpräsidenten symptomatisch.

In dieselbe Kategorie gehört der Vorstoß der Kammer in Sachen Gesprächsintervention der psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichentherapeuten als Äquivalent zu ärztlichen Sprechstunden. Er belegt eine ernste Gefahr, die nicht nur den ärztlichen Psychotherapeuten, sondern der Gesprächsintervention zahlreicher ärztlicher Gebiete wie z.B. der Inneren Medizin im fachärztlichen und hausärztlichen Versorgungsbereich droht. Die Ausweitung der Tätigkeit der nichtärztlichen Berufe auf bislang ärztliche Bereiche muss konsequent unterbunden werden - auch und vor allem von der BÄK. "Hier erfolgt - durch die BÄK scheinbar geduldet - der Ausverkauf der Interessen der Ärzteschaft. Die Agenda der BÄK - insbesondere des Präsidenten Montgomery muss sich endlich ausschließlich an den Ärzten ausrichten", fordert SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann. "Gesellschaftliches Weichspülen und Verständnis für alle möglichen alternativen Gedankenspiele gegen die ärztliche Profession ist nicht seine Aufgabe."

GOÄ: Begehrlichkeiten nichtärztlicher Berufe

Die Psychotherapeutenkammer vereinnahmt die GOÄ für ihre Klientel - und das mit stillem Einverständnis der BÄK. "Ein solches Vorgehen ist die Blaupause für andere nichtärztliche Gesundheitsberufe", warnt Lindemann angesichts der aktuellen Diskussion um die Substitution: "Ein solcher Übergriff ist durch nichts gerechtfertigt. Die Psychotherapeutenkammer muss bei Bedarf eine eigene Gebührenordnung mit den Privatversicherern und ggf. Politik aushandeln. Hier darf die BÄK nicht zum Steigbügelhalter werden. Es ist die Pflicht der Bundesärztekammer, Vorstößen und Begehrlichkeiten nichtärztlicher Gesundheitsberufe entschieden entgegenzutreten, diese im Keim zu ersticken und zu verhindern", kritisiert Lindemann den mangelnden Willen von Montgomery, solche Vorstöße, die Signalwirkung entfalten, zu unterbinden.

Über den Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e. V. (SpiFa) ist ein Dachverband fachärztlicher Berufsverbände. Das Ziel des SpiFa ist die Darstellung der übergeordneten Interessen der Fachärzte sowie deren politische Durchsetzung auf Bundes- und auf Landesebene.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) setzt sich für die Interessen der niedergelassenen und klinisch tätigen Fachärzte ein. Rund 170.000 niedergelassene und klinisch tätige Fachärzte stellen zusammen mit rund 210.000 Arzthelferinnen die fachärztliche Grund- und Spezialversorgung sicher (Wirtschafts- und Arbeitsplatzfaktor). Auf 1.000 Einwohner kommen in Deutschland 0,9 Fachärzte an Kliniken und 0,7 in der Facharztpraxis. Mit 1,6 Fachärzten auf 1.000 Einwohner liegt Deutschland sogar nur im unteren europäischen Mittelfeld. Von einer doppelten Versorgungsebene durch Fachärzte kann daher keine Rede sein.

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